Afrika: Zukunftsmarkt für Geduldige

Ein pro-aktiver Umgang mit den Herausforderungen vor Ort bringt Investoren ans Ziel

Keyfacts

  • Afrikanische Wirtschaft wächst jährlich um fünf Prozent.
  • Afrika verfügt über eine Milliarde Konsumenten.
  • Investoren brauchen Geduld und engagierte Kontaktarbeit.
Vir Lakshman
  • Head of Chemicals & Pharmaceuticals
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Afrika – ein Magnet für Investoren? Für viele ist es der Zukunftsmarkt schlechthin. Wer allerdings erfolgreich sein will, braucht vor allem eines: Geduld.

Wir wissen, dass Afrika Investoren ein enormes ökonomisches Potential bietet. Afrikas Wirtschaft wächst weiterhin durchschnittlich um jährlich fünf Prozent.
Sieben der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften liegen in Afrika. Der Mobilfunk breitet sich rasant aus. Der Kontinent verfügt schon jetzt über eine Milliarde Konsumenten. 2050 wird jede achte Person weltweit ein Afrikaner sein. Es ist ein unterschätzter Kontinent.

Afrika ist längst nicht mehr nur Rohstofflieferant, sondern auch Absatzmarkt.

Doch warum investieren deutsche Firmen deutlich weniger in Afrika als beispielsweise China, Indien oder Brasilien? Und das trotz der geografischen Nähe und begrenzter Akquisitionsmöglichkeiten?

Probleme wie eine schwache Infrastruktur, Schwierigkeiten bei der Energieversorgung, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften oder regulatorische und politische Instabilität lassen sich nicht von der Hand weisen. Es braucht weitere Grundlagenarbeit.

Und dennoch, das Investitionsklima hat sich signifikant verbessert. Die Weltbank bewertet fünf afrikanische Länder in ihrem „Ease of doing business“-Ranking 2013 schon besser als Italien und 15 afrikanische Länder besser als Indien.

Momentan können noch Vorteile für die Ersteinsteiger realisiert werden.

Entscheidend für den Erfolg sind die drei P’s: Partnerschaften, People und Produkte.

Das zeigen meine Erfahrungen aus der Chemie- und Pharmabranche. Ich kann Investoren anderer Branchen nur empfehlen, sich im jeweiligen länderspezifischen Kontext besonders auf diese drei P’s zu fokussieren.

Dazu braucht es Zeit, Geduld und engagierte Kontaktpflege vor Ort. Das lokale Wissen, die Erfahrung und Expertise von Partnern und Beratern hilft, Risiken zu navigieren und zu beherrschen.

Ein Beispiel: Die derzeit durchschnittliche Straßendichte liegt bei nur 204km auf 1000km². Der globale Durchschnitt bei 944km auf 1000km². Solche Gegebenheiten setzen besonders stabile Beziehungen zu Zulieferern oder Distributoren voraus.

Beim Aufbau eines lokalen Netzwerkes in Afrika sind ähnlich wie in China Geduld gefragt, sagen einheimische Firmen.

Sogar der südafrikanische Sasol Konzern betont die Wichtigkeit von Partnerschaften. Dazu braucht es unternehmerische Verantwortung für die soziale Wohlfahrt und das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaft.

Der lokale Ansatz bedeutet für mich, die Menschen vor Ort von Anfang an mit einzubeziehen und sie zu fördern.

Afrika bietet in Zukunft die jüngste und größte Arbeitsbevölkerung. Sie benötigen das richtige Fachwissen, die technischen Fertigkeiten und richtigen Qualitätsstandards. So unterstützen diverse multinationale Pharmaunternehmen lokale Firmen beispielsweise durch die WHO-Präqualifikation.

„Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.“

Das sagt ein namibisches Sprichwort. Ich denke, nur ein pro-aktiver Umgang mit den Herausforderungen vor Ort bringt Investoren an das richtige Ziel. Wir können von Afrika noch viel lernen.

Vir Lakshman
  • Head of Chemicals & Pharmaceuticals
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