Autonomes Elektroauto und die Fahrt ins Ungewisse

Neue Technik, andere Produktionsprozesse sind Herausforderungen für Automobilzulieferer

Keyfacts

  • Das Fahrgefühl ändert sich.
  • Einige Bauteile bekommen größere Bedeutung.
  • Datengewinnung und -verarbeitung werden wichtige Bestandteile des Autos.
Matthias Koeplin
  • Partner, Audit
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Geht es ums Auto, so wie es heute vor der Haustür Millionen Deutscher steht, macht den Zulieferern kaum jemand etwas vor. In Bezug auf Technologie und Produktionsverfahren kennen sie sich bestens aus. So ist es ihnen möglich, auf kostengünstigste Art und Weise die Qualitätsansprüche der Autobauer und deren Kunden zu erfüllen. So weit, so gut: Doch was passiert, wenn sich diese Qualitätsansprüche verändern und Endkunden ihre Kaufentscheidung bald von ganz anderen Kriterien abhängig machen?

Die Kurvenlage, der Sound des Motors oder die direkte Lenkung – beim autonomen Fahren genießt hier höchstens die Elektronik. Fahrgenuss, wie er in den letzten Dekaden bestimmt wurde? Uninteressant.

Dazu wird es immer wahrscheinlich, dass auch der Besitz eines Autos für viele zum Auslaufmodell wird. Auch die Zulieferer haben das als einen Top-Trend ausgemacht. Car Sharing bzw. Mobility-as-a-Service werden immer stärker kommen. Damit einher geht die Entwicklung, dass ein von mehreren genutztes Auto bereits innerhalb von zwei Jahren eine Laufleistung von über 200.000 Kilometer erreichen kann. Das wiederrum verändert die Anforderungen, die Autobauer an die Zulieferteile stellen werden.

Alles kein Problem für die Zulieferer? Ganz so einfach ist das nicht. Wenn der Motor nicht mehr brummt, hören die Insassen beispielsweise plötzlich das Fahrwerk viel deutlicher.

Dadurch verstärkt sich die Fokus auf die beweglichen Teile, die neben der Geräuschkulisse auch durch Reibungsverluste die Energieeffizienz mitbestimmen. Genau die gleichen Teile sind wichtig für die Datengenerierung, die dann wiederum für die Produktüberwachung und mehrwertbringende Zusatzanwendungen benötigt werde. Auch die Zulieferer in unserer aktuellen Automotive Executive Survey glauben, dass das Auto Daten generieren wird, die dann unmittelbar zu Mehrwert für die Hersteller führen werden.

Ein Beispiel: Wäre es nicht super, wenn das Fahrwerk des vorausfahrenden Fahrzeugs nicht nur die dahinterfahrenden Fahrzeuge vor einem Schlagloch warnen, sondern dieses auch gleich ans Tiefbauamt melden würde?

Bis das autonome Fahren Wirklichkeit wird, ist allerdings noch eine Menge zu tun. So sollen hochsensible HD-Karten die Ungenauigkeiten der Erkennungssysteme in den Fahrzeugen beheben. Des Weiteren beteiligen sich einige Zulieferer an Plattformen, die die neue Technologie möglich machen sollen. Denn es geht für die Zulieferer auch hier darum, nicht den Anschluss zu verlieren und im ungünstigsten Fall nur noch hinterher zu fahren. Denn auch die Hochschulen und die IT-Riesen aus Nordamerika sehen durch die neue Zeit in der Branche ihre Chance, den Markt zu betreten – schließlich scheinen die Hürden so niedrig wie nie.

Weitere interessante Themen und Trends aus der Automotive-Branche finden Sie in unserer aktuellen Automotive Executive Survey.

Matthias Koeplin
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