Bei Big Data richtige Fragen stellen

So stellen sich Unternehmen auf die Auswertung von Daten ein

Keyfacts

  • Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts
  • Firmen sollten den Mehrwert von Daten im Blick haben
  • Bald werden jedes Jahr 44 Billionen Gigabyte neu produziert
Thomas Erwin
  • Partner, Advisory
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Allein die Zahlen sind schier unvorstellbar. Bis zum Jahr 2020, so schätzen Experten, wird sich die Menge der Daten, die jedes Jahr weltweit produziert wird, auf 44 Billionen Gigabytes verzehnfachen. Das heißt: Alle zwölf Monate würde so viel digitale Information generiert, dass man damit 10.000 Milliarden herkömmliche DVDs füllen könnte. Und das Entscheidende: Diese Daten sind dank des rasanten Fortschritts in der Technologie auswertbar geworden – zu erschwinglichen Kosten.

Information ist bekanntlich Macht – und deswegen werden Daten oft verglichen mit Öl: ein wichtiger Rohstoff, der Vermögen und Einfluss verspricht. Was die meisten aber vergessen: Auch Öl hat erst dann einen Wert, wenn es raffiniert wurde. Mit Unmengen von Rohöl können die wenigsten etwas anfangen.
Im Moment aber konzentrieren sich in der Wirtschaft die meisten auf das Sammeln und Horten von Daten. Aus Unsicherheit oder weil sie es schlicht nicht besser wissen. Betrachten wir als Beispiel einen Unternehmer, der dank des Einsatzes von (Big) Data Analytics auf viele neue Informationen über seinen Einkauf zugreifen kann: Wo kaufen seine Mitarbeiter ein – und zu welchem Preis? Welche Zahlungsziele setzen sie, wo lassen sie vielleicht Potenziale ungenutzt? Am Ende einer solchen Betrachtung herrscht bei den Entscheidern oft Verwirrung, denn die Menge an Informationen ist schlicht zu groß, das Bild zu komplex – man verheddert sich in technischen Möglichkeiten und detaillierten Ergebnissen.

Die richtigen Fragen stellen

Anstatt Daten wild zusammenzutragen und über die „richtige“ Technologie zu deren Auswertung nachzudenken, sollten Unternehmen – von Start-ups bis hin zu Großkonzernen – lieber vom Ergebnis, vom Mehrwert her denken. Am Anfang eines jeden Data & Analytics-Projekts sollten Fragen stehen wie: Wie können wir für unser Unternehmen einen Mehrwert („Value“) erzielen? Was wollen wir konkret verbessern? Ein Ziel könnte zum Beispiel lauten: Der Unternehmer möchte den Umsatz pro Kunde steigern. Erst wenn ein solcher Vorsatz definiert ist, ergibt es Sinn, in den Prozess einzusteigen.
Ein solcher strukturierter Prozess ist die Voraussetzung, um schnell zu Ergebnissen zu kommen.
Auf dem Weg, Data & Analytics einfach mal auszuprobieren, ist zudem früher oder später die Entscheidung zu treffen, was im eigenen Haus gemacht werden kann und welche Aufgaben besser externe Dienstleister übernehmen sollten. Um im Vergleich mit dem Öl zu bleiben: Für manche Unternehmen kann es sich rechnen, eine eigene Raffinerie zu bauen – etwa weil die Kosten für das Betreiben von Servern deutlich sinken. Für andere hingegen ist es sinnvoller, Externe mit dem Verwalten und Analysieren zu beauftragen. Das Geschäftsfeld „Analytics as a service“ wird daher in der Zukunft weiter wachsen.

Daten beeinflussen die Strategie

Um zu definieren, welcher Ansatz der richtige ist, ist es mindestens wünschenswert, wenn nicht sogar notwendig, dass die Top-Entscheider eingebunden werden. Denn die Strategie muss sich nach den Firmenzielen richten – und diese werden von der obersten Ebene ausgegeben.
Erfreulicherweise erkennen inzwischen alle Unternehmen die Dringlichkeit des Themas. In unserer aktuellen Studie „Going beyond the data“ gaben mehr als 99 Prozent der Befragten an, dass Daten und deren Analyse ihre Strategie beeinflussen. Kleinstunternehmen wie Start-ups versuchen sich genau auf diesem Gebiet hervorzutun. In vielen Großkonzernen wiederum herrscht noch immer die Hoffnung, dass das allwissende Management-Cockpit – in dem die Vorstände und Entscheider alle relevanten Informationen schnell verfügbar haben – doch noch Realität wird. Auffällig ist, dass sich auch der Mittelstand inzwischen intensiv mit dem Thema beschäftigt: Diesen Unternehmen kommt zugute, dass sie oft agiler sind als ihre größeren Wettbewerber und auf dem kurzen Dienstweg auch einfach ausprobieren können. Das ist von Vorteil, denn für sie, aber auch für alle anderen gilt: „Think big, start small, gain fast.“ Nur so wird es auch etwas mit dem Durchblick.

Thomas Erwin
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