Klimawandel wird zum Topthema in den deutschen Chefetagen

CEO Outlook 2019 zeigt, welche Themen die Führungskräfte bewegen

Keyfacts

  • Der Klimawandel wird von vielen CEOs als Wachstumsbedrohung wahrgenommen.
  • Technologische und politische Entwicklungen erfordern agiles Handeln.
  • Die wirtschaftliche Zuversicht für das eigene Unternehmen ist hoch.
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Angelika Huber-Straßer
  • Bereichsvorstand Corporates
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Schüler demonstrieren jeden Freitag für Klimaschutz, Kunden und Investoren fordern nachhaltige Lösungen von Unternehmen. Das Thema Klima- und Umweltschutz bestimmt die gesellschaftliche und politische Debatte und ist inzwischen auch in deutschen Chefetagen ein wichtiges Thema. Der aktuelle CEO Outlook zeigt, dass die Chefs deutscher Unternehmen den Klimawandel als größte Bedrohung für das eigene Unternehmen bezeichnen. Noch vor dem Protektionismus oder dem Risiko, durch andere Anbieter vom Markt verdrängt zu werden.

CEOs schauen optimistisch auf eigene Firma

Seit mittlerweile fünf Jahren befragen wir für unseren CEO Outlook Top-Manager, wie sie die Lage ihres Unternehmens und die wirtschaftliche Situation beurteilen. In der aktuellen Befragung sagen 95 Prozent, dass sie davon ausgehen, dass ihr Unternehmen wachsen wird. Während die Zuversicht für das eigene Geschäft stets sehr hoch ist, schwindet die Zuversicht beim Blick aufs globale Geschehen. 2016 etwa sagten noch 89 Prozent, dass sie ein globales Wachstum erwarten. Jetzt sind es nur noch 50 Prozent.

Klima- und Umweltrisiken rücken in den Fokus

Warum ist das so? Unsere Umfrage zeigt, dass die Risikolandschaft vielfältiger geworden ist. Es gibt mehrere Faktoren, die Unternehmenslenker als Wachstumsbedrohung einschätzen und auf die sie eine adäquate Antwort finden müssen. Der Klimawandel und Nachhaltigkeitsanforderungen sind dabei das bestimmende Thema. Kunden und Investoren erwarten hier Antworten der Unternehmen auf die drängendsten Fragen.

 

Protektionismus bedroht das Wachstum

Auch über ein anderes Wachstumsrisiko ist in den vergangenen Monaten ausführlich in den Medien berichtet worden. Die Rückkehr zum Protektionismus – ein Thema, über das zum Beispiel die Wirtschaftselite beim diesjährigen World Economic Forum in Davos diskutiert hat. Der Protektionismus wird nach den Auswirkungen des Klimawandels als größte Bedrohung für wirtschaftliches Wachstums wahrgenommen. Die Globalisierung von Gütern erfährt durch Protektionismus einen Rückschritt. Gleichzeitig verändert das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und Daten den Welthandel – und beschleunigt den internationalen Austausch von Dienstleistungen und Informationen.

Chefs haben Antworten auf Cyber-Risiken gefunden

Wie wichtig es ist, auf diese Risikofaktoren die richtigen Antworten zu finden, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Denn vor einigen Jahren haben die Top-Entscheider noch mögliche Cyber-Angriffe als größtes Risiko genannt. Das hat sich geändert – denn Cyber Security hat in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert in den Unternehmensstrategien eingenommen. Dementsprechend gut sehen sich die Chefs deutscher Unternehmen auf Attacken vorbereitet. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass auch auf die aktuellen Risiken die passenden Antworten gefunden werden.

Agiles Handeln wird immer wichtiger

Dabei spielen neue Technologien eine entscheidende Rolle. Daher steht die technologische Optimierung im Fokus der meisten Unternehmen. Rund zwei Drittel wollen zunächst in Technologie investieren und in einem nächsten Schritt ihre Mitarbeiter weiterbilden. Ein wichtiger und richtiger Schritt. Denn die Befragung zeigt, dass agiles Handeln immer wichtiger wird. Wer schnell und flexibel auf neue Risiken reagieren kann, der wird Erfolg haben. Und dafür braucht es die passende Technologie und zukunftsfähige Mitarbeiter.

Top-Manager wollen positive Fehlerkultur

Was es noch braucht: den Mut, Fehler zu begehen und offen damit umgehen. Hier tut sich noch eine große Kluft auf. Denn 80 Prozent der CEOs wünschen sich eine positive Fehlerkultur. Tatsächlich sind es aber nur 40 Prozent, die ihrem Unternehmen attestieren, Fehler und Misserfolge positiv aufzunehmen. Wer agil handelt, der geht auch ein Risiko ein. Das Risiko, nicht den richtigen Lösungsweg zu beschreiten. Oder das Risiko, zu schnell zu reagieren. Zu diesem Risiko gehört es, auch zu scheitern. Wichtig ist es, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und Fehler nicht zu wiederholen. Dass ein positiver Umgang mit Versäumnissen sinnvoll ist, zeigt auch der CEO Outlook. Denn 73 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Karriere schon einmal ernsthaft gescheitert zu sein. Aber daraus gestärkt hervorgegangen zu sein. Das zeigt: Auch Misserfolge zeichnen erfolgreiche Unternehmenlenker aus.

Angelika Huber-Straßer
  • Bereichsvorstand Corporates
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CEO Outlook 2019 Executive Summary

Für unseren CEO Outlook 2019 haben wir 125 Unternehmenschefs in Deutschland nach ihren Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage und den Herausforderungen, vor denen sie stehen, befragt. Die Ergebnisse finden sich in dieser Executive Summary.

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