CEO Outlook: Mehr als Trotz

Gerade der Technologieoptimismus ist ausgeprägt

Keyfacts

  • jährliche Umfrage unter den Konzernchefs
  • 125 CEOs aus Deutschland haben teilgenommen, 1.300 weltweit
  • 96 % der deutschen CEOs sehen die technologische Disruption als Chance
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Angelika Huber-Strasser
  • Bereichsvorstand Corporates
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Wenn einer den Markt kennt und fühlt, dann sind es die Chefs der deutschen Großunternehmen. Durch die hohe Internationalität ihrer Geschäfte und starke Technologiefokussierung spüren sie, wie die wirtschaftliche Lage ist und welche die wichtigsten Herausforderungen für sich und ihre Branche sind.

Ihre Einschätzungen haben wir in unserem CEO Outlook festgehalten. Auffällig ist dabei insbesondere die schwindende Zuversicht in das deutsche Wirtschaftswachstum. Aber auch der enorme Optimismus bezüglich der eigenen Fähigkeiten.

Lähmende Geopolitik, hohe Übernahmebereitschaft

95 % der deutschen Konzernchefs (und weltweit 90 %) sehen die Wachstumsaussichten ihres Unternehmens in den kommenden drei Jahren positiv, wenn auch auf eher bescheidenem Niveau. Sowohl weltweit als auch in Deutschland geht über die Hälfte der Konzernlenker davon aus, in den kommenden drei Jahren jeweils maximal um 2 % zu wachsen. Geopolitische Risiken sowie schädliche Entwicklungen durch den Klimawandel dämpfen die Erwartungen.

Dennoch: „Die gute Lage am Markt und die starke eigene Position führen zu einer hohen Übernahmeneigung. 76 % der deutschen CEOs bekundet ihre Bereitschaft zu M&A-Transaktionen“, hebt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates, hervor. Um die eigenen Wachstumsziele zu erreichen, setzen mehr deutsche CEOs auf strategische Allianzen (38 %) als auf organisches Wachstum (28 %).

Mehr Automatisierung – mehr Arbeit

Bemerkenswert ist der Blick auf die viel besprochene Automatisierung. Etwa zwei Drittel der Vorstandschefs (65 %) in Deutschland geht davon aus, dass in den kommenden drei Jahren durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotik mehr Arbeitsplätze geschaffen als abgebaut werden. Logische Konsequenz: Knapp die Hälfte der deutschen CEOs erwartet, in den kommenden drei Jahren die Mitarbeiterzahl um 6 bis 10 % zu erhöhen.

„Die Anwendungsfelder für die neuen Technologien wachsen rasant. Neue Geschäftsmodelle und Innovationen verändern alle Arbeitsbereiche und Branchen. Die CEOs erkennen das Potenzial und die Möglichkeiten zur Ausweitung ihres Geschäfts“, so Angelika Huber-Straßer.

Dabei scheinen es die deutschen Unternehmen kaum erwarten zu können. 82 % von ihnen dauern die Transformationsfortschritte zu lange – weltweit liegt dieser Wert bei nur 65 %. „Deutsche CEOs forcieren die digitale Transformation. Dieser Wille und die Bereitschaft zur Veränderung ist wichtig und muss von der Unternehmensspitze aus transportiert werden. Zahlreiche Vorstandschefs sind bereit, die Digitalisierung in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärt Philipp Ostermeier, Head of Strategy.

Bescheidene Erwartungen

Zugleich sind sie relativ zurückhaltend, was die Investitionserlöse betrifft: nur jeder Fünfte (19 %) geht davon aus, dass sich die Investitionen in Digitalisierung innerhalb der kommenden 12 Monate auszahlen werden – weltweit liegt die Quote mit 29 % deutlich höher. Drei von vier Befragten in Deutschland (73 %) rechnen hingegen mit einer Dauer zwischen einem und drei Jahren. „Investitionen in Digitalisierung korrelieren in den wenigsten Fällen direkt mit kurzfristigen Erträgen, wie man das aus dem laufenden Kerngeschäft regelmäßig erwarten darf. Es braucht ein Mindset und die Bereitschaft, abseits von klassischen Investitionserwartungen kalkulierte Risiken zu gehen“, betont Philipp Ostermeier.

In der durch die Datenschutz-Grundverordnung aktuell sehr präsenten Debatte um Kundendaten, nehmen sich die deutschen CEOs ein Stück weit aus der Verantwortung heraus. Nur jeder zweite Konzernlenker (48 %) in Deutschland (gegenüber 60 % weltweit) sieht sich beim Schutz der Kundendaten persönlich verantwortlich, um negative Folgen für das Kundenwachstum auszuschließen. Angelika Huber-Straßer: „Die Macht der Kunden nimmt weiter zu: Erfolg und Misserfolg liegen manchmal nur einen Klick auseinander. Um diese Herausforderung zu meistern, gibt es heute eine Vielzahl von – häufig KI-gestützten – Analysetools, die die Wünsche der digitalen Kundschaft sehr präzise aufzeigen. Doch Vorsicht: Mit dem ‚gläsernen‘ Kunden steigen auch die Risiken in Bezug auf Datenschutz und Vertrauen. Jeder Entscheider steht somit täglich vor der Herausforderung, die Vor- und Nachteile der neuen technologischen Möglichkeiten gegeneinander abwägen zu müssen.“

Die Executive Summary mit den deutschen Ergebnissen finden Sie hier. Die englischsprachige Gesamtausgabe liegt hier für Sie bereit.

Für den „Global CEO Outlook Survey“ wurden 1.300 Vorstandschefs von großen Unternehmen aus zehn Ländern befragt, darunter 125 aus Deutschland. Alle Unternehmen verzeichnen einen Umsatz von mindestens 500 Mio. US$; ein Drittel sogar von mehr als 10 Mrd. US$.

Angelika Huber-Strasser
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CEO Outlook 2018 Executive Summary

Ergebnisse einer Befragung von 125 deutschen CEOs im Rahmen des KPMG Global CEO Outlook 2018

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