Chinesen kaufen Luxus online und mobil

Umfangreiche KPMG-Studie zum E-Commerce in China vorgestellt

Keyfacts

  • Fünfzig Prozent der Chinesen kaufen ihre Luxusgüter online
  • In Pop-up Stores können Kunden die Ware testen und dann online bestellen
  • Die meisten Chinesen nutzen ein Smartphone für den Onlinekauf
Mark Sievers
  • Partner, Head of Consumer Markets
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Teuer, exklusiv und online: In China schließt sich das nicht aus. Fast die Hälfte der 10.150 Befragten der neuen E-Commerce Studie von KPMG sagen, dass sie schon jetzt fünfzig Prozent ihrer Luxusgüter online kaufen, Tendenz steigend.

Der Appetit auf die kostspieligen kleinen Extras des Lebens lassen sich die Chinesen etwas kosten. Die neue E-Commerce Studie „China´s Connected Consumers“ zeigt: Die Befragten geben online 25 Prozent mehr Geld für Luxus-Shopping aus als noch im Vorjahr.

Dabei ist der Grund für die Online-Luxus-Shopper nicht der vermeintlich günstigere Preis. Im Gegenteil: Die Studie belegt, dass Luxusgüter in China meistens zum vollen Preis bestellt werden. Auch Kunden in Deutschland kaufen zum nicht-reduzierten Preis: „Für deutsche Konsumenten steht bei der Onlinebestellung vor allem die zeitliche Unabhängigkeit und die große Artikelauswahl im Vordergrund. Außerdem ausschlaggebend für einen Einkauf im Internet sind die Bequemlichkeit der Lieferung nach Hause – erst danach folgen Preisvorteile“, sagt Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG in Deutschland.

Offline anschauen, online kaufen

62 Prozent der Befragten in China gaben an, eine Ware physisch im Geschäft angeschaut und sie danach online gekauft zu haben – wohingegen nur 48 Prozent angeben, die Ware online gesehen und dann im offline gekauft zu haben. Chinesische Onlineshops machen sich diesen Trend durch Pop-Up Stores zunutze. Denn in diesen temporär errichteten hippen Läden in Einkaufszentren können Kunden genau das tun: Ware testen und dann online bestellen. „Der Vorteil der Pop-Up Konzepte ist für Onlineanbieter ganz klar: Sie können den Offline-Kanal zeitlich befristet testen ohne ein hohes Risiko eingehen zu müssen“, sagt Sievers.

Blogs und soziale Netzwerke beeinflussen die Kaufentscheidung

Frauen und Männer in China unterscheiden sich kaum darin, wo sie lieber kaufen, im Laden oder im Netz. Es gibt aber einen gravierenden Unterschied beim Einfluss auf das Kaufverhalten durch Blogs oder Social Media. Frauen neigen fast drei Mal eher als Männer dazu, sich von Produktempfehlungen in Blogs oder sozialen Netzwerken beeinflussen zu lassen. Daher ist es für geschlechtsspezifische Produkte wie Damenkleidung oder Damenschuhe in China besonders wichtig, auf diesen Plattformen vertreten zu sein.

Shoppen per Smartphone

Das Smartphone ist in China im Vergleich zum Vorjahr noch wichtiger geworden. Während die Befragten im letzten Jahr lieber auf dem PC oder Laptop im Internet geshoppt haben, kaufen nun die meisten über ihr Smartphone ein – insbesondere die unter 40-jährigen, von denen über 50 Prozent täglich Onlineshops über das Smartphone aufrufen. „Auch in Deutschland wächst der Umsatz, der über mobile Endgeräte generiert wird stetig. Im direkten Vergleich kann dieser aber bisher nicht mit dem Verkauf über Laptops und stationäre PCs mithalten“, so Sievers. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) macht der Umsatzanteil des Mobile Commerce am Versandhandel in Deutschland aktuell nur etwa siebzehn Prozent aus.

Die gesamte Studie finden Sie hier.

Über die Studie: Intuit Research und WIMI haben im Auftrag von KPMG und Mei.com chinesische Konsumenten zu ihrem Kaufverhalten im Internet im Bereich Luxusgüter befragt. Zwischen Januar und Februar 2015 haben sich 10.150 Befragte an der Studie beteiligt. Diese kommen aus über 90 Städten aus allen chinesischen Provinzen und sind zwischen 18 und 50 Jahre alt.

Mark Sievers
  • Partner, Head of Consumer Markets
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