Compliance: Umweltschutz? Standard!

Integrierte Managementsysteme schaffen Synergien in der Chemie- und Pharmaindustrie.

Keyfacts

  • Zunehmende rechtliche Verpflichtungen
  • Compliance durch integrierte Managementsysteme
  • Unterstützung der internen Revision
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Joachim Ganse
  • Director, Audit
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Die Chemie- und Pharmaindustrie hat noch häufig genug mit Schwarz-Weiß-Klischees zu kämpfen: Immer wieder schreiben unterschiedliche Medien darüber, was die gesamte Branche nicht alles an umweltschädigenden Produkten auf den Markt brächte und was die Rückstände aus der Produktion mit unserer Natur machten.

Doch wie so häufig nützt das Schwarz-Weiß-Raster nur bedingt: Bei genauer Betrachtung lässt sich gerade in der Entwicklung der Standards eine Branche erkennen, die redlich bemüht ist, gesetzgeberisches Handel und den eigenen Anspruch mit erfolgreichem unternehmerischen Handeln zusammen zu bringen: Auf nationaler Ebene, in Europa sowie im internationalen Kontext werden immer größere Auflagen abverlangt. Hinzu kommen Selbstverpflichtungen, wie Responsible Care oder der Access to Medicine Index. Einige der Anforderungen, wie z.B. Seveso III, sind als Folge von Ereignissen mit bedeutenden Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung entstanden.

Wenn man sich vor Augen führt, wie vielschichtig diese Herausforderungen in der Umsetzung sind, dann ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Managementsysteme bereits in den 1970er Jahren Einzug in die Branche hielten.

Der zunehmenden Prozesskomplexität, rechtlichen Anforderungen an Produktsicherheit und –qualität musste, ebenso wie Kundenanforderungen, entsprochen werden.

Tatsächlich geht die weltweit genutzte Norm ISO9001 (Qualitätsmanagementsystem) auf genau diese Zeit zurück. Die britische Standards Institution (BSI) legte 1979 den BS 5750 auf, der als Vorläufer der heute bekannte ISO9000er Normserie gilt.

Seit 1946 hat sich die International Standards Organisation (ISO) zum Dreh- und Angelpunkt für weltweit gültige Regelungen entwickelt. Sie ist eine unabhängige, nichtstaatliche internationale Organisation mit 163 nationalen Normungsgremien. Die Mitglieder bringen Experten zusammen, um freiwillig und im Konsens marktrelevante internationale Standards zu entwickeln, die Innovation unterstützen und Lösungen für globale Herausforderungen bieten.

Durch die unabhängige Zertifizierung nach einer ISO-Norm können heute Aussagen zur Qualitätssicherung und Prozessen verlässlich gemacht werden. So können Markenversprechen und Qualitätsansprüche nachhaltig gesichert werden und Unternehmen sich von ihren Konkurrenten absetzen.

Auf die seit der 70er und 80er Jahren steigenden Anzahl an Umweltauflagen und damit einhergehenden Kundenanforderungen reagierte die ISO mit der Einführung der ISO14001 Norm zum Umweltmanagement in den 90ern.

2011 folgte dann die Norm ISO50001 zu Energiemanagementsystemen, um den gestiegenen Rechtsanforderungen wie beispielsweise die EU-Energieeffizienzdirektive, den volatilen Energiepreisen sowie den neuen Erkenntnissen über die Auswirkung von Emissionen gerecht zu werden und Unternehmen zu unterstützen ihren Energieverbrauch zu optimieren.

Synergien nutzen – Integrierte Managementsysteme

Die Novellierungen der ISO14001 (2000/2004) sowie der ISO9001 verdeutlichen, dass die Normen eine Reihe von Anforderungen teilen. Die logische Konsequenz heißt Synergien nutzen. Die Integration von Managementsystemen ist unter dem Gesichtspunkt der Compliance, Verantwortlichkeiten oder Änderungsmanagement sinnvoll und den jeweils damit verbundenen Risiken und dem Risikomanagement. Gleichzeitig verschlankt die Integration parallele Strukturen. Man spricht dann von einem QHSE-System. QHSE ist das englische Akronym für Qualität, Gesundheit und Arbeitssicherheit sowie Umweltschutz. (Quality, Health and Safety, Environment)

Mit unterschiedlichen Mandanten der Chemiebranche sind wir diesen Weg gegangen und haben ein integriertes Managementsystem (IMS) für QHSE-Aspekte entwickelt oder bereits bestehende Systeme dahingehend angepasst.

Gerade weil die Branche zurzeit unter starkem Restrukturierungdruck steht, ist es häufig unumgänglich Prozesse systematisch zu erfassen,, um rechtlichen Anforderungen weiterhin gerecht zu werden und Know-how langfristig zu sichern.

Derzeit ist es oft so, dass in großen Unternehmen unterschiedliche Bereiche quasi an derselben Sache arbeiten. Ein IMS ist durch die Nutzung von Synergieeffekten und den Wegfall von Parallelstrukturen deutlich effizienter als parallel gepflegte Einzelsysteme.

Das ist noch nicht alles: Ein funktionsfähiges integriertes Prozessmanagement ist Grundlage für jedwede Effektivität, die präventiv Fehler aufdeckt.

Verschiedene Managementsysteme verlangen eine Berichterstattung an die Geschäftsleitung.

Die daraus entstehende Dokumentationspflicht ermöglicht zudem eine effiziente und kostenschonende Durchführung von internen und externen Audits – einschließlich der internen Revision, der Erstellung von Jahresabschlüssen und der Sicherung der Rechtskonformität.

Ein IMS ermöglicht folglich eine deutlich effizientere Unternehmenssteuerung und die flexible Anpassung an umfassende (rechtliche) Anforderungen in einem dynamischen, stark international ausgerichteten Umfeld.

Joachim Ganse
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