Carve-out: Einfach gut abschneiden

Das Abspalten von Unternehmensteilen ist hoch komplex. Softwaregestützt gelingt es besser.

Keyfacts

  • Carve-out verdreifacht das Kapital.
  • Carve-out kann das Dreifache kosten.
  • Mit guter Software schneller erfolgreich.
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Ewelina Hmyzo
  • Senior Managerin
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Als Chirurg wollte der CFO eines international aufgestellten Maschinenbauers nie arbeiten. Für sein jüngstes Projekt braucht er aber ein ebenso akkurates handwerkliches Können wie für eine OP am offenen Herzen. Denn er soll eine Sparte seines Unternehmens im laufenden Betrieb ausgliedern und als eigenständige Geschäftseinheit etablieren und verkaufen. Dafür muss er Schnitte machen, die alle Funktionen sauber und ohne negativen Folgen für das verbleibende Geschäft trennen.

Operation gelungen, Patient tot?

Doch wo genau soll er die tiefgehenden gemeinsamen Verbindungen kappen? Setzt er beim Carve-out falsch an, ist entweder der ausgegliederte Unternehmensteil nicht überlebensfähig oder die übrige Firma mit hohen Folgekosten belastet. Um das zu verhindern, betreibt der CFO einen erheblichen Aufwand. Es geht ja um Einiges: schätzungsweise werden min. 5% des erzielbaren Verkaufserlöses für die Trennung im Vorfeld ausgegeben. Der CFO stellt interne Teams auf und heuert externe Berater an. Er führt lange Checklisten, archiviert Hunderte E-Mails und bewahrt nach Meetings stapelweise Flipchart-Bögen auf. Dennoch nagen andauernd Zweifel an ihm. Hat er wirklich alles bedacht? Ist ihm vielleicht doch ein Fehler unterlaufen? Seine Sorge ist berechtigt.

Null Fehlertoleranz

Carve-outs haben großes Potenzial. Sie können das eingesetzte Kapital verdreifachen. Sie können aber auch doppelt so lange dauern und ein Vielfaches des Geplanten kosten. Um sich gesund zu schrumpfen, stoßen Unternehmen unrentable Produktlinien ab oder bringen komplette Bereiche auf den Markt, um so erhebliche Kapitalsummen für Geschäftsentwicklung zu heben. Deshalb ist das Verfahren meistens Chefsache. Federführend entwerfen CEO, CFO und Head of Strategy das Schnittmuster für die Trennung. Die Umsetzung ist eine außerordentlich komplexe Präzisionsarbeit, die keine Fehler verzeiht.

Schneiden und scheiden

Beim Carve-out dürfen keine vitalen Funktionen der Betriebsteile beeinträchtigt werden. Das ist umso schwieriger, je enger die zur Abspaltung freigegebenen Segmente mit der Unternehmensbasis verflochten sind. Spätestens dann, wenn über die bislang bestehenden Verbindungen der an sich schon hochkomplexen Bereiche wie Finance, IT oder HR hinaus auch operative Bereiche wie Einkauf und Logistik auf dem OP-Plan stehen, ist großes Geschick erforderlich. Viel Feingefühl braucht es auch, um das Geflecht aus Verträgen, Genehmigungen und sonstigen von Dritten abhängigen Verhältnissen herauszulösen. All das muss ebenso behutsam wie konsequent geschehen.

Darüber hinaus braucht das Projekt einen zeitlichen Rahmen. Und zwar nicht nur hinsichtlich seiner Dauer. Mindestens so wichtig ist die Frage: Soll die scheidende Geschäftseinheit nur für einen Tag, also genau zum „Day 1“ abgetrennt oder grundsätzlich autark sein? Eine längere Selbstständigkeit führt zwar zu einem erhöhten organisatorischen Aufwand und mehr Kosten, weil viele Funktionen und Arbeitsplätze vorübergehend parallel bestehen müssen. Aber im Gegenzug ist eine autonome Sparte attraktiver, weil sie Zugang zu nicht strategischen Käufergruppen eröffnet bzw. keine Festlegung auf einen bestimmten Käufer in einem sehr frühen Stadium verlangt.

Permanent kontrollieren, permanent korrigieren

Für die verantwortlichen Manager bedeutet ein Carve-out stetes Agieren und Reagieren. Vom Anfang bis zum Ende der Transaktion passen sie immer wieder den Fahrplan an, müssen Unmengen von Daten interpretieren, Informationen aus zahlreichen Quellen bewerten sowie daraus Aufgaben ableiten, verteilen und ihre Umsetzung überwachen. Von ihrem Sachverstand und der Fähigkeit, alle Themen und Risiken entsprechend ihrer Priorität im Blick zu behalten, hängt es maßgeblich ab, ob die Operation gelingt. Die Frage, ob etwas „durchgerutscht“ ist, kann da manch schlaflose Nacht bereiten. Ganz zu schweigen von der Unmenge an Daten und Informationen, die man jeden verarbeiten muss.

Einfach „unvergesslich“: Digitales Transaktionsmanagement

Wenn wir Stichwörter wie „Verarbeitung großer Datenmengen“ und „Visualisierung der so gewonnen Informationen“ hören, müssen wir unweigerlich an digitale Lösungen denken. Nicht anders ist es im Themengebiet rund um das Transaktionsmanagement. Eine spezialisierte webbasierte Software hilft dabei, Daten aus vielen dezentralen Quellen zu sammeln und aggregieren. Sie kann 24/7 den gesamten Prozess verfolgen, den Status und die finanziellen Auswirkungen visualisieren. Sinnvollerweise wird eine digitale Lösung direkt am Anfang des Prozesses eingesetzt, d.h. sobald das Schnittmuster klar ist. Spätestens 100 Tage vor Day 1 sollten alle Aufgaben und Themen erfasst und mit Zeitschiene und Verantwortlichkeiten belegt werden. Empfehlenswert ist auch hier schon die für die jeweiligen Bereiche entscheidenden finanziellen und operativen Kennzahlen zu erfassen, um den Einfluss der Trennungsaktivitäten zu messen. Eine gute Software kombiniert diese zeitlichen und inhaltlichen Komponenten und ergänzt sie um strukturierte Kontextinformationen zu Entscheidungsbedarfen und Projektrisiken.

„Wie läuft der Procurement Stream? Kommt die juristische Abnabelung in den Niederlanden planmäßig voran?“ Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen sind nur wenige Klicks entfernt und von überall zugänglich. Innerhalb kürzester Zeit bringt eine digitale Lösung die Führungskräfte auf den neuesten Stand. Die Ergebniskontrolle zeigt ihnen, wo es gut läuft, wo es hapert und wo nachjustiert werden sollte. Transaktionskosten und Transaktionsnutzen lassen sich so fortwährend einander gegenüberstellen – unabhängig von Abteilungs- und Ländergrenzen.

Ausgliedern und mehr – mit System

Als Drehscheibe für den übergreifenden Datenaustausch konzipiert, ist eine probate webbasierte Plattform eine umfassende und konsistente Informationsquelle für alle Beteiligten. So verschwindet kein Problem in den Tiefen des individuellen E-Mail Postfachs in einer von hunderten „cc“ Emails. Es geht keine Information verloren und kein To-Do kann vergessen werden. Das gilt ebenfalls für das im Laufe des Planungsprozesses im System dokumentierte operative Wissen von Mitarbeitern, die am Carve-out beteiligt sind, aber anschließend abwandern. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen hält eine digitale Lösung zuverlässig fest. Die Gefahr, etwas zu übersehen oder zu vergessen, sinkt damit erheblich. Gleichzeitig steigen die Erfolgsaussichten eines Carve-out an, wenn dieses Wissen im Rahmen des häufig anschließenden Integrationsprojektes mit der Organisation des Käufers aktiv aufgenommen wird. So kann für die Verantwortlichen des ausgegliederten Geschäftsteils ein flexibles System ein zuverlässiger Begleiter in diesen herausfordernden Transformationsprozessen sein.

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