Das Investitionsdilemma der Krankenhäuser

Gesundheitsbarometer von KPMG mit aktuellen Branchentrends erschienen

Keyfacts

  • Neues Gesetz löst Finanzierungsmisere nicht
  • Effizienz der Kliniken verschärft das Problem
  • Alternative Finanzierungen sind gefragt
Prof. Dr. Volker Penter
  • Partner, Niederlassungsleiter
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Das Gesundheitsbarometer ist ein Fachmagazin der Gesundheitswirtschaft von KPMG. Hier informieren wir quartalsweise über aktuelle Themen und Fragestellungen der Branche aus den Bereichen Gesundheitspolitik, Krankenhaus und Rehabilitation, Pflegeeinrichtungen, Sozialversicherungsträger sowie Medizintechnik, Pharmazeutische Industrie und Biotechnologie. Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe: Finanzierung.

Krankenhausstrukturgesetz löst Finanzierungsmisere nicht

Auf dem 19. Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit vom 8. bis 10. Juni in Berlin ging es um aktuelle und künftige Entwicklungen im Gesundheitswesen. Ein Thema: „Politik im Rückwärtsgang: Krankenhäuser brauchen aktives Finanzmanagement”.

Krankenhäuser stehen in Zukunft mehreren Herausforderungen gegenüber – eine der größten ist die Finanzierungsfrage. Wie können Kliniken zukünftig genug Mittel generieren, um eine Versorgung zu gewährleisten, die sowohl den gewachsenen Ansprüchen der Patienten, dem Kampf um Fachkräfte und dem verstärkten Wettbewerb Rechnung trägt?

In seinem Vortrag forderte Prof. Dr. Volker Penter, Head of Healthcare bei KPMG, „mehr Ehrlichkeit in der Krankenhausfinanzierung.“ Diese steht auf zwei Säulen: Die Betriebskosten werden von den Krankenkassen bezahlt, die Länder sind für die Investitionen zuständig. Seit vielen Jahren sinken jedoch die öffentlichen Investitionsmittel – bei steigenden Aufwendungen von Krankenhäusern: „Die Investitionsfinanzierung durch die Länder ist eine ewige Bau­stelle. Das Krankenhausstruktur­gesetz ändert daran nichts“, so Volker Penter.

Das Krankenhausstruktur­gesetz (KHSG) war Anfang des Jahres in Kraft getreten. Darin verpflichten sich die Länder dazu, in den Jahren 2016 bis 2018 mindestens die in den Haushaltsplänen der Jahre 2012 bis 2014 ausgewiesenen Mittel für die Krankenhausfinanzierung in ihrer durchschnittlichen Höhe beizubehalten und um die Landesmittel zur Finanzierung von Projekten aus dem Strukturfonds erhöhen. Aus der Zielvorgabe erwächst jedoch keine konkrete Verpflichtung.

Alternative Finanzierungsformen sind gefragt

Hinzu kommt: „Die Krankenhäuser in Deutschland sind heute wesentlich produktiver als vor 20 Jahren. Die Behandlungskapazität ist seit 1992 um 35 Prozent gestiegen – bei stark gesunkener Auslastung: von 83,9 Prozent im Jahr 1992 auf nur noch gut 77 Prozent im Jahr 2012“, so Penter in seinem Vortrag.  Dabei gilt Auslastung von 85 Prozent als optimal. „Die Effizienz der Kliniken verschärft das Finanzierungsproblem zusätzlich“, erklärt Penter.

Da sich der Finanzbedarf von Krankenhäusern häufig nicht mehr mit den traditionellen Instrumenten der Krankenhausfinanzierung decken lässt, rücken zunehmend alternative Finanzierungsquellen in den Fokus. Aber welche Instrumente kommen dabei überhaupt in Frage? Und wie müssen sich Krankenhäuser bei der Finanzierung von Investitionen zukünftig ausrichten und strategisch aufstellen?

Lesen Sie dazu mehr in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsbarometers.

Wege und Irrwege zu mehr Qualität in Krankenhäusern

Bei der neuen Krankenhausreform geht es auch um mehr Qualität und mehr Wettbewerb. Dr. Bernard große Broermann, Gründer und Gesellschafter der Asklepios Kliniken, sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung:  „Grundsätzlich ist das ein begrü­ßenswerter Ansatz, Qualität als Maßstab im Gesundheitswesen und für Vergütung heranzuziehen. Asklepios steht seit Jahren für Qualitätsmanagement und Trans­parenz“, erklärt große Broermann im Interview.

Er macht aber auch deutlich, dass eine höhere medizinische Ergebnisqualität auf breiter Basis insbesondere durch eine Konzentration von Fallzahlen auf bestimmte Krankenhäuser erreicht wird:  „Der Zusammenhang wurde unter anderem auch im Rahmen von evidenzbasierten Studien, beispielsweise durch die Martini-Klinik am Universitätskli­nikum Eppendorf in Hamburg in Bezug auf die Behandlung von Prostatakrebs, bewiesen.“ Der Gesetzgeber will jedoch mit dem neuen KHSG Mehrleistungen mit einem Mehrleistungsabschlag von 40 bis 50 Prozent über fünf Jahre bestrafen: „Die Erhöhung des Mehrleistungsabschlags hin­dert die Möglichkeit, die Quali­tät zu verbessern“, kritisiert der Asklepios-Gründer.

Mehr in der aktuellen Ausgabe.

 

Prof. Dr. Volker Penter
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