Datenaffin und nachhaltig – Frauen in Führungspositionen

Global Female Leaders Outlook: Befragung unter mehr als 1.100 weiblichen Führungskräften

Keyfacts

  • Nachhaltiges Handeln steht bei Top-Managerinnen im Fokus.
  • Bei der Entscheidungsfindung greifen weibliche CEOs häufig auf Erkenntnisse aus Datenanalysen zurück.
  • Weibliche Führungskräfte sehen eine Quote skeptisch.
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Angelika Huber-Straßer
  • Bereichsvorstand Corporates
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Seit Oktober steht mit Jennifer Morgan eine Frau an der Spitze des Softwarekonzerns SAP. Die Amerikanerin – die mit Christian Klein das Führungsduo bildet – steuerte unter anderem die Umstellung des Unternehmens auf das Cloudgeschäft, ist ein Technologieprofi und sie setzt sich für Vielfalt und Gleichstellung ein. Die Schwerpunkte, die sie setzt, zeigen sehr gut, welche Themen Frauen wichtig sind, um Unternehmen voranzutreiben und sie decken sich mit den Erkenntnissen aus unserem Global Female Leaders Outlook (GFLO), für den wir die Antworten von mehr als 1.100 Frauen weltweit ausgewertet haben.

Nachhaltigkeit als Motivation

Vor allem das Thema Nachhaltigkeit steht bei den meisten Top-Managerinnen im Fokus. In der Befragung gibt knapp die Hälfte an, dass langfristiger Erfolg für sie die größte Motivation ist. Weitere 23 Prozent motiviert der Gedanke, einen positiven Fußabdruck in der Welt zu hinterlassen. Nachhaltigkeit bedeutet für weibliche Führungskräfte unter anderem, so zu agieren, dass das Geschäftsmodell möglichst lange Bestand hat und erfolgreich ist.

Zusammenarbeit mit Start-ups verstärken

Ein Mittel: Neue Entwicklungen und Technologien in das Unternehmen zu integrieren. Dabei helfen können zum Beispiel innovative Start-ups. 51 Prozent der befragten Frauen sehen in der Zusammenarbeit mit ihnen einen Hauptwachstumstreiber.

Datenanalysen unterstützen die Entscheidungsfindung

Die Befragung zeigt außerdem, dass Top-Managerinnen datenbasierten Analysen großes Vertrauen schenken. Der Vergleich mit dem CEO Outlook, eine Befragung unter Führungskräften, macht deutlich: Während in vielen Führungsetagen Entscheidungen aufgrund persönlicher Erfahrungen oder Bauchgefühl getroffen werden, zeigen sich die weibliche Spitzenkräfte deutlich datenaffiner. Die Ergebnisse der Datenauswertungen werden unter anderem dazu genutzt, die Wertvorstellungen der Kunden in Bezug auf Umwelt, soziales Engagement und Unternehmensführung abzubilden. So geben 83 Prozent der weiblichen CEOs an, ihr Kundenverständnis auf Basis von Datenanalysen in den letzten Jahren signifikant verbessert zu haben.

Wenig Transparenz beim Thema Bezahlung

Weibliche Führungskräfte nutzen neuen Technologien (zum Beispiel Künstliche-Intelligenz-Anwendungen), um ihr Unternehmen im Wettbewerb zu positionieren. Das ist die eine Erkenntnis. Eine andere: 51 Prozent der Top-Managerinnen in Deutschland sind überzeugt, dass sie für den nächsten Karriereschritt das Unternehmen wechseln müssen und nur 28 Prozent sind außerdem überzeugt, im Unternehmen weiter aufzusteigen zu können. Und auch beim Blick auf gleiche Bezahlung geben nur 41 Prozent der CEOs an, Transparenz über die Gehaltsstrukturen im Unternehmen zu haben. Weibliche Führungskräfte werden in der Wirtschaft zwar immer selbstverständlicher. Dennoch gibt es weiterhin Handlungsfelder auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung der Geschlechter.

Top-Managerinnen sehen Quote kritisch

Interessant ist, welche Lösungen die von uns befragten Frauen hier sehen. Nur ein Fünftel hält Vorgaben, wie etwa eine Quote, für ein sinnvolles Instrument, um zu mehr Geschlechtergleichheit zu gelangen. Um den nächsten Schritt zu gehen sehen die meisten (67 Prozent) zunächst die Unternehmen in der Pflicht, den Kulturwandel und das Verständnis für Geschlechtergleichheit voranzutreiben. Doch nicht nur die Unternehmen sind gefordert – selbst ist die Frau. Ein großer Teil der Befragten engagiert sich in Förderprogrammen, um den Weg für die nächsten Generationen Top-Managerinnen zu ebnen.

Wie uns die sozialen Medien helfen können

Ich bin fest überzeugt, dass wir Frauen offensiv mit unseren Blickwinkeln und Kompetenzen umgehen sollten. Ein guter Ort dafür sind die sozialen Medien. Tweets und Posts haben in den vergangenen Jahren eine Macht entwickelt, die wir uns zu Eigen machen können. Wer sich zu bestimmten Themen auf LinkedIn oder Twitter positioniert, kann so das Bewusstsein für Themen schärfen. Wie gut dieses Agenda-Setting funktionieren kann, haben etwa die Klima-Aktivistinnen bewiesen. Ihnen ist es auch über die sozialen Medien gelungen, das Bewusstsein für ihr Thema zu schärfen. Und es zeigt Wirkung: In den Chefetagen nimmt das Thema eine immer wichtigere Rolle ein.

Ein Bewusstseinswandel ist möglich

Um einen Bewusstseinswandel zu erreichen, sollten wir noch stärker und selbstbewusster unsere Positionen vertreten und klarmachen, wie wir Führung verstehen und Unternehmen nachhaltig erfolgreich aufstellen.

Angelika Huber-Straßer
  • Bereichsvorstand Corporates
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Global Female Leaders Outlook

Nachhaltigkeit und langfristige Ausrichtung sind für weibliche Führungskräfte wichtiger als der kurzfristige Erfolg. Das ist ein Kernergebnis unseres Global Female Leaders Outlook, für den wir weltweit Entscheidungsträgerinnen befragt haben.

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