Davos: Wie weiter nach dem Weltwirtschaftsgipfel?

CEOs blicken optimistisch in die Zukunft

Keyfacts

  • Teilnehmer blicken optimistisch in die Zukunft
  • US-Steuerreform erhöht Druck in EU
  • Deutschland wird für ausländische Investoren immer attraktiver
Karl Braun
  • Partner, Head of Markets Europe, Middle East, Africa
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Die Anspannung im Vorfeld war hoch: Wie würde US-Präsident Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auftreten? Alljährlich zum Jahresanfang zieht das World Economic Forum (WEF) Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Kultur in die Schweizer Berge – unter ihnen auch den US-Präsidenten. Anders als sonst aber agierte Trump eher moderat und um Ausgleich bemüht. „Sein Auftritt war zurückhaltender und gedämpfter als in der Vergangenheit“, sagt Karl Braun, der als Vorstandsmitglied von KPMG Deutschland seit mehreren Jahren am Weltwirtschaftsforum teilnimmt.

So sei im Vergleich zur Inaugurationsrede Trumps auffällig, dass die Handschrift des einstigen Chefstrategen Steve Bannons mittlerweile fehle, so Braun. Bannon war wegen seiner mitunter rechtsradikalen Ansichten umstritten und als Wahlkampfleiter des US-Präsidenten im Sommer abgetreten.

KPMG als WEF-Partner vor Ort

Als strategischer Partner des WEF war auch in diesem Jahr wieder eine Delegation von KPMG beim Forum anwesend und diskutierte Trends und Herausforderungen der kommenden Jahre. Vorstandsmitglied Braun stellte einen „beachtlichen Optimismus“ bei vielen CEOs und Entscheidern fest. „Viele blicken voller Zuversicht in die Zukunft. Das wird über kurz oder lang zu mehr Transaktionen und Wachstum führen“, sagt Braun. Zum einen sei mit wachsenden Investments in Anlagen und Maschinen zu rechnen, zum anderen sei ebenfalls absehbar, dass eine Vielzahl an Unternehmen künftig noch stärker darin investieren würden, ihre eigenen Firmen für die Anforderungen der Digitalisierung zukunftssicher aufzustellen.

Vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Steuerreform, die von vielen Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums wohlwollend aufgenommen wurde, sieht KPMG-Vorstandsmitglied Braun auch die EU unter Zugzwang. „Ich glaube, dass das Thema Steuersenkungen künftig auch in Deutschland und Frankreich wieder stärker auf die Agenda gesetzt werden wird.“

So sei in den vergangenen Jahren feststellbar geworden, dass immer mehr Staatenlenker Gipfeltreffen dazu nutzen würden, sich als „oberste Werber“ ihrer eigenen Länder für eine gemeinsame Wirtschaft und globalen Handel zu empfehlen. Beispielhalft sei dieses Verhalten beim US-Präsidenten zu beobachten, so Braun. Aber auch der indische Premierminister Narendra Modi hätte – neben seinen Appellen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz – bei seinem Auftritt in Davos „keinen Zweifel daran gelassen“, dass auch das von ihm repräsentierte Land sowohl als Handelspartner wie auch als Produktionsstandort für regionale Investments immer interessanter werde, so Braun.

Deutschland auf Wachstumskurs

Vor diesem Hintergrund könne auch die Bundesrepublik ihre Zurückhaltung „ein Stück weit aufgeben. Wir brauchen uns mit unserer ausgezeichneten Infrastruktur und dem hohen Bildungsniveau weltweit sicher nicht zu verstecken“, sagt Braun – und verweist auf die unlängst veröffentlichte KPMG-Studie „Business Destination Germany 2018“. 93 Milliarden Euro investierten ausländische Unternehmen der Studie zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland – mehr als doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren.

„Der Optimismus steigt“, konstatiert auch Angelika Huber-Straßer, die als Bereichsvorstand Corporates bei KPMG Deutschland ebenfalls nach Davos gereist war. So wiesen die in letzter Zeit beobachteten Investments klar in Richtung Wachstum. „Es geht vielen Unternehmen nicht nur um Statuserhalt, sondern um ein größeres Stück vom Kuchen“, so Huber-Straßer.

Dazu gehöre auch, dass Überlegungen zu mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft mittlerweile auf der Unternehmens-Agenda oben angekommen seien. „Nachhaltiges Wachstum ist längst nicht mehr nur ein Exotenthema für NGOs, sondern auch in den Unternehmen selbst“, sagt Huber-Straßer. „Auch Frauen und Diversity waren ein großes Thema in Davos. Erfreulicherweise kommen zu diesen Veranstaltungen mittlerweile auch immer männliche Teilnehmer, die sich Gedanken über mehr Diversity machen“, so Huber-Straßer.

Sie wollen mehr darüber erfahren, wie ausländische Investoren den Wirtschaftsstandort Deutschland bewerten? Zur Studie geht es hier.

Karl Braun
  • Partner, Head of Markets Europe, Middle East, Africa
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