Deutsche Unternehmen zögern bei IT-Outsourcing

Microsoft bietet künftig einen Cloud-Dienst für den deutschen Markt

Keyfacts

  • Scheitern des Safe-Harbor-Abkommens bringt den Cloud-Markt in Bewegung
  • Microsoft trägt den Sicherheitsbedenken deutscher Unternehmen Rechnung
  • Transformations-Beratung von Experten bietet Wettbewerbsvorteil für Cloud-Nutzer
Peter Heidkamp
  • Partner, Head of Technology
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Cloud-Computing wird für Unternehmen immer interessanter: Doch die Entwicklung ist gehemmt. Viele Nutzer haben Sicherheitsbedenken, weil der Großteil der Anbieter Daten in die USA überträgt und dort verarbeitet. US-Anbieter Microsoft bietet künftig einen exklusiven Dienst für den deutschen Markt an.

Durch die kürzlich getroffene Entscheidung des EuGH bezüglich des Safe-Harbor-Abkommens, welches Unternehmen den Transfer personenbezogener Daten in die USA erschwert, steht der Cloud-Markt vor neuen Herausforderungen und Chancen. Eines der in diesem Markt agierenden Unternehmen ist Microsoft. Neben den Wettbewerbern wie Google oder Amazon trägt auch Microsoft den Entwicklungen Rechnung. Das Unternehmen reagiert nun mit der Entscheidung, Rechenzentren in Deutschland zu eröffnen.

Das Unternehmen wird so künftig Cloud-Services aus Deutschland anbieten, ohne dass dabei Daten ins Ausland übermittelt werden. Laut Microsoft-CEO Satya Nadella sollen Datenzentren in Frankfurt/Main und Magdeburg gegründet und zusätzliche europäische Rechenzentren ausgebaut werden. Die Telekom fungiert dabei innerhalb Deutschlands über die Tochter T-Systems als „Datentreuhänder“, so Nadella. Microsoft biete lediglich den Service an und habe keinen Zugang zu den Daten, die ausschließlich von T-Systems verwaltet werden, so das Unternehmen weiter.

„Die Problematik des Datentransfers ins Ausland wird durch die Regionalisierung der Rechenzentren und des Datenzugriff in den nationalen Rechtsraum gelöst. Das Engagement von Microsoft wird den deutschen Cloud-Markt massiv beeinflussen. Wettbewerber, die ausschließlich US-amerikanische Rechenzentren anbieten, müssen sich darauf einstellen, dass Kunden zum Modell vor Ort wechseln“, erklärt Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG. Weitere internationale Anbieter stehen somit unter Zugzwang, ihre IT-Infrastruktur an das Sicherheitsbedürfnis der deutschen Kunden anzupassen. Denkbar ist, dass durch das Engagement von Microsoft in Deutschland die Nachfrage an Cloud-Computing anzieht.

Die von KPMG und Bitkom Research herausgegebene Studie Cloud-Monitor 2015 untermauert das Sicherheitsbedürfnis der Cloud-Kunden. „Ich bin gespannt auf die Reaktion der deutschen Unternehmen in den nun beginnenden Umfragen für den Cloud-Monitor 2016“, erklärt Heidkamp weiter. „Auch wenn die Zeit nun ideal ist, um in die Cloud zu gehen, bei der Durchführung von Cloud-Transformations-Projekten gilt es denn noch vieles zu beachten. Eine fundierte Transformations-Beratung von Experten kann dabei eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung spielen und somit einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil für den Cloud-Nutzer darstellen.“

Peter Heidkamp
  • Partner, Head of Technology
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