Diese sechs Punkte sind essentiell für die digitale Stadt der Zukunft

Bildung und Teilhabe für Jedermann - Lösungsansätze für die digitale Infrastruktur

Keyfacts

  • Transparente Angebote sind Teil der Daseinsvorsorge.
  • Medienkompetenz sollte in den Lehrplänen berücksichtigt werden.
  • Gute Infrastruktur ist essentiell.
Städtevergleich im Überblick
Hartfrid Wolff
  • Manager Öffentlicher Sektor Corporates
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Mal eben etwas auf dem Laptop nachschauen, eine Reise am Computer buchen, mit Freunden chatten, skypen, weltweit Kontakte halten und pflegen – all das ist dank der Digitalisierung längst Alltag. Doch in vielen Schulen und Verwaltungen ist die digitale Infrastruktur noch ausbaufähig. Dabei kommt Städten und Kommunen in diesem Punkt eine äußerst wichtige Aufgabe zu. Sie tragen als Bildungsträger die Verantwortung Menschen technisch und gesellschaftlich auf dem neuesten Stand zu halten.

Digitale Infrastruktur ist essentiell

Es gilt deswegen: Eine digitale Stadt ist ohne Teilhabe nicht denkbar. Die Basis dafür ist Bildung im Umgang mit digitaler Technik. So kann die Grundlage für eine moderne und neue Bürgergesellschaft geschaffen werden. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Infrastruktur – sie ist essentiell, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Zu einer guten Infrastruktur gehören: die Gigabit-Gesellschaft, der Breitbandausbau, WLAN, 5G und eine ausreichende IT-Sicherheit.

Investitionen in die Infrastruktur sind die Zukunftsaufgabe jeder Institution – sei sie privat, staatlich oder in Selbstverwaltung. Neben der technischen Infrastruktur ist auch die menschliche Basis zu schaffen – digitale Bildung, Ausbildung, Fortbildung schaffen die Voraussetzung für die digitale Transformation. Die technische Fertigkeit ist das eine, die Akzeptanz und die kulturelle Fähigkeit das andere. Für den Erfolg der ersten Schritte wie der gesamten Gestaltung einer digitalen Gesellschaft sind das Change Management und die Nachhaltigkeit der Maßnahmen entscheidend.

Transparente Angebote sind Teil der Daseinsvorsorge

Natürlich ist jeder selbst verantwortlich, sich mit der neuen Technik und den Anforderungen vertraut zu machen. Der mündige Bürger informiert sich und nutzt dann die für ihn besten Angebote der privaten und öffentlichen Anbieter. Dass diese transparent und neutral zur Verfügung stehen, ist Aufgabe der Daseinsvorsorge.

Medienkompetenz sollte in den Lehrplänen berücksichtigt werden

Staat und Kommunen haben einen ergänzenden Erziehungsauftrag dort, wo elterliche Fürsorge versagt und wo diese nicht geleistet werden kann. Medienkompetenz sollte dabei unbedingt in den Lehrplänen berücksichtigt werden. Wichtige Punkte hierbei sind: die Rezeption von Nachrichten im Internet, das Verhalten in sozialen Netzwerken, Cybermobbing, der Umgang mit sensiblen Daten, die Konfrontation mit strafbaren Inhalten und die Sexualaufklärung.

Diese sechs Punkte sollten dabei bedacht werden:

  • Eine Ausstattung mit modernsten Medien in weiterführenden Schulen, am besten schon in den Grundschulen. Das hilft, um ein Verständnis für die Hardware zu schaffen und einen selbstverständlichen Umgang damit zu erreichen. Breitbandanschlüsse, WLAN, Tablets, Smartboards und die Schul-Cloud sind ebenfalls unerlässlich – die Autonomie vor Ort sollte aber gewahrt bleiben.

 

  • Dabei sollten klare Regeln formuliert werden, wann welche Beschaffung, welche Lizenz und welcher Standard genutzt werden. Vor allem sollte geklärt werden, ob man auf die kommunale Infrastruktur oder die inhaltliche Ausrichtung und Software der Bundesländer, die die Kultushoheit ausüben, zurückgreift. Diese immer wieder problematisierte Schnittstelle darf nicht länger die Kosten treiben und neue Wege hindern.

 

  • Die Investitionen in Lehrer und Ausbilder bilden den Grundstock. Nicht nur in der technischen Fähigkeit, sondern vor allem auch als Vorbild. Mit Motivation und Offenheit kann die Begeisterungsfähigkeit für das Neue gestärkt werden.

 

  • Immer wieder stattfindende Ideenwettbewerbe und Hackathons. Gerade der Schüler tragen dazu bei, innovative Lösungen zu ermöglichen. Auch sollte die Bürgergesellschaft vor Ort die Kreativität und positive Unbefangenheit der Schüler nutzen und sie stärker in ein kommunales Innovationsmanagement einbinden.

 

  • Regelmäßige Bildungs- und Fortbildungsangebote für alle Bevölkerungsgruppen. Sie bieten die Möglichkeit zur Schulung und zum barrierefreien Zugang zum Cyber-Raum.

 

  • Die stärkere Vernetzung der unterschiedlichen Angebote von Stadt und Kommune, Schulen, Wirtschaft, Handel, privaten wie öffentlichen Bildungsträgern aller Art, Hochschulen oder Werkstätten zur Sicherung und Entwicklung der Medienkompetenz und der Stärkung des lebenslangen Lernens.

 

Viele weitere Maßnahmen sind denkbar; insofern können dies nur exemplarische Anregungen sein. Klar ist aber: Die Kenntnisse und genutzten Erfahrungen über die Möglichkeiten des Cyberraums, deren Chancen und Potenziale, Risiken und Gefahren, sind grundlegend. Jeder investierte Euro in die Befähigung und den mündigen Umgang ist eine positive Zukunftsinvestition.

Hartfrid Wolff
  • Manager Öffentlicher Sektor Corporates
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