Innovation

Plattformen als Brückenbauer zwischen Start-ups und etablierten Playern

Zwei Beispiele, wie kollaborative Ansätze die Zusammenarbeit lebendig halten.

Ökosysteme aus etablierten Banken und Versicherungen sowie Newcomer wie FinTechs oder InsurTech-Start-ups bilden eine Allianz, aus der alle Beteiligten ihren Nutzen ziehen können. Im besten Fall kommen so Institutionen, Personen, Know-how und Skills in einer konstruktiven Atmosphäre zusammen. Zudem entstehen aus dieser Kollaboration Synergieeffekte, die für die digitale Transformation und damit die Weiterentwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen von unschätzbarem Wert sind.

Eine Herausforderung, insbesondere während der Covid-19-Pandemie, ist, Formate zu schaffen, die zum konstruktiven Austausch und kreativen Miteinander motivieren. Plattformen, die umfassende Beratungs- und Vernetzungsangebote zur Verfügung stellen und zum Beispiel auch mit Co-Working-Spaces physische Treffen ermöglichen, sind deshalb unersetzlich geworden. Im Folgenden stellen wir zwei der wichtigsten Plattformen vor, die für produktive und digitale Kollaborationen sorgen. Und zwar, indem sie nicht nur die Brücke zwischen Start-ups und etablierten Banken und Versicherungen, sondern auch zwischen der virtuellen und der realen Welt schlagen.

TechQuartier

Das TechQuartier wurde 2016 in Europas Finanzzentrum Frankfurt gegründet und ist eine branchenübergreifende Innovationsplattform, die sich auf das Zusammenbringen von Start-ups, Firmen und aufstrebenden Talenten spezialisiert hat. Die mitgliederbasierte Community umfasst mehr als 350 Start-ups, 50 akademische und unternehmerische Innovatoren und Hunderte von potenziellen Gründern. Durch die Verknüpfung des Innovations-Hubs können die Teilnehmenden an neuen Technologien und digitalen Geschäftsmodellen arbeiten, kooperieren und voneinander lernen. Ziel ist es, neue Technologien und digitale Geschäftsmodelle gemeinsam zu entwickeln.

Innovation Roundtable

Am 21. April 2021 organisierte das TechQuartier gemeinsam mit einem Start-up aus dem Techquartier, und einem TechQuartier-Partner einen Innovation Roundtable.

Allgemein gesprochen ist das Ziel des Innovation Roundtable-Formats, eine Interessengruppe rund um ein vorher ausgewähltes Thema zu bilden. Dabei bringen verschiedene Stakeholder aus unterschiedlichen Branchen ihre Perspektive ein und diskutieren über mögliche Kooperationsfelder. In diesem Fall ging es um das Thema „New Work“, wobei der Fokus auf die zwei Säulen „People & Space“ und „People & Technology“ gelegt wurde.

Die Session wurde durch TechQuartier-Partner Dirk Burkamp, HCM Cloud Practice Lead für die DACH-Region bei IBM, und Ralf Hocke, dem Gründer des Startups, moderiert. Zu den Podiumsteilnehmenden gesellten sich 20 hochkarätige HR-Expertinnen- und -Experten aus einer Vielzahl von Finanzinstituten, Regulierungsbehörden und Start-ups.

Nach den Impulsvorträgen der beiden Co-Moderatoren, tauschten sich die Teilnehmenden in zwei 30-minütigen Diskussionsrunden zum Thema New Work aus und teilten verschiedene Perspektiven untereinander.

Ziel ist es nun, diesen Dialog fortzuführen und zu vertiefen. Viele der Inhalte, die im TechQuartier stattfinden, werden gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Bereichen erarbeitet. Formate wie Innovations-Roundtables, Experten-Sessions, Webinare, Start-up-Scoutings und Showcases, bilden die Brücke zwischen etablierten Unternehmen und der Welt der Start-ups.

InsurLab Germany e.V.

Das InsurLab Germany ist mit seinen 87 Mitgliedern die größte InsurTech-Initiative in Deutschland. Als Brückenbauer macht sie Kollaboration zwischen Start-ups und etablierten Versicherern zum Standard. Ziel ist es, gemeinsam die deutsche Versicherungswirtschaft durch Digitalisierung zu transformieren und Geschäftsmodelle neu und weiter zu entwickeln. Start-ups und Scale-ups erhalten dafür einen exklusiven Zugang zu Top-Entscheiderinnen und -Entscheidern der Versicherungsbranche. Zusätzlich wird InsurLab Germany durch führende Technologie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Hochschulen bei seiner Digitalisierungsmission unterstützt.

Nicht erst durch Beginn der Corona-Pandemie beschäftigen digitale Ökosysteme das InsurLab Germany. Der stetige digitale Wandel hat in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft Einzug gehalten, einschließlich der Versicherungsbranche. Diese versucht sich innerhalb eines wachsenden digitalen Ökosystems neu zu festigen, zeitgemäße Kundenzentrierung zu etablieren und sich an neue Anforderungen anzupassen. Um sich dieser Herausforderung zu stellen, stehen Versicherungs- sowie Technologieunternehmen und Start-ups mit ihrer Arbeit und Lösungen in einem dynamischen, wechselseitigen Austausch. Durch diesen profitieren beide Seiten und stärken das Ökosystem national und international.

Innovation durch Kollaboration

Im Rahmen einer jährlichen Mitgliederumfrage werden gemeinsam Halbjahresthemen festgelegt, nach denen sich infolgedessen das Angebot und der Jahresplan für das kommende Jahr aufbaut. Während es im ersten Halbjahr 2021 das Thema der digitalen Transformation war, wird im zweiten Halbjahr der Fokus auf digitalen Ökosystemen liegen.

In diesem Jahr wurde erstmalig die sogenannte InsurLab Journey konzipiert, welche im Rahmen von handverlesenen und etablierten Veranstaltungen und Workshop-Angeboten die gesetzten Halbjahresthemen behandelt. Durch Events wie dem Club Event, der InsurLab University, Member-to-Member-Workshops, der Innovationswerkstatt und einem Business Roundtable wird das Halbjahresthema inhaltlich vertieft. Im Rahmen der Journey wird sich im zweiten Halbjahr KPMG als Mitgliedsunternehmen zum Thema „Wie werden sich Ökosysteme entwickeln?“ platzieren und spannende Einblicke und Erkenntnisse mit dem Mitgliederkreis teilen. Durch die netzwerkorientierten Formate des InsurLabs werden der Austausch untereinander gefördert und erste Kontakte herbeigeführt, welche dann oftmals zu innovativen Kollaborationen führen.

Die jährlichen Event- und Workshop-Angebote der InsurLab Journey werden durch ein sechsmonatiges Accelerator-Programm ergänzt, in dem handverlesene Start-ups Mentorinnen oder Mentoren aus unserem Mitgliederkreis an ihre Seite gestellt bekommen. Gemeinsam wird dann an der Geschäftsentwicklung des Start-ups in Form konkreter Umsetzungsprojekte gearbeitet. Zudem wird ihnen in einem eigens geschaffenen Co-Working Space, dem sogenannten InsurLab Germany Campus, Raum für die kreative Arbeit geboten.

Die in der Selektion Competition Anfang 2021 ausgewählten 15 Start-ups werden im Zuge des Kick-offs am 7. Juni ihre Mentorinnen und Mentoren, Mitglieder des Netzwerks und Mitstreitenden kennenlernen. Abschluss des Accelerator Batch #21 bildet der Demo Day am 6. Dezember. Hier präsentieren die teilnehmenden Start-ups ihre Ergebnisse und Projekte, die im Rahmen des Programms entstanden sind.

Die Zukunft der Branche wird sich um den Aufbau starker, digitaler Ökosysteme drehen, die ohne kollaborative Ansätze nicht existieren können. Um den Kunden der Zukunft komfortable, schnelle, maßgeschneiderte und sichere Lösungen bieten zu können, müssen Versicherer, Technologieexperten, Start-ups, Forschung und Cross-Industry-Partner eng zusammenarbeiten und in einem regen, transparenten und wertstiftenden Austausch miteinander stehen. Dabei unterstützen wir gerne – #InnovateInsurance“, so Sebastian Pitzler, Geschäftsführer, InsurLab Germany.

Vielen Dank an unsere Co-Autor:innen Florian Schreiber, TechQuartier und Laura Duffe, InsurLab Gemany!

 

Weiterlesen

Innovation

Thema vertiefen

Innovation

Mit unseren Lösungen startet Ihr Unternehmen durch.

Warum sollten Unternehmen das Thema Innovation aktiv steuern? Reicht es nicht, sich wie bisher einfach organisch weiterzuentwickeln oder gar dem Zufall zu überlassen? In Zeiten der digitalen Transformation ganz klar: nein.

Denn der Sog neuer Technologien, Trends und Bedürfnissen ist so stark, dass sich ihm keine Branche entziehen kann. Was heute noch Erfolg verspricht, ist morgen schon Geschichte. Um ihren Erfolg zu sichern, müssen sich Unternehmen deshalb in immer kürzeren Zeiträumen kontinuierlich neu erfinden – dies kann man nicht dem Zufall überlassen.

Thema vertiefen

Gerade gelesen

Weitere Artikel zum Thema

KPMG verwendet Cookies, die für die Funktionalität und das Nutzerverhalten auf der Website notwendig sind. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu, wie sie in der Datenschutzerklärung von KPMG im Detail ausgeführt ist.

Schließen