Digital Transformation

Neue Geschäftsmodelle für die KfZ-Versicherer

Die Unternehmen müssen handeln, wenn sie zukunftsfähig bleiben wollen.

Die KPMG-Studie „Gibt es eine Zukunft für die Kfz-Versicherung?“ hat für erheblichen Gesprächsstoff in der Branche der Kfz-Versicherer gesorgt. Zum einen wegen der prognostizierten Prämienentwicklung: Die Kfz-Versicherung könnte bis 2030 fast die Hälfte ihres Prämienvolumens von 24 Mrd. Euro einbüßen. Zum anderen wegen des hohen Tempos, in dem sich neue Mobilitätskonzepte und technische Innovationen durchsetzen. Diese Neuerungen bedrohen das wichtigste Geschäftsmodell der Versicherer, sie bieten aber auch Chancen für neue Produktansätze. Seit der Veröffentlichung ist fast ein halbes Jahr vergangen. Was ist seit dem passiert?

Die Branche teilt sich in zwei Fraktionen. Die Versicherer mit den größeren Portfolios stimmen den KPMG-Thesen über die Megatrends und deren Auswirkungen zu. Sie sind mehrheitlich der Meinung, dass sich der Markt so verändern wird, wie wir es in unseren Szenarien beschrieben haben. Weil der technische Fortschritt an Dynamik gewinnt, werden die Kfz-Versicherungsprämien signifikant zurückgehen. Einige wenige sind sogar der Ansicht, dass wir mit den Simulationen nicht weit genug gehen.

Sourcing-Strategien in der digitalen Finanzwelt

Das Geschäftsmodell der Finanzinstitute ist durch die Digitalisierung in Gefahr geraten. Ein Ausweg: die Zusammenarbeit mit FinTechs. Dafür braucht es jedoch die richtigen Sourcing-Strategien und ein angemessenes Sourcing-Management. Das zeigt das KPMG-Whitepaper „Wo geht’s denn hier zur Auslagerung?“

Studie herunterladen

Die Versicherer mit kleineren Portfolios stimmen der Studie überwiegend zu, aber es erscheint noch nicht immer klar, wohin die Reise gehen soll. Wenn sich die Versicherer der Markt-Analyse weitgehend anschließen, dann sollte ihr nächster Schritt darin liegen, Handlungsoptionen zu bestimmen.

Mit neuen Modellen dem Prämienrückgang entgegenwirken

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Versicherer in der Breite unseren Studienergebnissen beipflichten. Abwarten ist in der Branche ein verbreitetes Phänomen, das in der Vergangenheit den Versicherern selten geschadet hat. In der jetzigen Situation ist das jedoch nicht anzuraten. Es gibt in Deutschland über 180 Versicherer im Kfz-Umfeld. Während einige Versicherer schon darüber diskutieren, wie sie einen Teil des Prämienrückgangs kompensieren, sind andere Versicherer noch bei der Analyse der Auswirkungen für das eigene Buch. Nach dem alten Motto: Es wird schon nicht so schlimm kommen. Doch je länger sie zögern, desto geringer wird der Optionsraum.

Mit welchen neuen Modellen versuchen die Versicherer die Prämienabnahme auszugleichen? Ein viel diskutierter Ansatz ist die Produktbündelung. Sie liegt in der Automobilindustrie seit Jahren im Trend. Die Hersteller verkaufen ihre Fahrzeuge samt Kfz-Versicherung, hinzu kommt ein Drei-Jahres-Paket für Verschleiß und Wartung sowie optionalen weiteren Produkten. Auch auf Seiten der Versicherer gewinnt die Ergänzung der Produkte an Bedeutung. Hierunter fallen Produktkooperationen, Rückrufdeckungen, die Produkthaftung für Hersteller und Zulieferer sowie die Absicherung von Cyberrisiken.

Durch die intelligente Digitalisierung der Kundenschnittstelle – eventuell auch durch Fintechs – entsteht die Chance, die Kundeninteraktion zu fördern und Kunden-Mehrwerte auch außerhalb von Kfz-Versicherungen aufzuzeigen. Dabei denken wir nicht nur an die Kompensation von Prämien in anderen Sparten, die Digitalisierung im Sinne der Effizienz für den Versicherer, sondern vor allem an die Schaffung von Mehrwerten – beispielsweise die Veränderung der Versicherungsdeckung je nach Lebenszyklus und nach Mobilitätskonzept. Bestehende Insellösungen mit Apps bieten hier derzeit sehr begrenzt einen Nutzen für Kunden.

Gibt es eine Zukunft für die Kfz-Versicherung? Ja, aber sie wird in veränderter Form mit einem anderen Risikoprofil weiter existieren. Der Vorstandsvorsitzende eines Versicherers sagte uns: Er werde nicht mit einer Kfz-Versicherung, wie wir sie heute kennen, in Rente gehen.

Weiterlesen

Digital Transformation

Thema vertiefen

Wohl nie zuvor war die Finanzwelt von einem technischen Umbruch dieses Ausmaßes betroffen. Die Digitalisierung macht sich daran, jede Nische des Finanzsektors nachhaltig zu verändern. Doch wie sollen die etablierten Unternehmen der Branche darauf reagieren? „In times of change the greatest danger is to act with yesterday`s logic”, stellte bereits Peter Drucker fest. Die Digitalisierung ist da. Die Frage ist nicht, ob etwas digitalisiert werden muss, sondern wann und was. Jetzt kommt es darauf an, die digitale Transformation aktiv anzunehmen und die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Wie stellen sie die Weichen für die digitale Zukunft ihres Unternehmens?

Thema vertiefen

Gerade gelesen

Weitere Artikel zum Thema

KPMG verwendet Cookies, die für die Funktionalität und das Nutzerverhalten auf der Website notwendig sind. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu, wie sie in der Datenschutzerklärung von KPMG im Detail ausgeführt ist.

Schließen