Digital Transformation

PSD2: Hey Banken – rückt Eure Daten raus!

Warum die Bankenbranche vor einem Umbruch steht

FinTechs und Banken haben 2018 ein schwieriges Jahr vor sich: Banken müssen die Kundendaten an Drittanbieter weitergeben, wenn der Kunde einwilligt. Das wird die gesamte Branche verändern.

Die Payment Service Directive 2 (PSD2) ist nicht erst seit gestern ein Begriff im europäischen Gesetzgebungsverfahren. Bereits im Oktober 2015 hatte die Europäische Union die PSD2 auf den Weg gebracht: Sie sollte den Kundenschutz erhöhen, für mehr Wettbewerb unter den Finanzdienstleistern – sei es zwischen Banken und Bank oder Marktneulingen wie etwa FinTechs – sorgen.

Die wohl größte Veränderung steht allerdings zum ersten Januar 2018 auf dem Plan. Ab diesem Zeitpunkt können Zahlungsdienstleister auf die Kontoinformationen zugreifen, sofern der Kunde dies wünscht.

Es scheint also, dass bei den FinTechs am 1. Januar die Sektkorken knallen, derweil bei den Banken schon Katerstimmung herrscht – noch bevor überhaupt heruntergezählt wurde.

Allerdings ist eine Sache noch gar nicht richtig klar: Welches Ausmaß hat die PSD2 eigentlich? Fakt ist: Die PSD2 verändert gleich mehrere Bereiche des Finanzwesens. Sie hat Auswirkungen auf die Haftung für Kunden, ihrer Sicherheit, Datentransparenz und fordert zudem eine 2-Faktor Authentifizierung.

Allerdings ist die Freigabe der Daten an Zahlungsdienstleister für Banken von besonderer Bedeutung. Denn die PSD2 wird sich fundamental auf die strategische Ausrichtung von Banken auswirken.

Wenn traditionelle Banken nicht nach neuen Geschäftsmodellen und Umsatzpotenzialen suchen, so laufen sie Gefahr, dass sie zum Infrastrukturdienstleister werden. An die Kundenschnittstelle rücken für sie die Tech-Giganten und FinTechs. Ein denkbares Szenario.

Das bedeutet, dass sich die Banken am Aufbau eines neuen Ökosystems beteiligen müssen. Es sind die Banken, die die Kapazitäten und Möglichkeiten haben, eine digitale Plattform für wie FinTechs, InsurTechs und externe Partner anzubieten.

Es muss vorrangig darum gehen, neue Dienste an die eigene Wertschöpfungskette anzuknüpfen und dem Kunden Mehrwerte zu bieten. Dafür ist er bereit, etwas zu bezahlen.

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Viel Zeit bleibt allerdings nicht: Kurzfristig muss des Öfteren mit Datenaggregaten gearbeitet werden, um bestehende Produkte und Services mithilfe derer zu verbessern. Nur so sind maßgeschneiderte Dienstleistungen und nutzerfreundliche Oberflächen möglich.

Das ist auch die große Chance für Banken: PSD2 wird mittelfristig offene API-Geschäftsmodelle ermöglichen. Datenaggregate können zu Geld gemacht werden. Banken hingegen können als API-Anbieter fungieren und beispielsweise zusätzliche Dienstleistungen in den Bereichen Betrugsprävention und Geldwäscheprävention anbieten.

Noch steht nicht fest, ob die PSD2 wirklich die große Disruption für die Bankenbranche bedeuten wird. Was bereits heute feststeht: Die Richtlinie ist ein enormer Einflussfaktor und Entwicklungstreiber für das heutige Banking.

In Kombination mit weiteren Faktoren, wie die zunehmende Anzahl neuer Wettbewerber und dem Technologiefortschritt, wird sich das Bankenumfeld signifikant verändern und ein neues Ökosystem wird entstehen. Vorteil der Banken: Sie haben die Kunden. Daraus und ihren Stärken lässt sich viel machen!

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Wohl nie zuvor war die Finanzwelt von einem technischen Umbruch dieses Ausmaßes betroffen. Die Digitalisierung macht sich daran, jede Nische des Finanzsektors nachhaltig zu verändern. Doch wie sollen die etablierten Unternehmen der Branche darauf reagieren? „In times of change the greatest danger is to act with yesterday`s logic”, stellte bereits Peter Drucker fest. Die Digitalisierung ist da. Die Frage ist nicht, ob etwas digitalisiert werden muss, sondern wann und was. Jetzt kommt es darauf an, die digitale Transformation aktiv anzunehmen und die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Wie stellen sie die Weichen für die digitale Zukunft ihres Unternehmens?

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