Digital Transformation

Die digitalen Megatrends haben die Finanzinstitute längst erreicht

Deutsche Finanzinstitute haben zwar längst den digitalen Startknopf gedrückt, liegen aber im internationalen Vergleich noch weit hinter ihren Möglichkeiten. In diesem stark disruptiven Umfeld müssen die Entscheider den Überblick behalten und die richtigen zukunftsweisenden Entscheidungen treffen. Denn nicht jeder digitale Trend muss der richtige Trend für das eigene Finanzinstitut sein.

Kai Kramer ist bei Financial Services mitverantwortlich für den Bereich „Transformation Banking“ und vertritt den Geschäftsbereich Financial Services beim Thema „Digital Transformation“.

Herr Kramer, sie vertreten KPMG Financial Services beim Thema „Digital Transformation“. Was sind die aktuellen Herausforderungen für Finanzinstitute in diesem Themenbereich?

Den Überblick behalten, genau abwägen, die richtigen Entscheidungen treffen und dann auch stringent umsetzen. Wir sind längst über den Zeitpunkt hinweg, dass wir den Sinn und die Chancen von Digitalisierung unseren Kunden erklären müssen. Unsere Kunden stehen viel mehr vor der Herausforderung, im Digitalisierungs-Dschungel die für sie relevanten digitalen Trends und Themen zu identifizieren – und zwar jenseits der üblichen Buzzwords und Hypes. Anschließend geht es darum, diese dann auch in ihrer Organisation in Time, in Budget und in der notwendigen Qualität umzusetzen.

Dabei ist Schnelligkeit relevant – aber nicht um jeden Preis! Nicht jeder digitale Trend unterstützt oder fördert zwingend das Geschäftsmodell unserer Kunden. Nicht jede neue Technologie bringt die erhoffte Wirkung mit sich. Und, was wir immer wieder feststellen: Nicht jede Organisation verträgt auch die gleiche Intensität einer digitalen Transformation. Deswegen gilt es, genau abzuwägen, was wann, in welcher Schrittfolge, wie und mit welcher Intensität digitalisiert werden sollte? Was kann man der Organisation zumuten? Welchen digitalen Trend kann man auch mal zunächst beiseitestellen? Welche relevanten Digitalisierungskompetenzen können schnell und unkompliziert in Form von Akquisitionen für das Unternehmen erworben und in das bestehende Geschäftsmodell integriert werden?

Was beschäftigt Ihre Mandanten aktuell besonders und wie unterstützen sie und ihre Kolleg/innen die Mandanten dabei?

Die Fragestellungen sind sehr unterschiedlich, da unsere Kunden sehr heterogene Ausgangslagen haben. Wir stellen fest, dass viele unserer Kunden zwar bereits eine Digitalisierungsstrategie besitzen und unzählige Digitalisierungsprojekte aufgesetzt haben, es aber unabhängig des jeweiligen digitalen Reifegrades besonders in der Umsetzung hakt. Das hat immer sehr unterschiedliche Gründe. Mal liegt es daran, dass unsere Kunden mit einer sehr komplexen IT-Anwendungslandschaft zu kämpfen haben und sie bspw. deswegen die notwendigen Daten für interessante Data & Analytics Use Cases nicht auswerten können. Oder es liegt oftmals daran, dass die Organisation und die Mitarbeiter/innen nicht die notwendigen Erfahrungen haben oder nicht restlos überzeugt sind, um die digitale Transformation umzusetzen. Bei anderen Kunden ist wiederum die schiere Anzahl an Digitalisierungsprojekten völlig aus dem Ruder gelaufen:
Viele Kunden digitalisieren der Digitalisierung wegen. Eine Zeitlang war es sehr opportun an jedes Projekt „Digitalisierung“ zu schreiben, nur weil es gerade im Trend war oder sich dadurch einfacher Mittel haben freigeben lassen. Das hat bei vielen unserer Kunden zu einem bunten Strauß an Projekten geführt, die in Summe nicht zum gewünschten Ziel führen. Ein häufiger Projektinhalt bei unseren Bankkunden ist bspw. die teilweise nicht aufeinander abgestimmten Digitalisierungsprojekte zu ordnen, da diese, in Teilen nicht mehr der Strategie folgen, immer teurer werden und zudem nur in zu wenigen Fällen erfolgreich finalisiert werden.

Bei unseren Versicherungskunden sehen wir vermehrt den Wunsch neue Geschäftsmodelle aus Daten und digitalen Interaktionsformen zu entwickeln. Die Bandbreite an Themen reicht von Leuchtturmprojekten bis zu pragmatischen Lösungen. Einer dieser Leuchttürme ist bspw. eine Sensoren-gestützte Transportversicherung auf Blockchain-Basis. Gleichzeitig erarbeiten wir Digitalisierungsstrategien, die das tägliche Geschäft unserer Kunden vorantreiben.

Wir unterstützen unsere Mandanten in den unterschiedlichsten Aspekten einer digitalen Transformation. Unser Vorteil ist, dass wir mit unserer weltweiten KPMG-Plattform die komplette Breite und Tiefe aus einer Hand anbieten können. In der Praxis sieht das dann wie folgt aus: Wir sind in der Lage unseren Kunden bspw. ein ganzheitliches smartes Projekt-Management-Office anzubieten. Hier bringen wir unsere klassischen Projektmanagementkompetenzen ein: Wir durchdringen die Themen und kombinieren dies mit unseren Moderations- und Kommunikationsfähigkeiten. Bei spezifischen Fragen zu z.B. Regulatorik oder Technologien greifen wir auf unsere Experten zurück. Das geht sogar so weit, dass wir für unsere Kunden, wenn nötig und gewünscht, programmieren.

Sollten ‚inhouse‘ die Ziele der Digitalisierung sowie der Aufbau von Expertise nur langsam und unter hohem Management- und Ressourceneinsatz möglich sein, identifizieren unsere Deal Advisory Kollegen für mögliche Akquiseziele und beraten vollumfänglich entlang der M&A-Wertschöpfungskette bis hin zur erfolgreichen Integration. Diese Kombination ermöglicht es uns, digitale Transformationsprozesse vom Anfang bis zum Ende ganzheitlich zu begleiten.

Wir unterstützen unsere Mandanten bei sämtlichen Herausforderungen der Digitalen Transformation.

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