Prozessoptimierungen und Automatisierung

Versicherer sind bei der Digitalisierung nicht mutig genug

Auch Versicherungskunden stehen der Digitalisierung skeptisch gegenüber

Ein Kongress. Viele Redner. Und alle zitieren die Social-Media-Big-Data-Cloud und die große Wichtigkeit von Telematik-Daten. Ich finde, das kann nicht alles sein. Versicherungen müssen mutiger werden.

Jeder Versicherer bietet inzwischen eine mehr oder weniger sinnvolle App an und ist bei Facebook zu finden. Vergleichsportale im Internet buhlen bereits vor Google Compare um Kunden. Online-Versicherungsakten gehören bald zum Standard. Vereinzelt tauchen sogar ganz neue Wettbewerber mit mobilen Angeboten auf.

Ich finde, das kann nicht alles sein

Kunden liefern Daten zum Fahrverhalten aus ihrem Auto an den Versicherer. Im Gegenzug erhalten sie dafür entsprechende Rabatte (Usage based Insurance). Telematik ist ein Trend in der Kfz-Versicherung – und im angelsächsischen Raum bereits gut etabliert.

Oder: An der Supermarktkasse kann zum Hundefutter direkt die Haustierversicherung per QR-Code mitgekauft werden (Insurance to go). Der freundliche Kundenberater gratuliert nach dem Facebook-Post zum Nachwuchs und bietet die passende Krankenversicherung an.

Das Internet der Dinge und gesellschaftliche Trends wie E-Health und die Quantify-Self-Bewegung bieten schier unglaubliche Möglichkeiten für neue Versicherungsdienstleistungen.

Warum es das bei uns noch nicht gibt

Versicherungsunternehmen sind nicht gerade bekannt für mutige Innovationen. Die Branche setzt stark auf Werte wie Vertrauen und Kontinuität. Bestehende Vertriebsstrukturen sind über Jahrzehnte gewachsen und wenig flexibel. Von den tradierten Playern darf man wenig Impulse erwarten.

Aber auch wir Versicherungskunden in Deutschland sind sehr zurückhaltend: Unwissenheit und Unsicherheit gehen einher mit großen Bedenken beim Datenschutz und gegenüber neuen Technologien. Derart erstarrt bleibt es bei zaghaften Initiativen mit wenig Resonanz.

Wie es weitergehen kann

Ein Big Bang ausgelöst durch radikal neue Ideen oder neue Wettbewerber ist sicher möglich – aber eher unwahrscheinlich. Zu stark und groß sind die bestehenden Strukturen. Viel wahrscheinlicher erscheint mir eine schleichende, aber nicht minder fundamentale Veränderung über wenige Jahre.

Die junge Generation der Digital Natives wird ohne Vorbehalte neue Angebote einfordern.

Dazu zählen nutzungsabhängige Tarife und eine individuelle Ansprache über soziale Medien. Die natürliche Selektion ist die Folge.

Versicherer müssen sich darauf schnell vorbereiten. Kaum eine Branche arbeitet schon so lange mit einem auf Daten basierenden Geschäftsmodell. Seit Jahrzehnten verfügt sie über gigantische Ressourcen zur elektronischen Datenverarbeitung. Sie braucht Lösungen für die Erhebung, Analyse, Nutzung und den Schutz der Daten und muss den Kunden ins Zentrum der Geschäftsaktivitäten stellen: Kenne deine Kunden!

Und wir? Ich denke, wir heutigen Versicherungskunden sollten überlegen, vielleicht doch die schönen Aspekte dieser neuen digitalen Welt zu genießen.

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Die digitale Transformation bewegt die Finanzwelt derzeit wie kaum ein anderes Thema. Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, ist die Modernisierung aller zentralen Prozesse von Finanzinstituten unerlässlich. Gleichzeitig bietet die rasante digitale Entwicklung zahlreiche Chancen für die Schaffung neuer Geschäftsprozesse, wie sie noch vor Kurzem kaum denkbar waren. Dank Analytics bzw. Mining, Automatisierung, Robotics und künstlicher Intelligenz lassen sich Arbeitsabläufe wirtschaftlicher gestalten, als es jemals zuvor möglich war. Hinzu kommen aktuelle Trendtechnologien wie Blockchain, Cloud-Computing oder das Internet der Dinge, die nicht mehr nur in der FinTech-Szene, sondern für die gesamte Finanzindustrie wesentlich sind.

Aus diesem Grund hat KPMG verschiedenste Kompetenzen unter einem Dach gebündelt, um Ihnen einen vollumfänglichen Service auf all diesen Gebieten anbieten zu können.

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