Digital Transformation

Versicherungs-CEOs setzen auf Wachstum

Zur Wachstumsstrategie gehören Innovationen und neue Dienstleistungsbereiche

Die CEO’s von Versicherungsunternehmen haben viele Gründe, sorgenvoll in die Zukunft zu schauen: Ihre traditionellen Geschäftsmodelle werden von FinTechs disruptiert, den Lebensversicherern fehlen auf Grund des demografischen Wandels die Neukunden und im weltweiten Vergleich wächst die deutsche Versicherungswirtschaft langsamer als der Durchschnitt.

Doch unsere jüngste Umfrage zeigt: Von Sorgenfalten erstmal keine Spur. Die Versicherungs-CEOs schauen sogar recht optimistisch in die Zukunft. 85 Prozent äußerten sich in der Befragung positiv zu ihren kurzfristigen Wachstumsperspektiven. Allerdings gaben auch neun von zehn Versicherern an, dass sie insgesamt ein Wachstum von weniger als fünf Prozent erwarten. Beide Ergebnisse sind nicht ganz überraschend und zeigen, dass die Führungskräfte allmählich sowohl die Disruptionen in der Versicherungsbranche als auch den Bedarf von Investitionen in zukunftsfähige Transformationsvorhaben erkennen.

Echte Fortschritte machen

Die Zahl der Unternehmen, die z.B. aktiv an Robotics Process Automation (RPA)-Projekten teilnehmen, ist in den vergangenen Monaten und Jahren stark gestiegen. Außerdem sind viele Versicherungsunternehmen bereit, externe Partnerschaften einzugehen, um Innovationen voranzutreiben. Unsere Umfrage unter Versicherungs-CEO’s hat aber auch ergeben, dass die Versicherer kurzfristig keine größeren Erhöhungen ihrer Innovationsbudgets planen. Dies lässt vermuten, dass die meisten Unternehmen auch weiterhin Pilotprojekte und Proof of Concepts als zentrales Element für Innovationen nutzen werden. Beide Ansätze sind ohne Zweifel wichtig, aber es bedarf größerer Investitionen und umfassenderer Disruptionen, um die erwarteten Wachstumsziele zu erreichen.

Alle Hebel ziehen

Natürlich sind Technologie und Innovation nicht der einzige Weg für zukünftiges Wachstum. Viele Versicherer suchen nach alternativen Einnahmequellen und erschließen für ihr Wachstum auch neue Dienstleistungsbereiche. Bei einigen Komposit-Versicherern lag der Fokus z.B. auf dem Marktsegment kleiner und mittelgroßer Unternehmen (KMU). Im Segment Leben standen häufig die optimierte Kundensegmentierung oder die Erschließung von Nischenmärkten und unterversorgten Bevölkerungsgruppen im Vordergrund. Parallel setzen viele Versicherer die Neuausrichtung ihrer Portfolien fort, indem sie unrentable Geschäfte und Segmente aufgeben, Nicht-Kerngeschäfte veräußern oder margenschwache Märkte verlassen.

Zudem gibt der sich verändernde Kundenbedarf „vom Schutz zur Prävention“ den CEOs von Versicherungen Anlass zum Optimismus. Viele Versicherer versuchen ihre Relevanz und die Anzahl bzw. Nutzung der Kundenkontaktpunkte z.B. mithilfe einer stärkeren Kundenorientierung zu erhöhen. Die Umsetzung eines wirklich kundenorientierten Geschäftsmodells bedeutet allerdings auch eine signifikante Veränderung in Front-, Middle- und Backoffice.

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Kein Gewinn ohne Kosten

Nach Jahren kleinerer und zielgerichteter Verbesserungen setzen die Verantwortlichen in der Versicherungsbranche nun auf deutlich umfassendere Maßnahmen. Anstatt darauf zu warten, dass das eigene Geschäftsmodell gestört wird, versuchen Versicherer aktuell selbst zu „Störern“ zu werden. Sie erkennen, dass Wachstum aus Transformation mit Kosten verbunden ist, da die Implementierung neuer Technologien, die Einrichtung neuer Systeme und die Verlagerung von Geschäftsmodellen Zeit, Investitionen und Ressourcen erfordert.

Schlüssel für profitables Wachstum

Um Fortschritte und langfristige Gewinne im heutigen Markt zu erzielen und weiter rentabel zu wachsen, sollten Versicherer folgende Punkte berücksichtigen:

1. Von den Piloten zur Linie: Pilotprojekte sind großartig, aber der wirkliche Wert kommt erst dann zum Tragen, wenn neue Modelle und Technologien unternehmensweit eingeführt werden. Versicherungen brauchen einen Plan, um Ihre erfolgreichen Piloten und Ideen zu vergrößern.

2. Intelligente Partner finden: Während die Versicherer hart daran gearbeitet haben, ihre internen Innovationsfähigkeiten zu verbessern, kann durch die Zusammenarbeit mit fortschrittlichen Organisationen, die neue Ideen und Arbeitsweisen einbringen, ein erheblicher Mehrwert erzielt werden.

3. Aus Daten Werte schaffen: Mit der Vielzahl an Daten, die über interne Systeme und externe Partner verfügbar sind, können Versicherer ihre Kunden besser verstehen, neue Trends erkennen und neue Geschäftsmöglichkeiten identifizieren.

4. Den Kunden in den Mittelpunkt stellen: Mit gezielten Projekten und Initiativen können Versicherer ihren Kunden individuelle Lösungen für deren Probleme anbieten und so Kundenansprache und Kundenerlebnis verbessern.

5. Die passenden Mitarbeiter: Um effizient und effektiv gegen neue Wettbewerber antreten und auf die sich verändernden Markt- und Kundenanforderungen reagieren zu können, brauchen Versicherer die richtige Mischung aus fest angestellten Mitarbeitern und Kooperationspartnern aber auch technologische Lösungen wie beispielsweise Prozessautomatisierung.

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Wohl nie zuvor war die Finanzwelt von einem technischen Umbruch dieses Ausmaßes betroffen. Die Digitalisierung macht sich daran, jede Nische des Finanzsektors nachhaltig zu verändern. Doch wie sollen die etablierten Unternehmen der Branche darauf reagieren? „In times of change the greatest danger is to act with yesterday`s logic”, stellte bereits Peter Drucker fest. Die Digitalisierung ist da. Die Frage ist nicht, ob etwas digitalisiert werden muss, sondern wann und was. Jetzt kommt es darauf an, die digitale Transformation aktiv anzunehmen und die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Wie stellen sie die Weichen für die digitale Zukunft ihres Unternehmens?

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