Digital Transformation

Zahl‘ mobil mit Deinem Lächeln

Warum Innovationen im mobilen Bezahlen in Deutschland mitunter schwierig sein können

Manchmal dauert es einfach etwas länger, bis sich Innovationen durchsetzen. Und manchmal ist der Blick in das Ausland gleichzeitig auch ein Blick in die Zukunft. Beispielsweise beim mobilen Bezahlen, dem sogenannten Mobile Payment. In anderen Ländern wie beispielsweise China sind Zahlungsmittel jenseits von Portemonnaie und Bargeld weit verbreitet. In den USA sollen bereits im vergangenen Jahr rund 220.000 Geschäfte die erforderliche Infrastruktur bereitgestellt haben, um das mobile Bezahlverfahren „Apple Pay“ zu unterstützen. Deutschland hinkt da gelegentlich etwas hinterher. Das gilt auch für die Nachricht dieser Tage, nach der das Kreditkartenunternehmen Mastercard künftig Zahlungen per Selfie und Fingerabdruck ermöglichen wird.

Getestet wurde die Innovation in den USA, Kanada und den Niederlanden – nun soll sie künftig auch in Deutschland zur Verfügung stehen. Positiv gesagt: Es tut sich etwas auf dem deutschen Markt für innovative Zahlungsmethoden. Und das nicht erst, seitdem junge Fintech-Start-ups den etablierten Platzhirschen im Banking-Bereich den Platz an der Sonne streitig machen wollen. Wenn auch die einstige Rivalität immer mehr in Richtung Kooperation geht – der Innovationsdruck im Finanz-Sektor ist hoch. Und wird durch Innovationen im Zahlungsbereich nicht gerade kleiner. Wie soll sie aber aussehen – die Zukunft des Bezahlens? Und warum ist der Weg dahin in Deutschland mitunter etwas steiniger als in anderen Ländern?

 

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Mobiles Bezahlen in Deutschland: Weit weg von kritischer Masse

Ein Grund für die langsame Durchsetzung der Technologie in Deutschland liegt darin begründet, dass die Marktdurchdringung schlichtweg noch nicht so umfangreich erfolgt ist wie in anderen Ländern. Von einer kritischen Masse, die groß genug wäre für eine massenhafte Anwendung, ist man hierzulande noch weit entfernt. Dazu kommen Sicherheitsbedenken. Gegen Sicherheitsbedenken hilft Aufklärung. Natürlich gibt es die Beispiele, bei denen die Anfälligkeit der Fingerabdrucktechnologie für Hackerattacken nachgewiesen wurde. Keine Technologie ist eben vollständig sicher. Das gilt allerdings für alle anderen Zahlungsmethoden ebenso, ohne dass hier ein Ende der Entwicklung eintreten würde. Anders gesagt: Obwohl es Handtaschendiebstähle gibt, gibt es immer noch Bargeld.

Gemessen daran ist die Zahlung per Smartphone über biometrische Daten sogar vergleichsweise sicher; zumindest dann, wenn mehrere dieser personengebundenen Daten miteinander kombiniert werden. Die Stärke dieser personengebundenen Daten ist anderseits natürlich auch ihre Schwäche: Wessen Fingerabdruck einmal – beispielsweise durch Kopieren – von Datendieben gestohlen wurde, für dessen Besitzer ist dieses Merkmal für den Rest seines Lebens nicht mehr benutzbar. Eine Antwort darauf besteht in der permanenten Anstrengung, die Sicherheit der Anwendungen kontinuierlich zu erhöhen.

Um die Vorteile mobiler Zahlmethoden in der Breite erfahrbar zu machen, müsste die dafür erforderliche Infrastruktur bei den Händlern in der Breite ausgebaut werden. Hier liegt bisher einer der Knackpunkte, auf den immer wieder hingewiesen wird: Mobile Zahlungen mit dem Smartphone haben das Potenzial, genauso schnell und einfach zu sein wie Kreditkarten, Girokarten oder Bargeld. Dieses Potenzial aber kann sich erst dann entfalten, wenn die erforderliche Infrastruktur flächendeckend vorhanden ist. Eben diese Infrastruktur jedoch hat ihren Preis, den viele Einzelhändler scheuen. Aus guten Gründen übrigens scheuen, denn solange kein echter Mehrwert für sie entsteht, solange lohnt sich das Investment schlichtweg nicht.

Natürlich bietet die Technologie des mobilen Bezahlens auch den Unternehmen Vorteile: Vergessene Zugangsdaten auf Kundenseite und verlegte TAN-Listen erzeugen hohe Servicekosten bei den Finanzinstituten. Kosten, auf die sie gerne verzichten könnten.

Biometrie sicherer als Passwort und PIN

Dabei liegt der Vorteil beispielsweise eines Iris-Scans auf der Hand: Er macht Schluss mit der stetig größer werdenden Anzahl von Passwörter und Zugangsberechtigungen. In Zeiten der Digitalisierung ist eines der wesentlichen Probleme vieler Menschen: Sie verlieren den Überblick. Was tun sie also? Sie legen kleine Listen an, auf denen sie ihre unterschiedlichen Passwörter und Zugangsdaten für die diversen Portale notieren, auf denen sie sich bewegen. Wer diesen Zettel verliert, hat ein Problem. Wem dieser Zettel gestohlen wird, der hat auch ein Problem. Bleibt die immens wichtige Frage nach dem Datenschutz. Bringt Mobile Payment den gläsernen Kunden? Die ehrliche Antwort: Nicht zwangsläufig. Die technischen Möglichkeiten, um eben dies zu verhindern, sind längst vorhanden. Zur Antwort gehört aber auch dies: Wer Wert auf Sicherheit legt, der ist mit dem bisherigen Verfahren von PIN und Passwort bedeutend unsicherer unterwegs als er es mit biometrischen Daten wohl je sein wird.

Die Zukunft des Finanzsektors war auch Thema bei der letzten Ausgabe der Talkshow Klardenker live am 13. Septembeer 2016 in Hamburg. Sehen Sie den Mitschnitt der Sendung hier

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