Digitale Transformation gegen Disruption

Wie sich Unternehmen mit Digitalisierung gegen Herausforderungen des neuen Jahres schützen

Keyfacts

  • Überlegungen für die Zeit nach der Corona-Krise stehen weit oben auf der Wirtschaftsagenda.
  • Doch abgesehen von der Pandemie werden in diesem Jahr viele weitere globale Themen für Unternehmen relevant.
  • Organisationen, die ihre digitale Transformation entlang der Wertschöpfungskette vorantreiben, können ihre Resilienz gegenüber äußeren Ereignissen erhöhen.
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Mattias Schmelzer
  • CMO, Mitglied des Vorstands, Regionalvorstand Hamburg, Bereichsvorstand Corporates
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Die Planung für die Zeit nach der Covid-19-Krise beschäftigt derzeit einen Großteil der deutschen Unternehmen. Denn Wirtschaft und Gesellschaft sehnen die Zeit nach dem Ende der Corona-Krise wohl gleichermaßen herbei.

Doch die Bekämpfung des Virus ist nicht die einzige globale Schwierigkeit in 2021. Aus den Bereichen Geopolitik, Nachhaltigkeit und Technologie kommen weitere komplexe Herausforderungen auf Organisationen zu.

Um sich auf die steigende Bedeutung dieser Megatrends vorzubereiten, sollten Unternehmen ihre digitale Transformation vorantreiben. Denn wie unser Future Readiness Index 2020 gezeigt hat: Je digitaler ein Unternehmen ist, desto widerstandsfähiger ist es gegenüber äußeren Einflüssen.

So hilft die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette – wie unser neues Whitepaper „Vom Plus zum Muss“ beschreibt – mit den aktuellen Herausforderungen umzugehen und sich als Organisation langfristig zukunftsfähig aufzustellen:

Geopolitik: Spannungen zwischen USA und China

Die Spannungen zwischen den USA und China werden in diesem Jahr voraussichtlich nicht abnehmen. Zwar dürfte infolge des Antritts der neuen US-Regierung die Beziehung der beiden Länder ein wenig stabiler werden. Doch gleichzeitig weitet sich der Wettbewerb der Großmächte aus.

So werden die Volkswirtschaften der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik sich voraussichtlich weiter voneinander entkoppeln. Das „decoupling“ schreitet insbesondere bei Schlüsseltechnologien voran, was noch größere ökonomische Risiken birgt als der weiter schwelende Handelskonflikt.

Hinzu kommt, dass die USA und China nun in zwei weiteren Feldern miteinander konkurrieren werden: bei der Versorgung anderer Länder mit Covid-19-Impfstoffen und bei der Entwicklung nachhaltiger Technologien. In der Folge sind weitere wirtschaftliche Konflikte zwischen den Staaten zu erwarten, die auf ihre Verbündeten übergreifen könnten. Die Folge könnten Komplikationen bei globalen Wertschöpfungsketten sein.

Nachhaltigkeit: Konkurrenz beim Klimaschutz

Eine weitere Entwicklung, die 2021 mit sich bringen wird, ist eine weltweite Beschleunigung der Klimaschutz-Bemühungen. Die neue amerikanischen Regierung verfolgt eine ambitionierte Klimapolitik – ähnlich wie andere Industriestaaten, inklusive der EU und China.

In der Folge dürfte sich eine Vielzahl an weiteren Ländern und Organisationen hochgesteckte Nachhaltigkeitsziele setzen und Anstrengungen zur Reduktion ihrer CO2-Emissionen unternehmen. Das wird voraussichtlich dazu führen, dass nachhaltige Geschäftsmodelle und Technologien bei Investoren und Kunden sehr viel beliebter werden. Für Unternehmen wird diese Entwicklung viele neue Chancen bieten.

Gleichzeitig könnte der Nachhaltigkeitsschub auch zu einer neuen Konkurrenz um die Entwicklung grüner Technologien führen, insbesondere zwischen den USA und China. Die Folge könnte sein, dass sich auch in diesem Gebiet ein „decoupling” vollzieht. Auf die Wirtschaft kommen darüber hinaus viele neue Regelungen zu. So enthalten etwa die EU-Klimaschutzpläne unter anderem ein Klassifikationssystem für Anleger, welches Kapital zunehmend in grüne Aktivitäten und Finanzprodukte lenken könnte. Für viele Organisationen gehen damit voraussichtlich neue Herausforderungen einher und für manche Geschäftsmodelle könnte die Refinanzierung komplexer werden.

Technologie: Risiko von Cyberangriffen steigt

Schließlich entstehen für Unternehmen auch im Bereich der Technologie neue Herausforderungen. So werden Cyberattacken zunehmend professioneller. Die flächendeckende Verbreitung von Telearbeit erhöht das Risiko noch. Denn viele Organisationen verfügen noch nicht über die nötige Infrastruktur, um ihre Angestellten im Homeoffice vor Hackerangriffen zu schützen.

Gleichzeitig scheinen manche Unternehmen die Herausforderung noch nicht ganz anzuerkennen. In den Umfragen unserer Studie „Vom Plus zum Muss“ gaben nur 10 Prozent der Teilnehmenden an, beim Thema Cyberrisiken Schwachstellen zu haben.

Digitalisierung als Lösung

Für all diese Herausforderungen bietet die Digitalisierung wichtige Lösungsansätze – von Lieferantenmanagement über Personalarbeit und Vertrieb bis hin zu Kostenoptimierung:

Geopolitischen Turbulenzen können Unternehmen mit digitalem Lieferantenmanagement begegnen. Wie unsere Studie erläutert, verwalten viele Organisationen ihre Zulieferer aktuell noch mit Excel-Tabellen und Selbstbefragungsbögen. Doch mit dieser Methode ist es kaum möglich, die Supply Chain im Detail zu überblicken. Digitale Tools erlauben es demgegenüber, die gesamte Wertschöpfungskette – vom Rohstoff bis zum Endprodukt – in Echtzeit zu beobachten und live zu verfolgen, wo sich die eigene Ware gerade befindet.

So können Unternehmen schnell auf Schwierigkeiten reagieren und Ausfälle verhindern. Zudem sind sie in der Lage, das Herkunftsland jedes Produktbestandteils nachzuvollziehen, was bei einer Fortsetzung des „decoupling“ zwischen den USA und China sehr wichtig ist, um möglichen Sanktionen einer der beiden Seiten zu entgehen. Auch bei Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsinitiativen kann digitales Lieferantenmanagement behilflich sein, etwa indem Unternehmen nachverfolgen können, wie nachhaltig die Lieferanten ihrer Lieferanten arbeiten.

Darüber hinaus bietet die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette noch weitere Vorteile: Wenn es dennoch einmal zu Ausfällen in der Supply Chain kommen sollte, lassen sich mit digitaler Kostenoptimierung konzernweit Ausgabenblöcke identifizieren, um Einsparungen vorzunehmen. Digitale Prozessautomatisierung unterstützt Unternehmen dabei, unabhängiger von physischen Standorten zu werden und Abläufe effizienter zu gestalten. Die Digitalisierung der Vertriebskanäle stellt sicher, dass sich auch in schwierigen wirtschaftlichen Situationen der Kontakt zum Kunden aufrechterhalten lässt.

Digitale Tools helfen auch in der Personalarbeit. Intelligente Automatisierungslösungen können beispielsweise Routineaufgaben wie die Abfrage von Belegen oder die Verbuchung von Rechnungen übernehmen. Auf diese Weise gewinnt die HR-Funktion mehr Zeit für die strategische Beratung der Geschäftsleitung hinsichtlich der Personalentwicklung und der Mitarbeiterbindung – äußerst wichtige Aufgaben in so bewegten Zeiten.

Dank moderner Cyber-Security-Konzepte können sich Unternehmen wirkungsvoll vor Hackerattacken schützen. Die Anwendung des Need-to-know-Prinzips sorgt etwa dafür, dass jeder Mitarbeitende nur auf die Daten Zugriff hat, die für seine Arbeit absolut notwendig sind. So lasst sich der Diebstahl von sensiblen Daten wirkungsvoll verhindern.

Fazit

Vom „decoupling“ bis zu Hackerattacken: 2021 hält – auch jenseits der Pandemie – eine Vielzahl an komplexen Herausforderungen für die Wirtschaft bereit.

Doch das ist kein Anlass für Pessimismus. Unser Future Readiness Index 2020 hat gezeigt, dass die Zuversicht deutscher Unternehmen trotz des Coronavirus hoch ist.

Dieser Optimismus ist auch in diesem Jahr mehr als gerechtfertigt, wenn Unternehmen nun ihre Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette vorantreiben. Denn so können sie sich auf die vor ihnen liegenden Aufgaben vorbereiten – und in bester Verfassung in den erhofften ökonomischen Aufschwung nach dem Abklingen der Covid-19-Krise starten.

Mattias Schmelzer
  • CMO, Mitglied des Vorstands, Regionalvorstand Hamburg, Bereichsvorstand Corporates
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