Eine wetterfeste Immobilienbranche

Unterschiedliche Entwicklungen fordern die Branche heraus und verlangen Entscheidungen.

Keyfacts

  • Das bei vielen Nutzungsarten erreichte Preisniveau ist hoch, es ist fraglich, wie die Entwicklung der Investment- und Mietmärkte weitergeht.
  • Verlässliche Vorhersagen gibt es nicht. Vielmehr ein breitgestreutes Meinungsbild zur zukünftigen Entwicklung.
  • Mit Erfahrung und den richtigen Instrumenten kann man rechtzeitig und erfolgreich auf die Änderungen reagieren.
Dr. Hans Volkert Volckens
  • Partner, Head of Real Estate
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Der deutsche Immobilienmarkt ist mehr denn je durch den Vierklang historisch hoher Preise, historisch niedriger Zinsen, einen enormen Liquiditätsüberhang und ein knappes Angebot an erwerbbaren Immobilien gekennzeichnet. Was vor bald zehn Jahren als wirtschaftliche Erholung nach der schweren Finanzkrise begann, hat sich längst zu einem außergewöhnlichen Superzyklus und zu einer erstaunlichen Inflation vieler Sachwerte entwickelt.

Diese Herausforderungen beeinflussen den Immobilienmarkt

Das bei vielen Nutzungsarten erreichte Preisniveau ist hoch und viele Marktteilnehmer fragen sich, wie die Entwicklung der Investment- und Mietmärkte wohl weitergehen wird. Dabei steht nicht nur die Frage, wie die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik mittelfristig gestalten wird, im Zentrum des Interesses. Makropolitische Entwicklungen wie die Staatsschuldenkrise einiger südeuropäischer Länder, die Debatte um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, die Neuausrichtung der US-amerikanischen Handels- und Außenpolitik oder Chinas wirtschaftliche und politische Machtansprüche in der Welt sind Herausforderungen, die den deutschen Immobilienmarkt direkt beziehungsweise indirekt beeinflussen können.

Chancen und Risiken angemessen erfassen

Für Immobilienmanager wird es vor diesem multikausalen Hintergrund zur Herausforderung, die mit dem jeweiligen Geschäftsmodell verbundenen Chancen und Risiken angemessen zu erfassen und damit qualifizierte unternehmerische Entscheidungen zur nachhaltigen Positionierung eines Portfolios oder Unternehmens zu treffen. Denn verlässliche Vorhersagen gibt es nicht.  Auch ein „common sense“ bezüglich der Einschätzung von Lage und Perspektive ist nicht ohne weiteres auszumachen. Viel eher eine stark divergierende Meinungspluralität.

Gute Reaktionen erfordern gute Instrumente

Die Immobilienwirtschaft befindet sich vor diesem beschriebenen Hintergrund aber auf keiner Irrfahrt in den Nebel. Vielmehr haben gute Kapitäne ihre Schiffe in allen Zeiten durch jede See und jedes Wetter navigiert. Viel Erfahrung aber auch gute Navigationsinstrumente haben ihnen dabei geholfen, die ihnen anvertraute Passage zu meistern.

Erfahrung und gute Instrumente benötigt man auch in der Immobilienwirtschaft, um rechtzeitig auf die Änderung von Investment- und Mietmärkten reagieren zu können. Geschäftsmodelle und Portfolien sollten bereits heute auf ihre „Wetterfestigkeit“ hin untersucht werden, Finanzierungen und Liquidität rechtzeitig langfristig gesichert, Potentiale im Bestand frühzeitig identifiziert und gehoben und gegengebenenfalls nicht-strategische Bestände unter Ausnutzung der guten Marktpreise abgebaut werden.

Jetzt ist die Zeit, das Schiff noch in ruhiger See so auszurüsten, so dass es einen Sturm überstehen könnte. Hoffen wir trotz aller Vorbereitung, dass ein solcher Sturm nicht kommen möge.

Dr. Hans Volkert Volckens
  • Partner, Head of Real Estate
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