Einkauf: Wettkämpfer gesucht

Was die Position des Einkaufsleiters so herausfordernd und reizvoll macht

Keyfacts

  • Die Geschäftsführung erwartet schnell messbare Erfolge von Einkaufsleitern.
  • Gute Einkaufsleiter stellen hohe Ansprüche an sich selbst.
  • Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer beträgt nur 4,2 Jahre.
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Daniel Heinzler
  • Senior Manager
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Einkaufsleiter erlernt man nicht – Einkaufsleiter werden geboren. Gute und erfolgreiche Einkaufsleiter haben eine ganz bestimmte Mentalität, die der von Leistungssportlern entspricht. Es reizt sie, sich durchzubeißen und sich zu beweisen. Sie brauchen die Herausforderung.

Gelegenheit, sich Herausforderungen zu stellen, haben Einkaufsleiter reichlich – insbesondere, wenn sie als neuer Einkaufsleiter anfangen oder innerhalb eines Unternehmens befördert werden.

Schnelle Wertbeiträge und nachhaltiger Umbau sind gefordert

Die Chefetage erwartet zu allererst Einsparungen von ihnen – und zwar schnell. Denn die im Einkauf erzielten Einsparungen wirken sich direkt auf das Unternehmensergebnis aus. Diese Zahlen sind am leichtesten messbar. Damit wird auch die Leistung des Einkaufsleiters maximal transparent.

Ein Strohfeuer soll die Arbeit des Einkaufsleiters allerdings auch nicht sein. Neben den reinen Einsparungen gilt es, die Beschaffung zudem nachhaltig zu optimieren hin zu einem strategischen Wertschöpfungspartner innerhalb der Organisation.

Der Einkauf ist der Unternehmensbereich mit den meisten internen und externen Schnittstellen. Mit Zulieferern gilt es günstigere Preise auszuhandeln. Die Bedarfsträger erwarten dabei mindestens gleichbleibende Qualität. Und die Mitarbeiter wollen unter diesen Bedingungen ebenfalls geführt, motiviert und gefördert werden.

Strukturiertes Vorgehen, kein wildes Losstürmen

Vor dem neuen Einkaufsleiter türmt sich ein Berg von Aufgaben, Erwartungen und Herausforderungen. Er kommt in ein laufendes System und soll sofort überzeugen.

Die Schonzeit seitens der Geschäftsführung ist kurz.

Er braucht einen Überblick, um ein umfassendes Verständnis für die Ausgangslage zu bekommen. Danach sollte er Verbesserungspotenziale erkennen, ein Ziel definieren und die Maßnahmen einleiten, um das Ziel zu erreichen.

Mit einem detaillierten Plan ist es durchaus möglich, schon nach rund 100 Tagen den Wagen auf die Strecke zu bringen und die Weichen zu stellen. Angesichts der Erwartungen von vielen Seiten sind drei Monate sehr ambitioniert. Doch das entspricht ja dem Naturell eines guten Einkaufsleiters.

Eine Frage der Mentalität

Bestimmt empfinden viele diesen permanenten Leistungsdruck als belastend. Den Einkaufsleiter aber reizt es, eine scheinbar unmögliche Aufgabe doch zu meistern. Er ist getrieben von den Erwartungen anderer und – vielleicht noch wichtiger – vom Anspruch an sich selbst. Wenn es heißt „Das schaffst Du nie“, denkt sich der Einkaufsleiter „Das wollen wir doch mal sehen“.

Meines Erachtens eine bewundernswerte und eine seltene Eigenschaft. Auf dem Einkaufsleitermarkt herrscht Fachkräfte- und Mentalitätsmangel. Der lässt sich auch mit hohen Verdienstmöglichkeiten nicht beheben. Denn Geld ist in der Regel ja nicht der alleinige Antrieb des Einkaufsleiters. Die Freude an der Herausforderung schwingt ebenfalls mit.

Hat er die Herausforderung gemeistert und die Erwartungen erfüllt, könnte der Einkaufsleiter das radikale Erneuerungsprogramm der ersten 100 Tage wiederholen und beispielsweise aus einem ‚Einkauf 3.0‘ einen ‚Einkauf 4.0‘ machen. Das ist aber nicht immer der Fall. Viele sind eher Sprinter als Mittel- oder Langstreckenläufer. Deshalb suchen sich Einkaufsleiter dann auch häufig neue Herausforderungen. Das ist vermutlich auch ein Grund dafür, dass Einkaufsleiter den Posten im Durchschnitt nur 4,2 Jahre besetzen.

Daniel Heinzler
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