Erfolgreiche Gründerinnen brauchen vor allem Mut zum Risiko

Sieben Regeln für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit

Keyfacts

  • 13 % der Start-ups werden von Frauen gegründet
  • 90 % der Gründerinnen sind mit ihrer Situation zufrieden
  • Frauen sind zum Zeitpunkt der Gründung durchschnittlich 35 Jahre alt
Stefanie Hagenmueller
  • Senior Manager
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Es gibt immer mehr Frauen, die gründen und Millionen Euro einsammeln. Das ist gut so. Denn jede Gründerin schafft gleichzeitig ein Vorbild für Frauen, ebenfalls in die Selbstständigkeit zu gehen. Was erfolgreiche Gründerinnen richtig machen und welche Regeln sie kennen sollten – das haben wir hier für Sie zusammengestellt.

1. Suche und glaube an deine einzigartige Geschäftsidee.

Brich die Regeln, sei genial, sei einzigartig. Wer sich mit anderen misst, sei nicht geistreich genug, postuliert der Investor Peter Thiel. Der Milliardär gründete Paypal und finanzierte Facebook. „Zero to One“ heißt sein Buch: Alles, bloß kein Mainstream. Dem brutalen Überlebenskampf des Wettbewerbs entkomme ein Unternehmen nur, wenn es sich eine komfortable Monopolstellung aufbaue. Denn der Wettbewerb sei nur etwas für Verlierer, sagt er.

Es stellt sich schlicht die Frage: Wo starten? Es geht darum, kleine Schritte zu gehen. Die Idee auszuformulieren und markttauglich zu machen. Das Produkt mit seinen Grundfunktionalitäten zu lancieren – um dann zu schauen, wie der Markt reagiert. Anschließend verfeinern und zusätzliche Features entwickeln.

2. Bau dir ein Star-Team.

Was zählt für die Investmententscheidung neben Produkt und Markt ist ganz zentral das Team. Nur ein gutes Gründungsteam wird es schaffen, ein Produkt erfolgreich zu machen und wenn notwendig auch anzupassen.

Die Faustregel: nicht mehr als zwei bis drei Gründer und verschiedene fachliche Hintergründe und Kompetenzen. Wer nur Betriebswirtschaftler im Team hat, macht etwas falsch.

Ich bin ein Fan gemischter Teams. Männer denken oft sehr fokussiert, während Frauen eher das große Ganze im Blick haben. Sie gehen mit viel Empathie an die Sache heran – und sind für Mitarbeiter oft Vertrauenspersonen.

3. Lebe deine Träume – und scheue dich nicht vor dem Risiko.

Leider scheuen sich Frauen oft davor, das große Ganze anzugehen, ihre Geschäftsideen auszuleben und das Risiko anzunehmen. Sie sind vielmehr pragmatisch, bodenverhaftet und sehr risikobewusst. Überschaubare Projekte zu stemmen fällt ihnen leichter, als von der Weltherrschaft zu träumen.

Wer als Gründerin erfolgreich sein will, sollte aber meiner Meinung nach ein schnelles exponentielles Wachstum anstreben.

4. Sei schnell und nutze die Geschwindigkeit.

Eine große Sorge vieler Gründerinnen ist das Thema Finanzierung. Klar ist, die Investorensuche ist für jeden ein großes und zeitintensives Thema – ganz unabhängig vom Geschlecht.

Gründerinnen sind nach meinem Empfinden in der Regel sehr viel langsamer und vorsichtiger mit Finanzierungen. Sie trauen sich nicht in die Abhängigkeit, haben Angst vor Schulden und Kontrollverlust. Das schadet ihnen oft mehr als es nutzt.

Nach dem Start-up-Monitor sind die wichtigsten Kapitalquellen bei der Finanzierung von Start-ups nach wie vor die eigenen Ersparnisse, gefolgt von der Unterstützung durch Freunde und Familie. Gestiegen ist die Finanzierung durch Business Angels. Die staatlichen Förderungen hingegen haben etwas an Stellenwert verloren.

5. Let’s rock – geh raus und tanze in der ersten Reihe.

Wer Investoren, Kunden und Mitarbeiter überzeugen will, muss entsprechend selbstbewusst auftreten. Die zweite Reihe ist nichts für Gründerinnen. Ich finde: Als Gründerin solltest du niemals deine eigenen Fähigkeiten unterschätzen. Denn für jedes Problem gibt es eine Lösung.

6. Suche und pflege dein Netzwerk.

Der Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern ist für mich einer der zentralsten Punkte. Investoren finden sich meistens über direkte Kontakte. Der Zugang und die Institutionalisierung von Wissensaustausch sind enorm wichtig. Sich einen Mentor oder eine Mentorin zu suchen, kann ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.

7. Hab keine  Angst vor dem Scheitern.

Kritische Momente, geplatzte Investments, müde Augen und verdammt schwere Zeiten – die Wahrheit ist: Gründen ist herausfordernd. Immer wieder sind Gründerinnen geplagt von Zweifeln, Ängsten und harten Entscheidungen.

Viele Stars am Start-up-Himmel sind durch ihre Krisen gegangen. Man kann sogar von einer regelrechten Kultur des Scheiterns sprechen.

Lass dich von Tiefschlägen nicht entmutigen – ein langer Atem zahlt sich aus. Denn: Die gescheiterten Unternehmerinnen von gestern sind die besten Unternehmerinnen von heute.

Stefanie Hagenmueller
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