Erfolgreiches Risikomanagement: Auf drei Faktoren kommt es an

Auch in einer immer komplexeren Welt können Unternehmen ihre Risiken im Griff behalten.

Keyfacts

  • Die Weltwirtschaft wird immer globaler, schneller und komplexer – und auch anfälliger für Störungen.
  • Das World Economics Forum (WEF) warnt vor einer immer risikoreicheren Welt.
  • Ein erfolgreiches Risikomanagement von Unternehmen sollte auf Integration, Risikokultur und Digitalisierung aufbauen.
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Dr. Stefan Otremba
  • Head of Corporate Risk Management, Governance & Assurance Services
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In den letzten Jahren gab es nur eine Richtung für Deutschlands Unternehmen: auf, in die Welt. Wie kaum eine andere entwickelte Industrienation wusste unser Land die Chancen der Globalisierung für sich zu nutzen.

Deutsche Unternehmen profitierten von schwindenden steuer- und zollrechtlichen Grenzen, Güter und Dienstleistungen konnten frei gehandelt werden. Hinzutraten disruptive Entwicklungen sowie der digitale Fortschritt, was die Kommunikation und den schnellen Austausch von Informationen vereinfachte.

Allerdings: In dem Maße, in dem die Wirtschaft globaler und schneller wurde, stiegen auch ihre Abhängigkeiten – und damit die Anzahl der Risiken, die Unternehmen erheblich beeinträchtigen können.

Politische Spannungen bedrohen die Weltwirtschaft

Auch das World Economics Forum (WEF) warnt in seinem aktuellen Risikobericht vor neuen Gefahren in einer risikoreicheren Welt. Die wohl aktuell größte sieht der Report in den noch immer wachsenden geopolitischen und geoökonomischen Spannungen zwischen den Weltmächten.

Wurde der freie Warenhandel lange Zeit als „Friedensstifter“ zwischen den Nationen betrachtet, ist er durch den grassierenden Nationalismus zu einem Werkzeug geopolitischer Interessen geworden. Standen früher die Suche nach „Win-Win-Situationen“ oder “Wandel durch Handel“ im Mittelpunkt des Interesses der meisten Mitglieder der Staatengemeinschaft, scheint dies zumindest bei einem Teil davon unilateralen Interessen gewichen zu sein.

Kultur als entscheidender Faktor im Umgang mit Risiken

Dass sich Unternehmen zukünftig verstärkt mit der rasanten Entwicklung von Unsicherheiten beschäftigen müssen, reflektiert auch die Herausbildung neuer beziehungsweise die Novellierung bestehender Standards (COSO II, ISO 31000) für das Risikomanagement.

Wichtig ist hierbei zu betonen, dass es beim Risikomanagement von Unternehmen nicht darum gehen kann, alle Risiken zu vermeiden. Dies würde einem gesunden Geschäftsverständnis widersprechen. Vielmehr muss es darum gehen, Risiken eingehen zu können – aber auf verantwortliche Art und Weise und in Kenntnis der Chancen und Gefahren.

Für ein erfolgreiches Risikomanagement sollten Unternehmen insbesondere drei Erfolgsfaktoren in den Fokus nehmen: Integration, Risikokultur, Digitalisierung

  • Integration bedeutet die ganzheitliche Betrachtung der Corporate Governance (Risikomanagement, IKS, Compliance, Revision) durch integrierte Methoden, Systeme und Prozesse zur Erzielung von Kostenvorteilen und vollständiger Transparenz. Aber auch die Einbindung des Risikomanagements in die Unternehmensplanung und die operativen und strategischen Entscheidungsfindungsprozesse, ist ein wichtiger Aspekt bei der Integration.
  • Risikokultur muss als der entscheidende Faktor im Umgang, aber auch bei der Wahrnehmung von neuen Risiken in Unternehmen erkannt und etabliert werden.
  • Digitalisierung sollte genutzt werden, um Struktur und Kontrolle in komplexe Beziehungen zu bringen. Zum Beispiel durch Automated Risk & Control Evaluation-Analysefunktionen von GRC-Systemen auf externe Datenfeeds und interne statische Daten sowie Transaktionsdaten. So wird eine grundlegende Faktenbasis geschaffen, um Entscheidungsprozess zu verbessern und Effizienzgewinne im Risikomanagement zu erzielen, die ein Unternehmen auch insgesamt profitabler machen.

Ein gut gemachtes Risikomanagement ist in der Lage, die Erfüllung regulatorischer Anforderungen mit Leistungsorientierung in Einklang zu bringen. Wenn dies gelingt, dann trägt die Risikomanagementfunktion im Unternehmen auch zur langfristigen Wertschöpfungsfähigkeit bei.

Dr. Stefan Otremba
  • Head of Corporate Risk Management, Governance & Assurance Services
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