Führungskräfte: Agilen Chefs gehört die Zukunft

Im Zeitalter der Digitalisierung sind neue Führungskompetenzen gefragt

Keyfacts

  • Agilität als Führungskompetenz
  • Klassische Bewertungskriterien sind passé
  • Erfolg trotz rascher Veränderung
Angelika Huber-Strasser
  • Bereichsvorstand Corporates
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Die Chefs von heute sollen lernagile Top-Manager sein. Bedeutet das, dass wir uns an alles widerspruchslos anpassen und verbiegen sollen? Nein, es bedeutet, dass Menschen, die rasch und kompetent auf schnelle Veränderungen reagieren, am besten durch das Zeitalter der Digitalisierung navigieren werden.

Konnte sich früher ein Unternehmen von der Außenwelt abschotten, legt heute Facebook alles offen. War früher ein Unternehmen nur auf dem lokalen Markt tätig, steht ihm heute ein globaler Wettbewerb gegenüber. Legte der Nachwuchs gestern einen lückenlosen Lebenslauf vor, punktet er heute durch Vielseitigkeit.

Die digitale Welt verändert Unternehmen nach innen und nach außen

Wenn Apple ein Auto entwickelt, Mechaniker mit Datenbrillen arbeiten oder clevere Fahrdienstleister den Taxis Konkurrenz machen, müssen Unternehmen schnell reagieren. Exogene Schocks und disruptive Innovationen verlangen von ihnen, sich den Veränderungen anzupassen. Reaktionsgeschwindigkeit ist alles.
Im Zeitalter der Digitalisierung gehört agilen Unternehmen die Zukunft. Gefragt sind völlig neue Kompetenzen in der Arbeitswelt. Die Vernetzung von Mensch und Maschine stellt nicht nur die Produktion und den Vertrieb vor neue Aufgaben. Auch Führungskräfte müssen sich mit der Digitalisierung der Arbeitswelt auseinandersetzen.

Sich immer wieder neu zu erfinden ist das Geheimnis erfolgreicher Unternehmen

Innovation entsteht nicht durch Maschinen, sondern durch Menschen oder in der Art und Weise, wie Menschen miteinander agieren. Erfolgreiche Menschen zeichnet aus, dass Sie schnell und auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren und dabei eine hohe Leistung zeigen. Sie beobachten, was sich im Markt tut, was der Wettbewerb macht, wohin die Digitalisierung uns treibt. Sie erkennen, wie sie diesen Prozess gestalten und für sich erfolgreich nutzen können.
Diese „High Potentials“ kommen heute nicht mehr als Nerd und mit den besten Abschlussnoten daher. Es sind veränderungsfähige, selbstinitiative Mitarbeiter. Sie sind offen, von anderen zu lernen. Sie beobachten, was ihre Kollegen, Chefs und Mitstreiter besser machen.

Agilität ist ein zentrales Element von Leadership

Im sich ständig verändernden globalen Wettbewerb haben klassische Bewertungskriterien bei der Talentsuche und Förderung ausgedient. Die Chefs von heute wollen sich ständig weiter entwickeln und neue Kompetenzen erwerben. Sie streben nach Veränderung und sehen sie nicht als Bedrohung. Ihre Lernfähigkeit ist schnell. Auch in schwierigen, neuen Situationen erzielen sie Erfolge.
Sie stehen für den professionellen Umgang mit Paradoxien: einfach oder komplex? Schnell oder entschleunigt? Standardisiert oder kreativ? Geplant oder improvisiert? Das Ziel muss sein, in jeder Situation die geeignete Methode professionell auszuwählen.
Erfolgreiche Chefs verstehen sich als Entwickler, die für Agilität die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Entscheidend ist das Ergebnis und nicht die Kontrolle, wie ein Team das Ergebnis erreicht. Die wichtigsten Anliegen eines guten Chefs müssen sein: die Förderung von Kreativität, Mitarbeitermotivation, Wertschätzung, Entscheidungsfreiräume, Vertrauensarbeit und eine gesunde Selbstreflexion.
Agilität darf nicht bedeuten, dass wir uns in der eigenen Rolle überfordern und verbiegen oder verbiegen lassen. Sich ständig neu erfinden, anpassen, neuen Situationen kreativ begegnen – das geht an die Substanz. Ganz entscheidend geht es darum, trotz Agilität eine Authentizität herzustellen und diese auch zu leben.
Es geht um eine gesunde Balance zwischen Eigenverantwortung und Rückhalt im Unternehmen. Dazu braucht es verantwortungsbewusste Chefs, starke Werte und eine gute Unternehmenskultur.

Angelika Huber-Strasser
  • Bereichsvorstand Corporates
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