Mythen der Zukunft

Wie Unternehmen erfolgreich Zukunft schaffen

Keyfacts

  • 70% der deutschen Unternehmen wenden aufgrund des unsicheren geopolitischen Klimas viel mehr Zeit für Szenarioplanung auf
  • Die Zukunft wird zunehmend disruptiver, sprunghafter, riskanter
  • Die zentrale Herausforderung besteht darin, bei zunehmender Unsicherheit trotzdem zu verlässlichen, soliden und vor allem erfolgreichen Entscheidungen zu kommen
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Heiko von der Gracht
  • Senior Manager, Head of Assessment Services
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Angesichts unserer turbulenten, disruptiven Zeiten scheint es das Gebot der Stunde zu sein: Immer wieder liest man, wie Geschäftsführer und Vorstände ankündigen, massiv in die strategische Vorausschau ihres Unternehmens zu investieren. Folgerichtig reagieren Eigentümer, Medien, Mitarbeiter und Führungskräfte begeistert. Ein Jahr später zeigt die Bestandsaufnahme: Es ist so gut wie nichts passiert. Das ist rätselhaft.

Ein deutsches Rätsel

Es gibt keinen vernünftigen Geschäftsführer oder Vorstand, der die drängende Notwendigkeit einer strategischen Vorausschau für die nachhaltige Existenz- und Erfolgssicherung seines Unternehmens bestreiten würde. Trotzdem passiert viel zu wenig. Zumindest in Deutschland.

Andere Länder sind schon weiter. Großbritannien zum Beispiel oder die USA, in Teilen auch die Niederlande. Was wir hier haben, ist ein deutsches Problem. Dabei ist der Zusammenhang längst nachgewiesen: Jene Unternehmen, die eine professionelle strategische Vorausschau betreiben, sind deutlich erfolgreicher, als jene, die mit Blick auf die Zukunft quasi im Blindflug unterwegs sind. Jene, die sehenden Auges in die Zukunft schreiten, planen anders.

Erfolg plant anders

Sie planen mit weiterem Zeithorizont (bis zu 15 Jahre voraus; teils länger). Sie kennen die über 30 Methoden der strategischen Vorausschau und wissen, wann man zum Beispiel eine Zukunftswerkstatt abhält und wann man einen Prognose-Markt einsetzt. Und sie planen auf Basis alternativer Szenarien: Ganz gleich wie irgendwann die Zukunft einmal aussehen mag – strategisch vorausschauende Unternehmen sind dank eines Fächers von Szenarien immer optimal darauf vorbereitet. Unternehmerische Überraschungen stellen dann die Ausnahme dar, nicht mehr die Regel. Die Zukunft wird beherrschbarer.

Was ist mit den anderen?

Viele Unternehmen hinken bei der Implementierung einer strategischen Vorausschau noch der Entwicklung hinterher. Nicht aus Vorsatz oder Trägheit, sondern weil sie verbreiteten Mythen aufsitzen, zum Beispiel:

„Das ist doch eh‘ nur ein Blick in die Kristallkugel.“

Alle Studien zum Thema belegen das Gegenteil: Unternehmen, die nicht nur mit traditionellen Mitteln planen, sondern auch mit der strategischen Vorausschau, sind auf Dauer signifikant erfolgreicher. Ein anderer Mythos behauptet:

„Zu teuer.“

Hinter diesem Irrglauben steht die Annahme, dass Zukunftsforschung nur mit teuren Studien und umfangreichen IT-Projekten möglich wäre. Das ist schlicht falsch. Die Zukunft einer Organisation wird weniger durch solche Prestige-Projekte entschieden, als durch das zukunftssensible und methodengestützte Alltagsverhalten des „ganz normalen“, aber eben zukunftsgeschulten Mitarbeiters und seiner ebenfalls gut geschulten Führungskräfte. Und wie alle wissen: Qualifizierungsmaßnahmen sind tragbar für jedes Unternehmen.

Litanei der Mythen

Ein dritter Mythos besagt:

„Wir wissen schon, was uns zur Zukunftsfähigkeit noch fehlt.“

Das ist fast immer eine Fehlannahme. Immer dann, wenn diesem vagen Bauchgefühl kein systematisches Assessment wie zum Beispiel das Future Readiness Assessment zugrunde liegt, entdecken die Verantwortlichen eben nur einen kleinen Teil der Zukunftsschwächen ihres Unternehmens. Und jene Schwächen, die intuitiv wahrgenommen werden, sind oft nicht von vorrangiger Priorität. Nur ein systematisches, strukturiertes und wissenschaftlich fundiertes Assessment kann alle Schwächen aufdecken und damit den Weg in eine erfolgreiche Zukunft gangbar aufzeigen.

Zukunft für alle

Ein weiterer Mythos meint:

„Strategische Vorausschau ist nur was für große Unternehmen.“

Der Praxisalltag widerlegt das wöchentlich: Eine Zukunftswerkstatt kann sogar ein Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitenden nutzen – die Start-ups mit ihrem herausragenden Erfolg machen es seit langem vor.

Strategische Vorausschau ist für alle da. Für alle, die ihre Zukunft nicht nur dem berühmten Bauchgefühl – das absolut seine Berechtigung hat – überlassen wollen, sondern im Sinne des Wortes strategisch denken können und wollen. Die Welt ist in diesem Punkt absolut fair und gerecht konstruiert: Die Zukunft bevorzugt und belohnt das strategisch vorausschauende Unternehmen.

Heiko von der Gracht
  • Senior Manager, Head of Assessment Services
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