Geschichte schreiben am Kapitalmarkt

Wie Unternehmen den Gang an die Börse erfolgreich meistern

Keyfacts

  • Für einen erfolgreichen Börsengang braucht es eine überzeugende Equity Story.
  • Mit alternativen Leistungskennzahlen lässt sich ein noch umfangreicheres Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens darstellen.
  • Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein gelungenes Börsendebut ist eine umfassende Vorbereitung.
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Ines Knappe
  • Partner, Audit, DPP, Capital Markets Advisory
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Die Motive für einen Börsengang (IPO) sind vielfältig: Sei es zusätzlicher Kapitalbedarf von Familienunternehmen oder großen Mittelständlern, der Ausstiegswunsch eines Hauptaktionärs oder der Ausbau der finanziellen Basis eines bereits börsennotierten Unternehmens.

Doch wer sich auf einen Börsengang vorbereitet, muss vieles beachten. Ines Knappe, Partner, Audit, DPP, Capital Markets Advisory, und Ralf Pfennig, Partner, Finance Advisory, Capital Markets Advisory, erklären, worauf es ankommt.

Frau Knappe, was braucht es für einen erfolgreichen Börsengang?

Ines Knappe: Ob ein Börsengang gelingt, hängt in hohem Maße von der Kommunikation ab. Im Zentrum steht dabei die Equity Story. Sie analysiert und präsentiert den Hintergrund der bisherigen Unternehmensentwicklung, die aktuelle Positionierung sowie die mit dem Börsengang verfolgte Perspektive. Folgende Fragen müssen hier berücksichtigt werden: Warum sollte ein Investor in mein Unternehmen investieren? Was ist unser Alleinstellungsmerkmal? Wie habe ich mich in der Vergangenheit entwickelt und was ist meine Zukunftsvision? All das muss ich dann mit KPIs belegen.

Welche KPIs eignen sich hier?

Ines Knappe: Hier kommen die alternativen Leistungskennzahlen ins Spiel: Mit ihnen lässt sich ein noch spezifischeres und umfangreicheres Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens darstellen. Die Praxis zeigt, dass Unternehmen hier Zahlen wählen, die Ergebnis und Geschäftsentwicklung möglichst positiv und attraktiv aussehen lassen. Dazu gehören Kennzahlen wie EBIT (Earnings Before Interest & Taxes), und EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) und häufig zusätzlich bereinigte Kennziffern.

Jedes Unternehmen sollte sich fragen: Kann ich diese Zahlen überhaupt liefern? Werde ich sie künftig dem Kapitalmarkt kommunizieren können oder nicht? Und ganz entscheidend an der Stelle: Steuere ich mein Unternehmen überhaupt danach? Mir nutzt die attraktivste Equity Story nichts, wenn ich im nächsten Quartal nicht in der Lage bin, dem Investor diese alternativen Leitungskennzahlen zu liefern.

Viele Fragen, auf die das Unternehmen Antworten finden muss. Welche Art von Vorbereitung auf den Börsengang ist wichtig?

Ines Knappe: Wer den Weg an die Börse wagt, der braucht genügend Vorlaufzeit. Denn die dauerhafte Börsenpräsenz stellt neue Anforderungen an das Unternehmen: Publikationspflichten, Berichtswesen, die Einhaltung von Compliance. Es muss viel früher seine Leistungskennzahlen präsentieren und hat zudem eine andere Governance-Struktur. Beispiel: Ein Familienunternehmen muss den Deutschen Corporate Governance Kodex nicht beachten, geht es an die Börse ändert sich das, dann muss es diesen einhalten.

Herr Pfennig, wie sollte ich mich als Unternehmen aufstellen, um eine gute Vorbereitung zu gewährleisten?

Ralf Pfennig: Es braucht im Unternehmen ein Projektteam mit internen und externen Experten. Dieses überprüft, ob das Unternehmen eine gute Kapitalmarktkommunikation liefern kann und vergleicht die Anforderungen des Kapitalmarkts mit dem aktuellen Status quo im Unternehmen: Sind wir in der Lage, alle Fristen für anstehende Konzernabschlüsse einzuhalten? Können wir die alternativen Kennzahlen, die wir verwenden, tatsächlich zu jedem Zeitpunkt liefern und steuern wir auch wirklich danach, auch in Zukunft?

So entsteht eine Gap-Analyse, die aufzeigt, an welchen Stellen noch optimiert werden kann und muss. Daraus ergibt sich ein detaillierter Maßnahmenplan, der die Grundlage für ein effizientes Projektmanagement bildet und die IPO-Vorbereitung strukturiert.

Berücksichtigen denn Ihrer Meinung nach genügend Unternehmen diese Schritte?

Ralf Pfennig: Eine Vielzahl tut es, aber leider noch nicht alle. Dabei sieht man einen großen Unterschied zwischen den Unternehmen, die es machen und denen, die es nicht machen. Diejenigen, die eine gründliche Gap-Analyse vornehmen, holen ihre eigenen Leuten viel schneller mit ins Boot und beteiligen sie früher am Vorbereitungsprozess. So gibt es weniger Überraschungen, auch innerhalb des Unternehmens. Deshalb rate ich jedem Unternehmen, das an die Börse will, sich frühzeitig mit entsprechender Intensität auf den Börsengang vorzubereiten und interne und externe Kräfte zu bündeln. Ein IPO Readiness Asessement kann dabei unterstützen.

Ines Knappe
  • Partner, Audit, DPP, Capital Markets Advisory
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Dressed for Success – Equity Stories und alternative Leistungs-kennzahlen

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