Gesellschaftliche Verantwortung als Teil der Unternehmensstrategie

Unternehmen profitieren auch wirtschaftlich von Nachhaltigkeit.

Keyfacts

  • Unternehmen müssen sich verstärkt ihrer Verantwortung für Umweltschutz, Ressourcenverbrauch und Menschenrechte stellen.
  • Transparenz über entsprechende Aktivitäten lässt sich mithilfe von Data & Analytics-Technologien herstellen.
  • Wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung schließen sich nicht aus.
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Lyth Al-Khazrage
  • Manager, Governance & Assurance Services
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Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmen hängt mehr denn je auch vom Umgang mit den sozialen und ökologischen Herausforderungen der betreffenden Branche ab.

Was es dabei vor allem braucht, ist Transparenz sämtlicher Nachhaltigkeitsaktivitäten. Die lässt sich am effizientesten herstellen, indem Unternehmen ähnlich wie im Finanzwesen innovative Data & Analytics-Technologien nutzen, Leistungsindikatoren erheben, anschließend Wirkzusammenhänge zwischen einzelnen Kennzahlen identifizieren und schließlich geeignete Maßnahmen einleiten.

Die heute schier grenzenlosen Möglichkeiten der Digitalisierung erlauben es, zur Verfügung stehende interne Informationen zu Energie- und Wasserverbrauch oder Abfallaufkommen mit externen Kennzahlen zum Klimawandel, mit Risikoindizes im Bereich Menschenrechte oder der Entwicklung der Energiepreise zu verbinden und beides gemeinsam zu analysieren.

Balance zwischen hoher Produktivität und niedrigem Energieverbrauch

Technisch funktioniert das ähnlich wie Empfehlungsmarketing im Online-Handel („Kunden, die Artikel A gekauft haben, interessieren sich auch für Artikel Z“): Große Datenmengen werden mit Abstraktionen der Realität verknüpft und anschließend zu einem mathematischen Modell verdichtet.

Konkret gruppiert ein Clustering-Verfahren unterschiedliche Datenpunkte aus einem Datentopf nach ihrer Ähnlichkeit. Damit lassen sich sowohl Muster als auch Ausreißer maschinell identifizieren. Übertragen auf das Thema Nachhaltigkeit kann so zum Beispiel der Zusammenhang von Energieverbrauch und CO2-Emissionen zwischen verschiedenen Standorten analysiert werden. Ziel der Klassifikation wäre es dann, ein Muster für die ideale Balance zwischen hoher Produktivität und niedrigen CO2-Emissionen zu finden und die noch vorhandene Belastung durch die Nutzung erneuerbarer Energie zu kompensieren.

Oder das Unternehmen berücksichtigt bei der Auswahl eines neuen Produktionsstandortes den nationalen Strom-Mix jedes Landes, entscheidet sich dann für den Standort mit dem emissionsärmsten Mix und verkleinert so den eigenen CO2-Fußabdruck.

Ressourcenschonung senkt operative Kosten

Ein weiteres dankbares Einsatzgebiet von Data & Analytics ist die Klimarisikoberichterstattung: Angestoßen durch die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sind Unternehmen dazu angehalten, die finanziellen Auswirkungen von Klimarisiken auf ihr Geschäftsmodell zu bewerten und bei Bedarf entsprechende Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Willkommener „Nebeneffekt“ nachhaltigkeitsbezogener Maßnahmen wie Ressourcenschonung, Energieeffizienz oder Prozessoptimierung sind nicht selten sinkende operative Kosten. Auch hier helfen Data & Analytics sehr wirkungsvoll, solche Potenziale offenzulegen und nachhaltigkeitsbezogene Initiativen (auch) an diesem Aspekt auszurichten.

Kein Entscheidungsträger kann heute die ökologischen und sozialen Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit ignorieren. Um diese mit dem weiterhin zentralen Ziel des wirtschaftlichen Erfolgs in Einklang zu bringen, werden Unternehmen künftig noch stärker als bisher auf systematische Analysen von (Nachhaltigkeits-)Daten zurückgreifen.
Die daraus gewonnen Erkenntnisse können auch helfen, Risiken zu senken, bevor sie sich negativ auf das Ergebnis auswirken.

Wirtschaftliche Rationalität und gesellschaftliche Verantwortung sind keineswegs Gegensätze. Mithilfe der Digitalisierung lassen sie sich leichter und effizienter denn je miteinander verknüpfen. Unternehmen sollten diese Möglichkeiten nutzen.

Mehr zu diesem und weiteren verwandten Themen finden Sie im CGO-Magazin – dem Governance-Magazin von KPMG. In der aktuellen Ausgabe dreht sich alles um Nachhaltigkeit.

Lyth Al-Khazrage
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Nur eine Modeerscheinung? Nein, wer nachhaltig wirtschaftet ist langfristig erfolgreicher.

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