Junge Talente behutsam an den Job heranführen

Unternehmen können von der Nachwuchsförderung deutscher Fußballvereine viel lernen

Keyfacts

  • DFB fördert Talente vorbildlich
  • Nachwuchstalente brauchen Mentoren
  • KPMG veranstaltet weltweit größte, unternehmenseigene Case Competition
Klardenker- Redaktion
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Andere Fußballnationen schauen bewundernd auf die Talentförderung des DFB. Wie gut die Programme funktionieren, konnten wir bei der WM 2014 sehen, Deutschland ist Weltmeister. Damit Unternehmen im „war for talents“ gewinnen, können sie von dem Erfolgskonzept viel lernen.

Ein engmaschiges Netz zum intensiven Sichten junger Spieler deckt ganz Deutschland ab. (Fast) jedes Talent kann damit sicher sein, von einem regionalen Sichter „aufgespürt” zu werden.

Und wie können Unternehmen ihre Talente finden?

Wichtig ist es, erstmal die Zielgruppe zu definieren. Erst dann überlege ich, wo finde ich sie, wie spreche ich sie an und wie halte ich den permanenten Kontakt. Große Unternehmen leisten sich dafür Talentmanagement-Abteilungen. In kleinen Unternehmen identifizieren am besten diejenigen Mitarbeiter Talente, die viel mit jungen Menschen wie Praktikanten zusammenarbeiten.

Profi-Clubs der 1. und 2.Bundesliga betreiben eigene Jugendakademien

Auch für Unternehmen macht es Sinn, eine Art Akademie zu gründen. Beispiel hierfür ist die Praktikantenbindung. Junge Talente, die noch nicht im Berufsleben stehen, werden so ins Unternehmen integriert und zielgruppenspezifisch betreut. Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter, die sich um den Nachwuchs kümmern, speziell geschult sind.

Profi-Vereine versuchen außerdem ihren Nachwuchs vorsichtig an das Profigeschäft heranzuführen, wie durch eine 15 minütige Einbindung in ein Profispiel.

Junge Spieler müssen behutsam aufgebaut werden

Es bietet sich an, den jungen Mitarbeitern einen Mentor zur Seite zu stellen, sie langsam in Arbeitsprozesse miteinzubinden, ihnen kleine Teilaufgaben geben – natürlich immer kombiniert mit einem qualitativem Feedback. KPMG veranstaltet parallel dazu die weltweit größte, unternehmenseigene Case Competition. Studierende bearbeiten und präsentieren im Anschluss aktuelle und reale Beratungsfälle. Sparringspartner ist dabei keine geringere Gruppe als international agierende Partner von KPMG, „getarnt“ als fiktiver Vorstand.

Spezialisten für die richtige Förderung

Trainer und Physiotherapeuten, eventuell Fitnesstrainer oder Konditionstrainer fördern die Performance der Nachwuchsspieler. Auch für Unternehmen ist es eine gute Idee, Nachwuchstalente zu trainieren.

KPMG hat ein Konzept entwickelt, dass Praktikanten, Werkstudenten und junge Berufseinsteiger Mentoren an die Seite gestellt bekommen. Sie beantworten jede Frage, machen auf Schwierigkeiten und Fallstricke im Berufsleben aufmerksam und geben regelmäßig Feedback.

Im Fußball werden außerdem die natürlichen Voraussetzungen der jungen Spieler genau analysiert. Erst dann sucht der Verein für sie die richtige Position. Und wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter von Anfang an richtig einsetzen? Damit die Stelle zu ihnen passt und sie ihre Fähigkeiten voll entwickeln können?

Stärken nutzen, Defizite weg trainieren

Unternehmen neigen eher dazu, Kandidaten mit kleinen Defiziten nicht zu nehmen, anstatt zu überlegen, wie man diese Defizite durch Trainings minimieren könnte. Ein junges Fußballtalent hat ja auch nicht von Anfang an alle Fähigkeiten. Unternehmen müssen solche ungeschliffenen Rohdiamanten erkennen. Mit dem richtigen Schliff, also der klassischen Weiterbildung, entwickeln sie sich zu Brillanten. Die Potenzialanalyse eignet sich neben dem Bewerbungsgespräch gut als zusätzliches Tool, eventuell auch anstatt des typischen Lebenslaufchecks. Unternehmen sollten sich lieber fragen. Bringt der Kandidat die Bereitschaft zum Lernen mit? Wie schnell kann er sich in neue Themen einarbeiten?

Talente von Beginn an binden

Ein Fußballer, der alle Jugendmannschaften eines Vereins durchlaufen hat, wird höchstwahrscheinlich auch dort seinen Profi-Vertrag unterschreiben. Der Spieler identifiziert sich stark mit der Marke des Vereins. Auch Unternehmen bekommen so ein Branding hin, aber dafür müssen sie ihre Jungtalente kontinuierlich betreuen. Je stärker sich jemand durch einen anderen Menschen betreut fühlt, desto besser fühlt er sich aufgehoben. Und je mehr ein Mensch sich aufgehoben fühlt, desto eher möchte er dort bleiben wo er ist, anstatt für den Berufseinstieg großes Neuland zu betreten. Und wenn ein tolles Angebot von einem anderen Verein kommt, ist Geld nicht alles. Das gilt für Fußballer wie auch für Unternehmen.

Die Kernfrage ist, wie kann ich meine Mitarbeiter halten, so dass sie gerne im Unternehmen arbeiten. Die Schlüsselbegriffe hierfür sind Führungsqualität, Kollegialität, Wertschätzung, Weiterentwicklung und natürlich die Frage, wie der Beruf und die Freizeit in Einklang gebracht werden können

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