Kauf dich schlau

Wissen, Branchen und Geschäftsmodelle – wie Unternehmen von Mega-Deals profitieren.

Keyfacts

  • Kauf sollte durch Strategieplan begründet werden
  • Zukäufe sollen zu mehr Know-how im Unternehmen führen
  • 43 Prozent der Top-Entscheider planen auch Verkäufe
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Leif Zierz
  • Bereichsvorstand Deal Advisory
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Unternehmen setzen immer häufiger auf Zukäufe und Kooperationen, um die eigene Position im Markt zu festigen oder Transformationen voranzutreiben. Für Leif Zierz, Global Head of KPMG Deal Advisory, werden sich die Entwicklungen auf allen Märkten noch intensivieren.

Die französische Bank BPCE übernimmt das FinTech Fidor, und Panasonic ist nun Mehrheitseigner des Berliner Start-ups Open Synergy. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Start-up von sich reden macht, das an einen namhaften Konzern verkauft wurde – dazu kommen ständige Schlagzeilen signifikanter Transaktionen und Kooperationen.

„Zusammenschlüsse und Megadeals führen zu Schlagzeilen. CEOs spüren den steigenden Druck und die Erwartungen, echten Mehrwert zu schaffen. Disruptive Veränderungen, geringes Wirtschaftswachstum und Big Data sind heute an der Tagesordnung. Viele Top-Entscheider haben reagiert und ihre Strategie überarbeitet: Besonders große Konzerne setzen auf Allianzen und JointVentures. Partnerschaften gehören heute in den M&A-Strategieplan eines jeden CEOs. Die besten Pläne sind die, die die komplexen Entwicklungen kennen und umfänglich würdigen und so echten Mehrwert ermöglichen. ‚Weiter wie bisher‘ ist ein Auslaufmodell.“ weiß Leif Zierz aus seiner täglichen Arbeit.

Die Gründe für eine Übernahme sind laut Zierz vielfältig: „Zunehmende Digitalisierung und die notwendige Transformation von Geschäftsmodellen verlangen von Unternehmenslenkern eine ganz neue Denkweise. Heutige Unternehmenszukäufe begründen zumeist einen immensen Wissenszuwachs im Haus.“

Kooperation anstatt Übernahme

Laut dem CEO Outlook 2016 plant nahezu jeder zweite Firmenlenker, sich an Kooperationen mit anderen Unternehmen zu beteiligen.

Die Anforderungen an internationale Zusammenschlüsse sind in den vergangenen Jahren jedoch trotz Globalisierung und rascher Digitalisierung nicht weniger geworden. Verstärkt sich ein europäischer Konzern beispielsweise mit einem Unternehmen mit Sitz in den USA, das sich mit Datenverarbeitung befasst, führt das möglicherweise zu signifikanten Problemen. Nachdem das Datenabkommen Safe Harbor, das den Datenaustausch zwischen der Europäischen Union und den USA geregelt hat, gekippt wurde, müssen sich Unternehmen auf weitere regulatorische Einschnitte vorbereiten. „Kooperationen und Übernahmen müssen wohl überlegt sein und müssen vor dem Hintergrund des gültigen Landes- oder Unionsrechts betrachtet und realistisch eingeschätzt werden. Was bringt es den Unternehmen, wenn sie eine Investition tätigen und das eingekaufte Wissen gar nicht anwenden dürfen?“, gibt Zierz zu Bedenken.

Besonders in der Finanzbranche sind Zukäufe oder Kooperation zwischen Unternehmen, die sich in Größe und in Sachen Geschäftsmodell stark unterscheiden, keine Seltenheit mehr. Viele der aufstrebenden FinTechs suchen gezielt die Zusammenarbeit mit konventionellen Banken, um sich am Markt zu positionieren. Deshalb haben moderne CEOs auch einen „guten M&A-Strategieplan, um den Gegebenheiten ihrer Branche angemessen begegnen zu können“, weiß Zierz weiter.

Verkauf aus guten Gründen

Wie aus dem CEO Outlook weiter hervorgeht, planen 43 Prozent der deutschen Top-Entscheider für die kommenden drei Jahre jedoch auch Verkäufe. Diese können laut Zierz nicht nur dann sinnvoll sein, wenn Geschäftsteile die Gesamtbilanz des Konzerns trüben oder ihn in seiner Existenz bedrohen. „Die Gründe für Verkäufe sind vielschichtiger als man denkt: Tatsächlich trennen sich Unternehmen von Geschäftsbereichen in den meisten Fällen, weil sie einfach nicht mehr ins Portfolio passen, weil sich das Unternehmen strategisch anders aufstellt – die Gründe für derartige Entscheidungen sind mannigfaltig“, sagt Zierz.

Leif Zierz
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