Künstliche Intelligenz ist unter uns – machen wir das Beste daraus

Der Einfluss von Algorithmen ist groß und wird wachsen

Keyfacts

  • Zwei unterschiedliche Szenarien zeigen, wohin die Entwicklung von künstlicher Intelligenz gehen könnte.
  • KI-Anwendungen hängen von den Daten ab, mit denen sie gefüttert werden.
  • In drei Bereichen können wir bestimmen, wie wir in Zukunft KI nutzen und wo ihre Grenzen sind.
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Angelika Huber-Strasser
  • Bereichsvorstand Corporates
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Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Lebens. Siri und Alexa sind nur zwei Beispiele. Wie sehr KI bereits unseren Alltag prägt, möchte ich an einem persönlichen Erlebnis demonstrieren. Neulich bekam ich eine E-Mail von einem großen Kosmetikunternehmen: Ich solle doch neues Make-up bestellen. Kennen die meinen Badezimmerschrank? Wissen die, dass mein Make-up schon aufgebraucht ist? Diese beiden Fragen gingen mir durch den Kopf. Die Antwort ist simpel. Das Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz, und die merkt sich Bestellungen, die wir im Internet machen.

KI findet sich in immer mehr Lebensbereichen

Andere Beispiele: Google Maps zeigt Ihnen wie selbstverständlich den kürzesten Weg zu Ihrem Lieblingsrestaurant; Amazon schlägt Ihnen vor, was Sie als nächstes bestellen können. Im Internet sind wir nicht allein. KI ist unter uns. Google fragt bei einem Android-Smartphone pro Stunde 40 Daten ab, im aktiven Gebrauch sogar mehr als 90. Künstliche Intelligenz und Algorithmen wirken also mit bei der Entscheidung, wo und was wir essen. Und dieser Einfluss wird in den nächsten Jahren wachsen.

In unserer Studie „Wertschöpfung neu gedacht. Von Humanoiden, KIs und Kollege Roboter“ haben wir uns mit verschiedenen Szenarien beschäftigt. Auf zwei sehr gegensätzliche Modelle möchte ich näher eingehen.

Schlaraffenland: Wir vertrauen der KI und regulieren sie

In diesem Szenario ist künstliche Intelligenz hoch entwickelt. Die Menschen bedienen sich ihrer vielfältigen Dienste, regulieren sie aber im Denken und Handeln. Der Mensch bestimmt die Tätigkeit der künstlichen Intelligenz. Daten sind umfassend verfügbar, jedoch streng geschützt.

Machtlose Gesellschaft: Wir können die KI nicht mehr regulieren

Hier hat der Mensch die Kontrolle verloren und misstraut der Technologie. Denn KI haben die Herrschaft in Wirtschaft und Regierungen und im privaten Bereich übernommen. Dennoch hoffen viele Menschen auf die „gute Mutter KI“. Entscheidungsfindungsprozesse werden tatsächlich regelmäßig veröffentlicht, doch nur wenige Menschen können den Informationen folgen.

Der Mensch bleibt der entscheidende Faktor

Diese sehr unterschiedlichen Zukunftsszenarien zeigen, wie wichtig es ist, dass wir als Gesellschaft den Weg beeinflussen, den künstliche Intelligenz nehmen soll. Wir sollten uns klar darüber werden, wo wir die ethischen und gesellschaftlichen Grenzen ziehen wollen und was wir uns von KI erhoffen.

So stark der Einfluss von KI sein mag und noch werden wird: Klar ist auch, dass alle möglichen Anwendungen von den Daten abhängen, mit denen die Algorithmen trainiert werden. Und dafür sind momentan noch Menschen zuständig. Deswegen sollten wir vor allem in drei Bereichen über Möglichkeiten und Grenzen der künstlichen Intelligenz sprechen.

Gesellschaftlich:

Wir sollten den Diskurs in unterschiedlichen Gremien suchen und diese bei ihrer Arbeit unterstützen. In meinen Augen ist es wichtig, ein größeres Bewusstsein für die Relevanz des Themas zu schaffen und breite Gesellschaftsschichten zu erreichen. So werden Ängste abgebaut und es können ethische Standards bestimmt werden. Aufklärungsarbeit in allen gesellschaftlichen Bereichen, zum Beispiel in Schulen, Unternehmen oder Verbänden und Parteien ist daher immens wichtig.

Am Arbeitsplatz:

Hier gilt es zu klären, in welchen Bereichen bereits KI eingesetzt wird und ob die Daten entsprechend geschützt sind. Ein Unternehmen sollte ethische Grundsätze für Mitarbeiter und Kunden aufsetzen. Wichtig ist außerdem Transparenz darüber, wie mit Kundendaten umgegangen wird.

Im privaten Umfeld:

Während einer Familienfeier kann eine eingeschaltete Alexa dank der zahlreichen Gespräche im Raum jede Menge Daten sammeln. Wollen Sie das? Nutzen Sie Geräte wie Sprachassistenten bewusst und überlegen Sie für sich, welche KI sinnvoll ist und worauf Sie verzichten können. Gehen Sie mit Ihren Daten sensibel um und informieren Sie sich, wie Sie sich sicher im Internet bewegen.

Das heißt: Wir sollten uns ausführlich mit den Möglichkeiten und Grenzen von künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Trotzdem wäre es falsch, die Technik skeptisch zu beäugen, denn sie erleichtert unseren Alltag und bietet tolle Möglichkeiten in der Arbeitswelt. Und noch besser: Wir können diese Möglichkeiten mitgestalten. Diese Chance sollten wir ergreifen.

Angelika Huber-Strasser
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Wertschöpfung neu gedacht

Von Humanoiden, KIs und Kollege Roboter

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