Künstliche Intelligenz: “Menschen an der Entwicklung teilhaben lassen“

Talkshow Klardenker live zu Herausforderungen und Nutzen von künstlicher Intelligenz.

Keyfacts

  • KI hat das Potenzial, die Gesellschaft und Wirtschaft grundlegend zu verändern.
  • Algorithmen reichen nicht aus – künstliche Intelligenz braucht menschliche Intelligenz.
  • Eine innovationsfreudige Unternehmenskultur und die Einbindung der Mitarbeiter sind entscheidend.
Marc Ennemann
  • Partner, Head of Value Chain Transformation
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Künstliche Intelligenz, also die Automatisierung intelligenten Problemlösungsverhaltens, hat in den vergangenen Jahren enorme Entwicklungssprünge gemacht. Für Unternehmen ist KI das große Zukunftsthema, denn sie hat das Potenzial, die Gesellschaft und Wirtschaft grundlegend zu verändern und bietet die Chance, das eigene Geschäft zu optimieren. In der Talkshow KPMG Klardenker live wurde darüber debattiert, was künstliche Intelligenz schon heute alles leisten kann. Wo sie in Unternehmen bereits eingesetzt wird und welche Auswirkungen das auf die Gesellschaft hat – diese Aspekte diskutierten die vier Talkgäste aus unternehmerischer, politischer und beraterischer Perspektive.

Britta Daffner, Senior Consultant AI & Data bei IBM, brachte ihr technisches Know-how in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz für Banken ein. Für sie sei KI „zuverlässig, schnell und sorgt für eine gleichbleibende Servicequalität“ beispielsweise im Einsatz als Chat-Bot für Kundenanfragen im Bankbereich. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, machte auf die Herausforderungen für Arbeitgeber und -nehmer aufmerksam, wenn es um den Wegfall oder die Entstehung neuer Arbeitsplätze geht.

Julia Borggräfe, Leiterin der Abteilung „Digitalisierung und Arbeitswelt“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, will die Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt aktiv begleiten. Wichtig für den Erfolg und die Akzeptanz innovativer Technologien sei es, die Mitarbeiter von Beginn an einzubeziehen und soziale Aspekte in den Fokus zu rücken, betonte Borggräfe. Marc Ennemann, Partner, Lighthouse Germany, Center of Excellence for Data & Analytics bei KPMG, plädiert für eine angstfreie Auseinandersetzung mit intelligenter Automatisierung und für die Erarbeitung neuer politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene.

Die Menschen mitnehmen

Ennemann erläuterte in der Sendung, dass es häufig nicht die automatisierten Prozesse seien, die zu Problemen führten, sondern die Qualifikation der Menschen im Umgang mit den neuen Technologien und die damit verbundenen Ängste: „Wenn man die Menschen an der Entwicklung teilhaben lässt, schafft man Vertrauen und man sieht, was geht und was nicht.“

Reiner Hoffmann vom Gewerkschaftsbund machte deutlich, worauf es bei der Entstehung neuer Arbeitsplätze ankommt: Es stehe nicht die Technik im Mittelpunkt, sondern in erster Linie die Unterstützung und das Voranbringen der Arbeitnehmer in ihrem Lebens- und Arbeitsalltag. Zweitens müsse über Investitionen in Bildung eine Kultur gefördert werden, die dem Umgang mit innovativen Technologien offen gegenübersteht. So könne man den Prozess gestalten und begleiten, unterstrich Hoffmann.

Angst vor der Super-KI

Wie man sicherstellen könne, dass die Menschen einer KI nicht ausgeliefert seien, interessierte an dem Abend die Zuschauer, die ihre Fragen im Live-Chat und über die sozialen Medien stellten. „Es sind rechtliche Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene notwendig, um eine unkontrollierbare Super-KI, die alles überrollt, zu verhindern“, hielt Marc Ennemann fest. Deshalb sei es gut, dass es in Europa einen anderen Rechtsraum gäbe als in den USA.

Die vier Talkgäste waren sich einig, dass ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden müsse, den Umgang der Menschen mit KI zu fördern. Denn „sie hat das Potenzial, Menschen mehr Gestaltungsspielräume und Souveränität zu geben“, sagte Reiner Hoffmann abschließend und forderte: „Diese Chancen sollten wir nutzen, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“

Die komplette Aufzeichnung der Show finden Sie hier.

Marc Ennemann
  • Partner, Head of Value Chain Transformation
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