Steuer-CMS: Nie wieder Unbehagen bei der Betriebsprüfung

Steuer-CMS

Mit einem Steuer-CMS gegen steuerstrafrechtliche Konsequenzen vorbeugen

Keyfacts über Steuer-CMS

  • Belegt ehrbare Handlungsabsicht
  • Sollte unternehmensindividuell ausgestaltet sein
  • Externe Prüfung als Qualitätssiegel relevant
Zusammenfassung lesen

Der Betriebsprüfer steht vor der Tür. Er stellt Fragen zu Ihrer Steuer-Erklärung. Löst das bei Ihnen Unbehagen aus? Oder sind Sie ganz entspannt, weil Sie wissen, dass bei Ihnen im Unternehmen alles nach Recht und Vorschrift läuft? Nun, ich hoffe zweites ist bei Ihnen der Fall – aber seien Sie sich da mal nicht zu sicher.

Viele Inhaber und Geschäftsführer sind sich gar nicht bewusst, in welchem Ausmaß sie persönlich in Steuer-Fragen strafrechtlich haftbar gemacht werden können. Für Regelverstöße in ihrem Unternehmen, von denen sie nichts wussten, geschweige denn daran beteiligt waren. Für den Betriebsprüfer ist dies irrelevant: Ist die Steuer-Erklärung fehlerhaft zu Gunsten des Unternehmens erstellt worden, muss er dies zur Anzeige bringen – egal ob es nun nur ein dummer Fehler der Steuer-Abteilung war oder bewusster Betrug. Und die Unternehmensleitung haftet, denn Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe.

Unternehmensführung schützen

Alles im Blick zu behalten, kann für die Unternehmensleitung zum Problem werden. Und je größer und komplexer die Unternehmensstruktur, umso schwerer wird es. Ein Steuer-CMS (Compliance Management System) ist hier enorm hilfreich. Es umfasst organisatorische und technische Maßnahmen, um sicherzustellen, dass man sich keiner Steuer-Vergehen schuldig macht. Zudem wirkt es in gewisser Weise vorbeugend gegen steuerstrafrechtliche Konsequenzen. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat mit dem Anwendungserlass zum §153 AO klargestellt: Einem Unternehmen, welches über ein funktionierendes Steuer-CMS verfügt, ist eine gute Absicht zu unterstellen. Sollte ein Betriebsprüfer trotz Steuer-CMS ein Fehlverhalten entdecken, werden die Konsequenzen für die handelnden Personen sicherlich milder ausfallen – denn man hat ja versucht alles zu unternehmen, um Steuer-Vergehen zu vermeiden.

Steuer-CMS besser prüfen lassen

Nun gibt es keine Pflicht für Unternehmen, ein Steuer-CMS einzurichten. Auch für die Ausgestaltung eines Steuer-CMS gibt es vom BMF keine direkten Vorgaben. Für die Unternehmen ist dies eine schwierige Situation, müssen sie doch selbst entscheiden, welcher Umfang, welche System-Komponenten ihrer Unternehmenssituation gegenüber angemessen sind. Entscheidend hierfür ist die Branche, die Unternehmensgröße, die Rechtsform und auch der Grad der Automation und Delegation in der Unternehmensstruktur. Um die Entscheidungen für Unternehmen leichter zu machen, hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) aktuell einen Praxishinweis erstellt. Ich bin an der Erstellung des Hinweises aktiv beteiligt und habe hierzu mit dem IDW auch ein Video veröffentlicht.

Auch für Unternehmen interessant, richtet sich der Praxishinweis des IDW in erster Linie an Wirtschaftsprüfer. Denn damit ein Steuer-CMS vor den Anforderungen eines Betriebsprüfers bestand hat, sollte es eine Prüfung durch einen anerkannten Wirtschaftsprüfer durchlaufen. Die ausgestellte Bescheinigung fungiert als Qualitätssiegel. Denn sich nur pro forma ein Steuer-CMS zuzulegen, mit dem man die Behörden blenden möchte, wird sicherlich eine deutliche Ahndung durch diese zur Folge haben.

Ehrbare Handlungsabsichten unter Beweis stellen

Um steuerliche Regelkonformität zu bezeugen, werden zumindest größere Unternehmen zukünftig nicht um ein geprüftes Steuer-CMS herumkommen. Sie sollten es auch nicht. Denn der BMF-Anwendungserlass und der IDW Praxishinweis bieten eine gute Chance, die eigenen ehrbaren Handlungsabsichten in Steuer-Fragen unter Beweis zu stellen. So braucht auch die Unternehmensführung bei der nächsten Betriebsprüfung kein Unbehagen zu verspüren.

Was Unternehmen sonst noch wissen müssen, um in Steuerfragen auf der sicheren Seite zu sein: Unsere Themenreihe Steuern im Blick informiert Sie über alles, was wichtig ist.

11. Mai 2017
Zusammengefasst

»Viele Inhaber und Geschäftsführer sind sich gar nicht bewusst, in welchem Ausmaß sie persönlich in Steuer-Fragen strafrechtlich haftbar gemacht werden können. Für Regelverstöße in ihrem Unternehmen, von denen sie nichts wussten, geschweige denn daran beteiligt waren. «

Alles im Blick zu behalten, kann für die Unternehmensleitung zum Problem werden. Je größer und komplexer die Unternehmensstruktur, umso schwerer wird es. Ein Steuer-CMS (Compliance Management System) ist enorm hilfreich. Es umfasst organisatorische und technische Maßnahmen, um sicherzustellen, dass man sich keiner Steuer-Vergehen schuldig macht.

Marc Stauder Partner, Governance & Assurance Services
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Kommentare

Ist die steuerrechtliche Haftung von Geschäftsführern gerecht?

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