Steuertipp: Wie Sie Aktienverluste geltend machen

Steuertipp zu Aktienverlusten

Was geht und wo was in die Steuererklärung gehört.

Keyfacts über Aktienverlusten

  • Automatische Verrechnung innerhalb eines Finanzinstituts.
  • Die Frist endet am 15. Dezember eines Kalenderjahres.
  • Die Verluste gehören in der Steuererklärung in die Veranlagung KAP.
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Kennen Sie den berühmten Spruch? Wenn selbst der Friseur vom Börsenparkett berichtet, ist es an der Zeit, aus Aktien auszusteigen. Der deutsche Anleger wird dennoch wieder mutiger, der Dax hält sich konstant über 10.000 Punkten. 2016 gab es rund 4,3 Millionen Aktionäre in Deutschland. Das liegt wohl auch daran, dass es schlichtweg an Alternativen mangelt. Seit nunmehr fast zehn Jahren verharrt der europäische Leitzins auf Niedrigniveau, und die Immobilienpreise explodieren. Mehr Rendite verspricht der Handel mit Wertpapieren – auch wenn Sie immer mit Verlusten rechnen müssen. Dabei zahlen Sie mitunter doppelt.

4,3 Mio.

direkte Aktionäre gab es 2016 in Deutschland.

Wenn Anleger eine Position mit einem Minus schließen, ist das mitunter doppelt frustrierend. Auf der einen Seite steht der Verlust und auf der anderen Seite die Tatsache, dass dieses Minusgeschäft mitunter manchmal nicht steuerlich geltend gemacht werden kann. Das ist beispielsweise immer dann der Fall, wenn es bei Aktienverlusten nicht auch Aktiengewinne gibt.

An dieser Stelle wird es allerdings interessant: Stammen die Verluste nicht aus Aktien, sondern aus Anleihen, Termingeschäften, Zertifikaten oder Fondsanteilen, können sie mit sämtlichen Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden.

Machen die Anleger dies nicht selbst geltend, wird der Verlust durch das Finanzinstitut, über das das Geschäft abgewickelt wurde, im nächsten Jahre zur Verrechnung vorgelegt – sie müssen also nicht selbst aktiv werden.

Allerdings ist es auch so, dass die Verrechnung nur innerhalb derselben Bank, nicht aber zwischen unterschiedlichen Finanzinstituten erfolgt.

Anleger haben die Möglichkeit, bei ihren Banken bis zum 15. Dezember einen Antrag auf Ausstellung einer Verlustbescheinigung zu stellen. Das Geldhaus wird nunmehr die noch nicht verrechneten Verluste getrennt nach Aktienverlusttopf und allen anderen Verluste, die steuerlich relevant und über das Bankhaus abgewickelt wurden, bescheinigen.

Sie wird allerdings die bescheinigten Verluste nicht mehr mit Kapitalmarktgewinnen verrechnen. Der Anleger hat sodann die Möglichkeit, im Rahmen seiner Steuererklärung die Aktienverluste mit den Aktiengewinnen und sonstigen Verlusten mit allen Einkünften aus Kapitalvermögen zu verrechnen.

Wichtig ist hierbei, dass die bescheinigten Verluste in die Anlage KAP der Steuererklärung eingetragen werden und diese auch eingereicht wird.

Das Bundesfinanzministerium hatte dazu am 18. Januar 2016 informiert. Allerdings verhält es sich einer Stelle anders: So umfasst die Verrechnungen sogar die Kapitaleinkünfte, die nicht dem besonderen Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent, sondern der einkunftsabhängigen Progression unterliegen. Das sind beispielsweise Zinsen und Darlehen zwischen nahen Angehörigen oder aus dem eigenen Unternehmen gewährte Darlehen.

31. Juli 2017

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