Mal wieder richtig Kasse machen

Unternehmen verlieren jährlich Millionenbeträge durch manipulierte Kassen.

Keyfacts

  • Riesige Datenmengen sind für Handelsunternehmen heute viel effektiver analysierbar
  • Geldwäsche-Anomalien können erkannt werden
  • Herkömmliche Methoden der Handelsunternehmen gehen oft nicht weit genug
Dirk Jaede
  • Director, T&A
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Für den Kunden sieht alles eindeutig aus: die Ware wird gescannt, es ertönt ein lauter Pieps, das Produkt wurde vom System erkannt und kann abgerechnet werden. Allerdings verlieren Handelsunternehmen jährlich Millionenbeträge, weil in ihren Kassenbereichen manipuliert wird.

Die betroffenen Unternehmen wissen zumeist um die missliche Situation, die sie hohe Geldbeträge kostet. Viele Entscheidungsträger haben bereits Programme aufgelegt, die helfen sollen, die Anomalien, die bis hin zu Betrug reichen, in ihren Häusern aufzudecken und zu stoppen. Dabei handelt es sich um die typischen Aufsichtsfunktionen – beispielsweise dem Einsatz von Pin-Codes oder die Schlüsselführung der Filialleitung für den Schrank mit hochpreisigen Alkoholwaren.

Dennoch verzeichnet der deutsche Einzelhandel schätzungsweise Verluste von durchschnittlich 0,5 Prozent des Nettoumsatzes. Bei niedrigen Margen ist das verheerend.

Besonders dort, wo Bargeld eingesetzt wird – im Einzelhandel werden laut der Tageszeitung „Die Welt“ rund 50 Prozent aller Einkäufe bar bezahlt – wird besonders oft betrogen. Auf der einen Seite sind es die eigenen Mitarbeiter, die Bargeld aus der Kasse zücken, auf der anderen Seite sind es kriminelle Gruppen, die in bestimmten Geschäften Geld waschen.

Dabei gibt es mehrere klassische Betrugsversuche, die nur schwer nachweisbar sind: Häufig wird in der Leergutabwicklung oder bei Retouren gezielt manipuliert. Es gibt allerdings auch den altbekannten Fall, dass Mitarbeiter hochpreisige Artikel für Verbündete ohne sie zu scannen über das Kassenband schleusen.

Für Unternehmen ist es allerdings oft schwer, eine unsaubere Geschäftsabwicklung zu erkennen. Eine einzige Filiale eines Discounters wickelt am Tag rund 1.500 bis 2.000 Kundentransaktionen ab, dabei besteht der Durchschnittwarenkorb aus zehn Produkten. Allein das ist ein riesiger Datenberg. Wenn Unternehmen diese Daten nun mit den Daten des gesamten Filialnetzes im Bundesgebiet über einen längeren Zeitraum abgleichen, stehen viele Handelsunternehmen vor dem Aufstieg zum digitalen Mount Everest – ohne externe Hilfe ist das häufig kaum zu schaffen.

Neue Technologie macht es allerdings möglich, dass Anomalien im Kassenbereich durch Datenanalyse schnell und effizient aufgedeckt werden können. Wir haben eine Lösung entwickelt, die hochgradig manipulative Akte sofort erkennt.

Anhand Szenario basierter Prüfregeln findet eine automatisierte Prüfung aller relevanten Daten auf definierte Betrugs- bzw. verlust-relevante Szenarien statt. Dabei handeln wir nach den Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes sowie der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Durch die Software werden also keine personenbezogenen Daten erhoben oder analysiert. Die Daten werden pseudonymisiert und erst nach einer autorisierten Entschlüsselung durch eine unabhängige Stelle dekodiert. Gemäß der DS-GVO darf der Schlüssel nicht wiederherstellbar sein, um keine Rückschlüsse auf Mitarbeiter ziehen zu können. Erst bei einem begründeten Anfangsverdacht wird eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt, um so weitere Maßnahmen einleiten zu können.

Neben den Datenschutz-Richtlinien gelten ebenfalls Verpflichtungen gemäß dem Geldwäschegesetz (GwG), die im System abgebildet sind. Anfangsverdachtsfälle von Geldwäscheaktivitäten können somit in der Anwendung aufgedeckt werden. Ein häufig auftretender Fall sind Transaktionen in Höhe von mehreren tausenden Euros für Telefonkarten, die über registrierte Hotlines abtelefoniert werden. So wird illegales Geld in legales Geld umgewandelt, da so plötzlich die Herkunft nicht mehr nachverfolgt werden kann bzw. kaum noch nachweisbar ist, woher das Geld ursprünglich stammte.

Die Vorteile unserer Lösung sind mannigfaltig: Auf der einen Seite ist es sehr viel einfacher, mögliche Betrugsfälle schneller zu erkennen und somit kurzfristig als auch nachhaltig die Margen zu optimieren. Auf der anderen Seite werden auch die Revisionsfachkräften und Filialleiter durch die automatisierte Lösung entlastet. Dazu hilft die Lösung, mögliche Defizite aufzudecken, die mit Schulungsprogrammen im Bereich der Kassensysteme abgemildert werden könnten. Das führt unweigerlich zu einer Abschreckung potenzieller Täter.

Ferner hilft unsere Lösung in Bezug auf Geldwäschevergehen, dass Unternehmen vor Imageverlusten, Geldbußen oder rechtlichen Haftungsrisiken gegenüber organisatorischen Gremien geschützt werden könnten.

Dirk Jaede
  • Director, T&A
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