Mehr drin als gedacht: Mitarbeiterextras

Wie Mitarbeiterbindung und steuerliche Förderung zusammen passen.

Keyfacts

  • Jobticket, Handy und Co – Mitarbeitern sind auch weiche Faktoren bei der Arbeitgeberwahl wichtig.
  • Nachhaltige Mitarbeiterextras fördern nicht nur die Motivation, sondern sind auch steuerlich interessant.
  • Alle Maßnahmen sollten genau unter die steuerliche Lupe genommen werden, denn es gibt einige Fallstricke zu beachten.
Susanne Härzke
  • Director, Global Mobility Services
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Erfolgreiche Unternehmen finden nicht nur die besten Talente, sondern halten sie auch – aus gutem Grund. Denn eine hohe Fluktuation bedeutet Arbeit und schädigt das Image des Unternehmens. Wie kann man also langfristig Mitarbeiter binden? Dass ein gutes Gehalt allein nicht ausreicht, ist schon lange bekannt.

Obgleich das Geld stimmen muss, sind vielen Mitarbeitern auch weiche Faktoren wie die Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten und Unternehmenswerte wichtig. Das gilt vor allem für die vielgesuchten jungen Talente: Nach einer aktuellen Greenpeace-Studie beteiligen sich rund 70 Prozent der Befragten der Generation Y aktiv am Umweltschutz. Ein „gesunder Planet“ ist für sie Grundlage ihrer persönlichen und beruflichen Existenz.

Zudem zeigen Mitarbeiter, die sich positiv an ihr Unternehmen gebunden fühlen, häufig eine höhere Leistungsbereitschaft. Was viele Chefs nicht wissen – Mitarbeiterbindungsprogramme können auch steuerlich interessant sein.

Mitarbeiterbindungsprogramme – worauf es grundsätzlich ankommt

Bausteine für Ihr Mitarbeiterbindungsprogramm gibt es viele, angefangen von Klassikern wie Dienstwagen oder Handy bis zu aktuell viel diskutierten Maßnahmen wie das Arbeiten von Zuhause oder die Kinderbetreuung. Wichtig ist, dass die Bausteine eines Mitarbeiterbindungsprogramms nicht wild zusammengewürfelt werden, sondern im Idealfall einer Strategie folgen, die zum Unternehmen und seiner Mitarbeiterschaft passt.

Und genauso sorgfältig, wie die Auswahl der einzelnen Bausteine erfolgt, sollten diese unter die steuerliche Lupe genommen werden. Viele Maßnahmen können steuerlich interessant sein, es gibt aber auch einige Fallstricke. So fördert der Gesetzgeber grundsätzlich zusätzlich zum Arbeitslohn gewährte Leistungen, doch schon der Begriff „zusätzlich“ bietet Interpretationsspielraum.

E-Mobilität und Jobticket – zum 01.01.2019 neu geregelt

Ein sinnvolles und umweltschonendes Plus für Mitarbeiter ist beispielsweise das Jobticket, das viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Seit dem 01.01.2019 ist es steuerfrei. Zu beachten ist, dass der Zuschuss bzw. Sachbezug zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden muss und grundsätzlich getrennt im Lohnkonto auszuweisen ist, um steuerfrei zu bleiben. Bei einer Entgeltumwandlung zu Gunsten eines Jobtickets greift die Steuerbefreiung nicht.

Auch E-Bikes und Elektro-Dienstwagen, die vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zur Verfügung gestellt werden, sind seit dem 01.01.2019 steuerlich attraktiver geworden. Die Privatnutzung eines vom Arbeitgeber überlassenen E-Bikes ist nunmehr steuerfrei, sofern das Fahrrad auch tatsächlich als solches einzustufen ist und nicht als sogenanntes Kfz-E-Bike gilt. Der Teufel steckt auch bei Elektro-Dienstwagen im Detail. So werden zur Ermittlung des steuerpflichtigen geldwerten Vorteils für die Privatnutzung nur noch 50 Prozent des Bruttolistenpreises zu Grunde gelegt. Einschlägig ist dies jedoch lediglich für nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 angeschaffte Elektrofahrzeuge.

Aufgepasst bei Gutscheinen für Mitarbeiter

Gutscheine vom Arbeitgeber können zwar ein nettes Extra zur Mitarbeitermotivation sein, doch auch hier ist einiges zu beachten, um die Steuerfreiheit nicht zu gefährden. Der Tausch eines Gutscheins in Geld muss in jedem Fall ausgeschlossen sein. Um steuerfrei zu sein, darf die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro nicht überschritten werden.

Darüber hinaus bleiben lediglich Warengutscheine aus persönlichem Anlass als Aufmerksamkeit steuerfrei, wenn der Wert nicht den Betrag von 60 EUR übersteigt. Wer mehr profitieren möchte, kann abhängig von der Branche über Warengutscheine zur Einlösung beim Arbeitgeber selbst nachdenken und so den Belegschaftsrabatt von 1.080 Euro/Jahr nutzen.

Um alle Steuererleichterungen auszuschöpfen und gleichzeitig steuerliche Risiken zu vermeiden, von Dienstwagen bis Sabbatjahr, sollten Unternehmen ihre Mitarbeiterextras genau unter die Lupe nehmen und auf Optimierungsmöglichkeiten und Risiken überprüfen.

Susanne Härzke
  • Director, Global Mobility Services
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