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Ökostrom für Unternehmen durch Power Purchase Agreement

Firmen sollten jetzt Strategien entwickeln, wie sie auf erneuerbare Energien umstellen

Keyfacts

  • Wer nachhaltig wirtschaften will, sollte sich intensiv damit auseinandersetzen, wie die künftige Energieversorgung gesichert wird.
  • Dafür sollten Unternehmen rechtzeitig damit beginnen, eine entsprechende Beschaffungsstrategie aufzustellen, die die Kriterien grüne, nachhaltige und kostengünstige Energieversorgung berücksichtigt.
  • Power Purchase Agreement sind dabei ein wichtiges Instrument, das Unternehmen gleich mehrere Vorteile bietet.
Marc Goldberg
  • Partner, KPMG Law
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Was treibt Sie an? Also nicht persönlich, sondern Ihr Unternehmen. Kohlestrom, Ökostrom, Atomenergie? Wenn Sie Ihr Unternehmen nachhaltig aufstellen wollen, dann ist die Energieversorgung aus erneuerbaren Energien ein zentraler Bestandteil Ihrer ESG-Strategie.

Strategie für die Beschaffung erneuerbarer Energien

Wer seine Nachhaltigkeitsziele erreichen will, sollte sich notwendigerweise auch damit auseinandersetzen, wie die Energieversorgung des eigenen Unternehmens gesichert wird. Der Energiebedarf in der Produktion oder in den Büros kann im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens durch eine Beschaffungsstrategie für erneuerbare Energie abgesichert werden. Alternativ kann auch eine Photovoltaik-Anlage oder ähnliches angeschafft und installiert werden.

Den Bedarf kennen, um besser kalkulieren zu können

Egal, für welchen Weg sich Ihr Unternehmen entscheidet: Wichtig sind eine konsistente und nachhaltige Strategie und  ein Konzept, dass Ihre nachhaltige Versorgung sicherstellt. Zur Strategie gehört es zunächst, den eigenen aktuellen und mittelfristigen Energiebedarf zu kennen. Wer weiß, wieviel Strom aktuell und in Zukunft gebraucht wird, dem wird es leichter fallen, mit den richtigen Mengen zu kalkulieren und diese kostenseitig abzusichern.

Gesamtstrategie für Energieversorgung aufstellen

Die Kenntnis über den Energiebedarf ist aber nur der erste Schritt der Gesamtstrategie. Zentral ist es, ein hinreichend konkretes Zielbild aufzustellen, aus dem klar wird, was über eine sichere Energieversorgung hinaus noch erreicht werden soll. Zum Beispiel sollten sich Unternehmen klar darüber sein, aus welchen Quellen der Strom stammt, wieviel CO2 eingespart werden soll und wer sich im Unternehmen um die Energiebeschaffung kümmert oder ob dafür jemand extern beauftragt werden soll. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie für ihre individuelle Situation die richtigen Werkzeuge einsetzen. Welche drei das sein können, zeigt unten stehende Grafik.

Power Purchase Agreements zur Absicherung von Preisrisiken

Unternehmen sollten sich jetzt mit ihrem Energieverbrauch befassen und klarmachen, welche Anforderungen in ihrer Branche und vom Unternehmen selbst erfüllt werden müssen. Darüber hinaus spielt die Absicherung von Preisrisiken eine große Rolle. Hier kommen Power Purchase Agreements (PPA) ins Spiel. Sie sind ein beliebtes Produkt, um den Bedarf an erneuerbaren Energien zu decken. PPAs sind eine Lösung, die ohne erheblichen Kapitaleinsatz direkt umgesetzt werden kann und somit die Kriterien für eine zeitnahe Umsetzung erfüllen.

Verträge werden über lange Zeiträume (bis zu 20 Jahre) geschlossen

Auch für deutsche Unternehmen wird Ökostrom aus Windparks immer interessanter und attraktiver. Nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch aus finanziellen Gesichtspunkten. PPAs sind langfristige Direktabnahmeverträge zwischen Windparkbetreibern und Großkunden. Der große Vorteil: Stromerzeuger und Abnehmer können mit festen Preisen kalkulieren. Die Betreiber von Anlagen können ihren Strom so verlässlich vermarkten. Verträge werden meist über 20 Jahre geschlossen. Abnehmer wissen bei Vertragsabschluss ziemlich genau, was sie in sieben, 13 oder 19 Jahren zahlen müssen. Sie sind damit weniger den üblichen Preisschwankungen beim Strom unterworfen. Die Preise und Abnahmemengen können meist individuell ausgehandelt werden. Wer weniger Strom braucht, als er abnimmt, kann überschüssige Mengen am Markt als grünen Strom verkaufen. In einigen Fällen nimmt auch der Lieferant den überschüssigen Strom zurück.

Jetzt Konzepte für die Energieversorgung entwickeln

Unternehmen, die wissen, wie ihr Strombedarf aussieht und diesen nicht mit eigenen Anlagen decken wollen, haben mit einem PPA ein geeignetes Instrument, ihre Stromversorgung nachhaltig umzustellen und so den ESG-Kriterien zu entsprechen. Jetzt ist die Zeit ideal, Konzepte für die eigene Energieversorgung zu überdenken und weiterzuentwickeln. Unternehmen sollten hier mit einer Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr rechnen. Aktuell ist die Nachfrage nach nachhaltiger Energie viel größer als das Angebot. Wer also das Rennen um attraktive PPAs nicht rechtzeitig beginnt, muss eventuell auf Strom ausweichen, der zwar auch aus Windparks kommt, aber ohne PPAs vermarktet wird und entsprechend teurer sein kann.

Marc Goldberg
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