Unternehmensführung: Müssen wir das wirklich können? Oder kaufen wir zu?

Unternehmensführung: Kaufen wir zu?

Wie Unternehmen flexibler werden

Keyfacts über flexible Unternehmen

  • Der Zukauf von Einzeldienstleistungen steigert die Effizienz
  • Ein Managed Service-Inkubator-Modell hilft Unternehmen, eigenes Knowhow zu etablieren
  • Flexible Dienstleister ermöglichen passgenaue Serviceleistungen
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Stellen Sie sich vor: Ihr Unternehmen bekommt endlich den langersehnten Auftrag in Fernost. Der Kunde hat sich für die Projektierung der neuen Anlage durch Sie entschieden. Doch Sie merken schnell – ohne ein oder zwei Kollegen direkt vor Ort, für mehrere Monate oder gar Jahre, wird es nicht gehen. Wenn das Land attraktiv ist und die Bezahlung stimmt, kein Problem. Geeignete Mitarbeiter für die Entsendung werden sich finden. Aber wie sieht es mit dem Arbeitsrecht vor Ort aus? Der Aufenthaltsgenehmigung? Zu entrichtende Steuern und Abgaben im Zielland wie auch in Deutschland? Und welche kulturellen Fallstricke gilt es zu beachten?

Wenn Ihr Unternehmen öfters Mitarbeiter ins Ausland entsendet, kennen Sie sich mit der Thematik sicherlich aus. Vielleicht haben Sie auch bereits einen Bereich im Unternehmen, der sich „hauptamtlich“ damit beschäftigt. Gehören solche Entsendungen jedoch nicht zu Ihrem Tagesgeschäft, betreten Sie Neuland – und müssen viel Aufwand betreiben, um sich das notwendige Knowhow anzueignen.

Die Entsendung von Arbeitnehmern ist dabei nur ein Beispiel von vielen, das Unternehmen vor die Herausforderung stellt, sich spezifisches Wissen mitunter recht plötzlich und schnell anzueignen. Doch wie können sie dieses am besten erlangen?

Effizient: Dienstleistungen fern vom Kerngeschäft zukaufen

Die einfachste Lösung ist: Sie tun es nicht. Denn nicht immer lohnt es sich. Wenn die besagte Arbeitnehmerentsendung absehbar ein Einzelfall bleiben wird, sollte man den Aufwand dafür möglichst klein halten. So können Sie die Betreuung der entsendeten Personen mit allem verbundenen bürokratischen Aufwand zum Beispiel an eine externe Firma vergeben, die auf solche Fälle spezialisiert ist. Diese wickelt dann alles, was damit zusammenhängt, für Sie ab. Kostengünstiger als Sie es je könnten und vor allem sicherer, denn es ist ja das Tagesgeschäft dieser Firma.

Was tun Sie aber, wenn es sich um Prozesse handelt, die Sie nicht auslagern können oder wollen, da es sich um unternehmerische Grundfunktionen handelt? Die Prozesse in Ihrem Unternehmen aber noch nicht umfassend etabliert sind oder optimierungsbedürftig? Oder es handelt sich um Strukturen, die Sie noch nicht beherrschen, aber gerne würden, da sie Ihnen als zukunftsrelevant erscheinen?

Im ersten Fall könnte dies zum Beispiel den Finance-Bereich oder auch das Vertragsmanagement eines Start-ups betreffen. Das Unternehmen ist vielleicht erstklassig aufgestellt, was die Entwicklung seiner Software-Produkte betrifft. Das Back Office hat mit dem stürmischen Wachstum der Firma aber nicht mitgehalten. Es fehlen grundlegende Strukturen. Im zweiten Fall verhält es sich eher gegenteilig: Ein etabliertes Unternehmen merkt, dass es bei einem Thema wie „Data & Analytics“ rasch Kompetenz und Schlagkraft entwickeln muss, wenn es langfristig am Markt erfolgreich bleiben möchte. Es braucht frisches Wissen, welches es nicht eigenständig erlangen kann.

Langfristig denken: Knowhow im Unternehmen etablieren

In beiden Fällen hilft es den Unternehmen nicht – im Gegensatz zur zuvor genannten Situation der Auslandsentsendungen – einzelne Dienstleistungen zuzukaufen. Denn es geht darum, das Knowhow im Unternehmen selbst zu etablieren. Also was tun? Eine mögliche Lösung wäre zum Beispiel der Inkubator-Ansatz. Das Unternehmen engagiert einen Dienstleister, der Experte zu dem benötigten Thema ist und es im Unternehmen implementiert, so dass es selbst zum Knowhow-Träger wird.

Wie kann man sich das vorstellen? Der Dienstleister analysiert den Bedarf des Unternehmens und übernimmt mit seinen eigenen Experten, Verfahren und Systemen das Tagesgeschäft der zukünftigen Funktion beim Unternehmen nach einer lediglich sehr kurzen Startphase. Gleichzeitig entwickelt er Prozesse und Strukturen, schult Mitarbeiter, begleitet den neuen Bereich noch eine Weile – und zieht sich dann Zug um Zug zurück. Natürlich sollte er dem Unternehmen bei Bedarf auch später noch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber aufgrund des Wissenstransfers wird das Unternehmen zukünftig über das Rüstzeug verfügen, den Bereich eigenständig zu betreiben und weiterzuentwickeln.

Welches der beste Ansatz ist, wenn es darum geht, Serviceleistungen zuzukaufen oder neues Knowhow in Unternehmen zu etablieren, ist nicht allgemeingültig zu beantworten. So verschieden wie die Unternehmen sind, müssen auch die Lösungen sein, die hierfür gewählt werden. Eines zeigt sich aber immer wieder: Es gibt mehr Möglichkeiten, als zumeist vermutet wird. Dienstleistungen nach außen zu vergeben oder Wissen mittels Inkubator-Modell im Unternehmen selbst zu schaffen, sind nur zwei davon.

Weitere Informationen zu Thema flexible Unternehmensdienstleistungen finden Sie auch auf unserer Managed Services-Seite.

15. November 2017
Zusammengefasst

»Unternehmensfunktionen stehen mehr denn je unter Kostendruck bei gleichzeitig steigenden Anforderungen. Es geht insbesondere darum, mit den sich schnell und vielschichtig ändernden externen Einflussfaktoren Schritt zu halten. Managed-Service-Lösungen können hier zielgerichtet unterstützen und entlasten.«

Welche Bereiche müssen Unternehmen beherrschen, abgesehen von ihrem originären Kerngeschäft? Welche Dienstleistungen können sie extern zukaufen, welche Wissenslücken müssen sie jedoch intern schließen? Diese Fragen können nicht allgemeingültig beantwortet werden. Denn so unterschiedlich die Unternehmen sind, so vielfältig sind die möglichen Lösungen.

Marc Zinkel Partner, Head of Managed Services
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Kommentare

Wie weitreichend sollten Unternehmen auf externe Dienstleister setzen?

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