Deutschland: Schön hier

Deutschland: Schön hier

Der CEO-Outlook beweist: Deutschland ist unter ausländischen Investoren beliebt wie selten

Keyfacts über CEO-Outlook

  • Deutschland ist bei ausländischen Investoren beliebt wie selten
  • Geopolitische Risiken wirken sich hierzulande kaum aus
  • Deutschland punktet mit Infrastruktur und Fachkräften
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Von Donald Trump bis zum Brexit, vom Aufkommen eines neuen Protektionismus und der Rückkehr isolationistischer Wirtschaftspolitik in vielen Ländern: Die Weltwirtschaft ist in letzter Zeit in schweres Fahrwasser geraten. Die Zweifel an der Globalisierung wachsen, wie umgekehrt proportional dazu die Zuversicht zu schwinden scheint, dass globaler Freihandel für die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung unterm Strich auf lange Sicht von Nutzen ist. Das ist – knapp zusammengefasst – die Gemengelage, wie wir sie auch ablesen können aus dem jüngsten CEO-Outlook. Jedes Jahr befragt KPMG weltweit Top-Entscheider nach ihren Einschätzungen über die weitere Entwicklung ihrer Unternehmen. Nach Risiken, Wachstumschancen und Prognosen. Auch hier zeigt sich: Die Zuversicht der CEOs bröckelt etwas. So sind bei der diesjährigen Befragung nur 65 Prozent zuversichtlich über die weitere Entwicklung des globalen Wachstums, das waren in der Vergangenheit schon deutlich mehr.

Die gute Nachricht: In stürmischen Zeiten gibt es durchaus einen sicheren Hafen. Sein Name: Deutschland. Nun zählt es hierzulande zum guten Stil, das eigene Land nicht über den grünen Klee zu loben und vorhandene Schwierigkeiten und Herausforderungen durchaus kritisch zu benennen. Spricht man hingegen mit CEOs ausländischer Unternehmen, dann stellt sich die Sache aus ihrer Sicht mitunter durchaus anders dar. Global gesehen ist Deutschland für sie ein idealer Ort für Investments. Und das aus verschiedenen Gründen.

Vorteil Digitalisierung und Fachkräfte

So ist zum einen der Grad an Digitalisierung in Deutschland beachtlich hoch, gemessen am Stand der Technik, wie er in anderen Ländern festzustellen ist. Natürlich: Hierzulande spricht man viel über den Ausbau des Breitbandnetzes, die intelligente Verknüpfung der Verkehrsströme oder die Schwierigkeiten beim Einrichten wirklich moderner Verwaltungsabläufe der öffentlichen Hand. Alles berechtigte Punkte, alles gute Anlässe, um Innovationen zu fordern. Der Punkt ist aber: Im Ausland sieht es an diesen Stellen mitunter noch viel dusterer aus. Mit anderen Worten: Der Einäugige ist der König unter den Blinden, könnte man jetzt sagen – und würde die Dinge viel zu negativ sehen. Deutschland leidet am ehesten unter einer gewissen Kurzsichtigkeit – und Blinde gibt es weltweit kaum noch.

Ausgeprägtere Sehschwächen haben beispielsweise dazu geführt, dass viele außereuropäische Unternehmen mit Niederlassungen in England derzeit ein größeres Problem haben. Betrieben sie in der Vergangenheit ihr Europageschäft von London aus, dann macht ihnen der Brexit hier einen Strich durch die Rechnung. Je länger die Unklarheit über den Charakter der künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien anhält, desto riskanter ist es für Unternehmen, weiter in London zu bleiben. Die komplette Disruption hat einen Namen: Brexit.

Beinahe zwangsläufig werden Standorte wie Frankfurt für Banken oder Berlin für Start-ups in diesen Momenten interessanter. Den europäischen Markt aufzugeben, kommt für außereuropäische Unternehmen nicht in Frage. Also müssen sie umziehen. Also suchen sie attraktive Rahmenbedingungen außerhalb Großbritanniens – und finden sie häufig in Deutschland. „Herzlich willkommen, und thank you, Great Britain“, könnte man da sagen – und bei der Gelegenheit auch gleich die französischen Investoren freundlich begrüßen, die ebenfalls derzeit auf Deutschland setzen.

So beurteilen beachtliche 80 Prozent der französischen CFOs die Lage ihrer deutschen Tochtergesellschaften als gut oder sehr gut. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen KPMG-Studie zur Lage französischer Unternehmen in Deutschland. Besondere Vorteile in Deutschland aus französischer Sicht: Gute Infrastruktur, hochqualifizierte Fachkräfte. So viel dazu.

CEO-Outlook: Mut und Zuversicht

Wenn aber – letzter Punkt – die globalen Risiken derzeit so stark steigen: Was bedeutet das für deutsche Unternehmen mit Tochtergesellschaften und Investments im Ausland? Müssten sie nicht dementsprechend auch in Sorge sein? Rund 27.000 Tochterunternehmen betreiben deutsche Unternehmen im Ausland.

Anders gesagt: Deutschland ist eines der internationalsten Länder der Welt. Da könnte doch jetzt etwas ins Rutschen geraten, könnte man meinen. Oder? Die Antwort: Könnte es, tut es aber nicht. Einstige Wachstumsmärkte verlieren zwar derzeit etwas an Bedeutung. Maßgeblicher aber: 95 Prozent der deutschen CEOs glauben nicht, dass sich die von ihnen gelenkten Unternehmen in den nächsten Jahren grundlegend werden verändern müssen. So klingt Selbstbewusstsein und Vertrauen in eigene Stärken. Ein gutes Signal.

Zum aktuellen CEO-Outlook geht es hier. 

CEO-Outlook 2017: Wachsen in disruptiven Zeiten

Trotz Disruption, Digitalisierung und dem Aufkommen neuer Technologien: Nur wenige deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass ihr Geschäftsmodell in den nächsten Jahren bedroht ist. So lautet eines der Ergebnisse des diesjährigen CEO-Outlooks, für den KPMG  mehr als 1.200 Top-Entscheider befragt hat.

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07. August 2017

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