Ins Land der Digitalisierer

Ins Land der Digitalisierer

Franzosen kommen für die Revolution nach Deutschland

Keyfacts über die Partnerschaft

  • 2.700 Tochtergesellschaften französischer Unternehmen gibt es in Deutschland
  • 24 % der französischen Unternehmen in Deutschland forschen hier auch
  • Kleinere Unternehmen haben Schwierigkeiten mit dem Steuersystem
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Wenn am Samstag die Tour de France in Düsseldorf startet, werden auch dort schon viele Franzosen am Straßenrand den Fahrern zujubeln. Denn in keinem anderen Land gibt es so viele Tochterunternehmen französischer Konzerne wie in Deutschland. 2.700 von ihnen beschäftigen zusammen mehr als 360.000 Mitarbeiter. Und die Unternehmen kommen zunehmend, um hier die Kompetenzen weiterzuentwickeln, die sie für die Zukunft brauchen.

So haben es uns 100 CFOs der größten Tochterunternehmen in Deutschland gesagt. Drei Viertel der Firmen, für die Digitalisierung und Industrie 4.0 eine wichtige Rolle spielt, messen ihren Aktivitäten Deutschland einen hohen Wert bei. Dabei schätzen sie insbesondere die gute Infrastruktur und die Fachkräfte, die hier zur Verfügung stehen. Die Mehrheit (57 Prozent) der Unternehmen, die in Deutschland auch Forschung betreibt, sieht zudem den Zugang zu den Universitäten und Wissenschaftsinstituten als Vorteil.

Sie holen sich hier Rückenwind für das Digitalisierungsrennen. Dessen Startschuss ist zwar schon längst gefallen, doch der Weg noch weit – wenn sich überhaupt ein Ziel absehen lässt.

Hohe Investitionsbereitschaft

Insgesamt sind die Unternehmen ausgesprochen zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Knapp 80 Prozent beurteilen die Lage als gut oder sehr gut. Ihr Ausblick für die kommenden drei Jahre ist ähnlich positiv.

Diese Zuversicht führt zu einer hohen Investitionsbereitschaft. 74 Prozent planen in den kommenden drei Jahren mehr als eine Million Euro jährlich in ihre deutschen Standorte zu investieren. Ein Sechstel gab sogar an, dass dieser Wert über 10 Millionen Euro pro Jahr liegt.

Noch stärker in die Pedale treten

Das deutsch-französische Gespann wirkt wie Radfahrer eines Teams, die sich bei der Führungsarbeit gegenseitig unterstützten und so zusammen stärker sind. Dieser Eindruck beschleunigt sich seit den Wahlen in Frankreich. Die progressive Regierung unter der Präsidentschaft von Emmanuel Macron tritt für eine engere Bindung der EU- und der Eurostaaten ein. Auch eine Angleichung der Unternehmenssteuern erscheint realistisch, weil die deutsche Regierung sich den Vorschlägen gegenüber offen zeigt.

Die Zusammenarbeit würde das weiter erleichtern. Die jüngsten Übernahmen von A.T.U., Opel, Rimowa und WMF durch französische Unternehmen zeigen, wie eng die Märkte schon jetzt zusammengehören.

Die Chancen stehen also gut, dass es noch mehr französische Tochterunternehmen in Deutschland geben wird, wenn die Tour de France das nächste Mal in einer deutschen Stadt beginnt. Hoffen wir nur, dass bis dahin nicht wieder 30 Jahre vergehen.

Die französischen Unternehmen in Deutschland 2017

Studie: Wie die CFOs der deutschen Tochtergesellschaften den Standort Deutschland bewerten

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30. Juni 2017
Zusammengefasst

»Die französischen Unternehmen holen sich in Deutschland Rückenwind für das Digitalisierungsrennen.«

Deutschland ist das wichtigste Investitionsziel für französische Unternehmen. Doch was zieht sie hierher? Wie wir ermittelt haben, ist es der stabile Markt und die fortgeschrittene Digitalisierung. Sie sind so zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation, dass drei Viertel von ihnen ihre deutschen Standorte mit erheblichen Investitionen ausbauen wollen.

Martin C. Bornhofen Partner, Audit, Leiter Country Practice Frankreich
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