Sharing Economy: Konsum ohne Kauf

Sharing Economy: Konsum ohne Kauf

Miet- und Abomodelle entwickeln sich für Hersteller und Handel zu echten Absatzvarianten.

Keyfacts über Sharing Economy

  • Carsharing ist das beliebteste Mietmodell
  • Nutzer sind jünger als Skeptiker
  • Ein fairer Preis ist für Kunden wichtig
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Carsharing, Musik-Streaming und auch das Lebensmittel-Abo zeigen: Sharing Economy ist zum Thema geworden. Doch wie weit sind kommerzielle Miet- und Abomodelle bereits im Alltag der Konsumenten angekommen? Damit beschäftigt sich das aktuelle Consumer Barometer von KPMG und dem IFH Köln. Es beleuchtet damit erstmals einen Markt, der viel Potenzial erwarten lässt.

Mieten, abonnieren, streamen

Sharing Economy ist ein Sammelbegriff. Darunter fallen sowohl Mietmodelle für Gebrauchsgüter wie Autos, Elektrogeräte und Möbel als auch Abomodelle für Verbrauchsgüter, etwa Kosmetik oder Lebensmittel. Eine Unterart ist hier das Streaming von digitalen Medien. Für alle drei Varianten hat das Consumer Barometer 03/17 das Konsumverhalten von 500 Umfrageteilnehmern untersucht.

Eine Bohrmaschine auf Zeit

Mieten statt Kaufen – damit haben bereits 17 Prozent der Befragten Erfahrung. Der Durchschnittsnutzer ist männlich und 38 Jahre alt. Weitere 43 Prozent (ebenfalls im Mittel männlich und 44 Jahre alt) bekunden Interesse daran. Das konzentriert sich aktuell vornehmlich auf Autos und Fahrräder. 68 Prozent waren oder sind bei einem entsprechenden Service  bereits Kunde. Ebenfalls gern gemietet werden Artikel aus dem Bereich Heimwerken und Garten: 43 Prozent leihen sich beispielsweise Bohrmaschinen oder Rasenmäher bei entsprechenden Anbietern aus. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) nutzt diese Konsumform für Elektrogeräte und pachtet beispielsweise Laptops, Smartphones und TV-Geräte auf Zeit.

Rasierklingen im Dauerbezug

13 Prozent der Befragten abonnieren bereits Verbrauchsgüter. Auch sie sind im Schnitt männlich und 38. Etwas älter ist mit 42 Jahren jenes Drittel (31 Prozent), das solchen Angeboten interessiert gegenübersteht. Mit 33 Prozent führen hier Artikel aus dem Bereich Hobby und Freizeit (zum Beispiel Bastelartikel, Bücher oder Spiele). Den gleichen Anteil haben Produkte der Sparte Kosmetik und Beauty. Dafür nutzen die meisten Kosmetik-Abonnenten Glossybox. Lebensmittel (darunter Kochboxen, Kaffee und Getränke) lassen sich 31 Prozent der Befragten regelmäßig schicken – am häufigsten von HelloFresh.

50

Prozent der Studienteilnehmer streamen bereits Filme

Ebenfalls eine Form von Abomodellen sind Streaming-Dienste für digitale Güter. Sie stehen vor allem bei jüngeren Verbrauchern hoch im Kurs. Statt physische Datenträger wie CDs und DVDs zu kaufen, konsumieren sie zum Pauschalpreis Filme und Musik per Internet. Unter den 20- bis 29-Jährigen ist das bereits für 72 Prozent (Filme) beziehungsweise 62 Prozent (Musik) normal. Insgesamt bezieht die Hälfte (50 Prozent) der Befragten Videos auf diese Weise. Kaum weniger, nämlich 46 Prozent, streamen regelmäßig Audiomedien.

Allerdings kommt Sharing Economy nicht bei allen Verbrauchern gut an. So können sich beispielsweise 41 Prozent nicht vorstellen, Musik und Filme zu streamen. Diese Skeptiker sind mit durchschnittlich 48 Jahren älter als die Befürworter. Ähnlich sieht es auch hinsichtlich der Akzeptanz von Abomodellen aus.

Neue Chancen für Hersteller und Handel

Aus Sicht von Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG, zeigt sich im Consumer Barometer ein bemerkenswerter Trend im Verbraucherverhalten: „Der Zugang zu bzw. die Nutzung von Gütern ist für viele Konsumenten wichtiger als deren Besitz.“ Für Hersteller und Händler ergeben sich daraus Chancen im Kampf um Marktanteile. „Aber“, so Sievers, „die angebotenen Miet- und Abomodelle müssen dafür auch den Kundenanforderungen im Hinblick auf Preis, Flexibilität und Convenience gerecht werden.“ Auch das zeigen die Zahlen.

So ist für die Nutzer im Bereich Sharing Economy zwar ein fairer Preis gegenüber dem Kauf eines Einzelprodukts (84 Prozent) entscheidend. Doch fast ebenso viele Verbraucher (81 Prozent) erwarten eine versandkostenfreie und flexible Lieferung sowie Rückgabe. Und 80 Prozent möchten keine Mindestlaufzeit von Miet- oder Aboverträgen. Auch Versicherungsfragen spielen eine Rolle, ebenso eine große Auswahl von Lieferintervallen sowie die Möglichkeit, ein gemietetes Produkt zu behalten. Wer in dieses Geschäft einsteigen will, braucht also ein günstiges, flexibles und vielseitiges Paket. „Am Ende muss es für die Kunden vor allem eins sein: komfortabel“, sagt Sievers.

Sie wollen das komplette Consumer Barometer lesen? Zum Download geht es hier.

Consumer Barometer 3/2017: Sharing economy

Warum kaufen, wenn auch leihen oder abonnieren geht? Wenn es nach dem Willen der Konsumenten geht, haben Unternehmen der Konsumgüterbranche in Sachen Sharing Economy Nachholbedarf. Das aktuelle Consumer Barometer über „teilen statt besitzen“ und „mieten statt kaufen“.

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12. September 2017
Zusammengefasst

»Besitz ist nicht mehr entscheidend.«

Das Consumer Barometer richtet zum ersten Mal den Fokus auf das Konsummodell Sharing Economy. Gegenstand ist die Frage: Wie weit ist das kommerzielle Mieten, Abonnieren und Streamen von Produkten in den deutschen Alltag vorgedrungen ist? Das Ergebnis weist auf einen Trend hin, der besonders unter jüngeren Verbrauchern an Relevanz gewinnt. Sie mieten oft schon heute bestimmte Produkte lieber, als sie zu kaufen und dauerhaft zu besitzen. Davon können künftig auch Abomodelle profitieren.

Mark Sievers Partner, Head of Consumer Markets
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