Welcher Digitalisierungstyp bin ich?

Welcher Digitalisierungstyp bin ich?

Vier Wege zur Transformation einer Organisation – welchen schlagen Sie ein?

Keyfacts über Transformation

  • Die Transformationsstrategie von Unternehmen lässt sich in vier Wege unterteilen
  • Digitalisierung sichert langfristig den Unternehmenserfolg
  • Entscheidend ist die Veränderungsbereitschaft der Unternehmen
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Es ist das Wirtschaftsmantra des 21. Jahrhunderts: Digitalisiert Euch! Die Gefahr dabei: Wer aus Angst, den Anschluss zu verpassen, blindlings losdigitalisiert, kann sich leicht übernehmen. Unternehmen, die zu schnell zu viel wollen, könnten ihre Organisation überfordern. „Dabei ist Digitalisierung kein Selbstzweck“, sagt Tobias Naujoks, Partner Strategy bei KPMG. „Es geht darum, Mehrwert zu schaffen. Die schlechte Nachricht: Es gibt nicht den einen richtigen Weg.“

Daher kommt kein Unternehmer umhin, sich seine Organisation in Ruhe anzuschauen und zu prüfen: Wo stehe ich in Sachen Digitalisierung – und wo will ich hin? Um diese Standortbestimmung vorzunehmen, hat KPMG im Gespräch mit zahlreichen Unternehmen vier Wege identifiziert, entlang derer sich Organisationen digitalisieren. Wer sich hier verorten kann, kann anschließend leichter ableiten, was sich ändern soll und welche Voraussetzung geschaffen werden müssen.

Der Test: Starten Sie Leuchtturmprojekte

Ein eher kontrollierter, aber sehr effektiver Weg zur Digitalisierung sind sogenannte Leuchtturmprojekte. Hierbei verändert sich die Organisation selbst zunächst kaum. Es geht in erster Linie darum, Digitalisierung erst einmal in Teilbereichen und -prozessen auszuprobieren – und dann wie Leuchttürme in die Organisation zu strahlen.

Manch ein deutscher Mittelständler hat damit bereits Erfahrungen gesammelt. So bekommen zum Beispiel Mitarbeiter im Rahmen von Pilotprojekten Maschinendaten unterwegs auf ihr iPad weitergeleitet–  und müssen so nicht mehr an einem stationären PC arbeiten. Das Ergebnis: Flexibleres und schnelleres Arbeiten. Weitere Leuchttürme sind beispielsweise Maschinen, die mit Sensorik zur Verbrauchserfassung ausgestattet werden, was das Energiedaten-Management erleichtert.

Die Keimzelle: Gründen Sie eine interne digitale Abteilung

Ebenfalls ein gangbarer Weg ist der Aufbau einer Inhouse-Digitaleinheit. Hier werden die Digitalisierungskompetenzen in einer spezialisierten Einheit gebündelt. Sie entwickeln digitale Produkte und Services für und mit anderen Geschäftsbereichen. Das heißt aber auch, dass sie zunächst vor allem Geld kosten – hier braucht es starken Einsatz der Unternehmensführung. Mittelbar tragen sie jedoch zum unternehmerischen Umsatzwachstum bei und helfen darüber hinaus, das Unternehmen innovativer und effizienter zu machen.

Unternehmen, die auf eine Inhouse-Digitaleinheit setzen, gründen beispielsweise eigene Abteilungen, um bestehende Produkte und Services zu digitalisieren. Dabei werden teilweise Fachleute anderer Abteilungen vorübergehend hierher versetzt, um ihr neues Know-how anschließend in die Breite zu tragen.

Der Geschäftsmodell-Ansatz: Gründen Sie eine digitale Business Unit

Auch beim Geschäftsmodell-Ansatz wird die Digitalkompetenz in einer Einheit gebündelt, und auch hier werden digitale Produkte und Services entwickelt. Der Unterschied zur Keimzelle ist, dass hier ein ganzes Geschäftsmodell rund um digitale Produkte und Services gebaut und an den Markt gebracht wird. Das heißt, hier verfügt die Einheit über eigene Umsatzverantwortung. Unternehmen, die sich in diesem Sinne neu aufstellen, transferieren beispielsweise Teile ihres bisherigen Geschäftes auf eine gesicherte, cloud-basierte Plattform. Sie erhöhen die Attraktivität ihres Angebotes, in dem sie ihre Produkte und Services auf dieser Plattform auch noch mit weiteren Angeboten Dritter (beispielsweise unterstützende Applikationen) anreichern.

Die Absoluten: Leben und atmen Sie Digitalisierung

Zu guter Letzt fehlen noch solche Unternehmen in der Kategorisierung, die bereits durch und durch digital funktionieren. Bei reinen Digitalunternehmen („pure digitals“) ist jeder Bereich und jeder Teil der Wertschöpfungskette von digitalen Technologien durchdrungen. Dazu gehört, dass ein beachtlicher Teil des Umsatzes mit digitalen Produkten und Services verdient wird, und zwar auf Basis einer digitalen Kultur und Arbeitsweise. Komplett digital arbeitende Unternehmen wie beispielsweise Facebook, Spotify oder Google sind weithin bekannt, aber auch ehemals traditionelle Unternehmen (beispielsweise im Mediensektor) haben den Umbau in diese Richtung bereits weit vorangetrieben.

Entscheidend ist, veränderungsbereit zu sein

„Klar ist: Jedes Unternehmen muss für sich selbst den richtigen Weg und auch das richtige Tempo finden, um sich erfolgreich zu digitalisieren“ sagt KPMG-Experte Tobias Naujoks. Und auch dann ist wohl niemals ein Punkt erreicht, an dem die Digitalisierung abgeschlossen ist. „Vielmehr handelt es sich um einen Prozess, der immer weitergehen muss, wenn ein Unternehmen konkurrenzfähig bleiben will.“

Dabei können die verschiedenen Wege auch gleichzeitig zur Anwendung kommen und so den schrittweisen Transformationsprozess der Organisation auf verschiedenen Pfaden gestalten – vom Leuchtturmprojekt über das digitale Kompetenzzentrum bis hin zur eigenen digitalen Business Unit. Dies ist eine unternehmensweite Transformation über einen längeren Zeitraum, bei dem mehr und mehr Mitarbeiter auf die digitale Reise mitgenommen werden – immer mit einer starken Führung am Ruder.

„Um auch hier erfolgreich mitzuspielen, muss jedoch niemand zwingend ein Digital Native sein“, sagt Naujoks. „Entscheidend ist, veränderungsbereit zu sein.“

–  Erster Teil einer Klardenker-Serie zu Digitalisierungsstrategien für Unternehmen –

25. September 2017

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