Fintechs greifen die Banken an

Fintechs greifen die Banken an

Junge Finanzdienstleister sind mutiger und schneller als ihre großen Schwestern

Keyfacts über Fintechs

  • Banken fehlt Mut und Risikofreude bei neuen Geschäftsmodellen
  • Fintechs richten ihren Geschäftsmodellen konsequent auf den Kunden aus
  • Komplexe IT-Infrastruktur macht Banken schwerfällig
Zusammenfassung lesen
20. August 2015

Den Banken fehlt es an Wagemut und Risikofreude. Das sollten sie rasch beseitigen. Denn allzu viel Zeit haben sie nicht mehr, wollen sie nicht von den neuen digitalen Diensten überholt werden.

Noch setzen wir als Bankkunde zuweilen einen Fuß in die Filiale. In Zukunft aber werden wir Bankgeschäfte fast nur noch online abwickeln. Jungunternehmer machen Banken mit günstigen Online-Diensten Konkurrenz. Fintechs werden die jungen Unternehmen genannt.

Der Kunde kann über einen Klick alle Finanzgeschäfte erledigen.

Die Angreifer aus dem Netz geben dem Kunden das, was er braucht: Eine schlichte Antwort auf seine Fragen und Wünsche. Ihre Dienste reichen von mobilen oder webbasierten Zahlungssystemen über die Kontoverwaltung bis zu Anlagekonzepten und -strategien.

Auf Wiedersehen, Banken – Fintechs, bitte übernehmen

Junge Fintechs haben einen Angriff auf die ganze Wertschöpfungskette einer Bank gestartet. Sie sind mutiger, schneller und innovativer als ihre großen Schwestern.

Fintechs sind agil, haben immer den Kunden im Blick und bauen ihr Geschäftsmodell rund um die Faktoren Convenience und Innovation auf. Egal, ob vom Zugang am Front-End bis zu den innerbetrieblichen Prozessen im Back-End.

72 %

der Deutschen überlegen, ob sie künftig Fintechs für Geschäfte nutzen, die sie aktuell bei ihrer Bank in Anspruch nehmen.

Was machen die Banken?

Sie sind gefangen: in ihren komplexen IT-Infrastrukturen und bestehenden Denkmustern. Es fehlt ihnen an Wagemut und Risikofreude. Sie tun sich schwer, die Innovationsgeschwindigkeit mitzugehen. Sie kooperieren mit Fintechs, gründen Inkubatoren und wollen den Innovationsvorsprung der Fintechs aufholen.

Hat sich der Kampf David gegen Goliath zugunsten der Fintechs gedreht? Oder ist dies nur eine Momentaufnahme – und die Banken holen zum finalen Gegenschlag aus? Die Karten werden aktuell neu gemischt. Gewinnt gar der lachende Dritte – die Internetgiganten wie Apple, Google, Alibaba oder Tencent? Antworten auf diese Fragen hat keiner.

Was kann die Lösung sein?

Man nehme die zehn erfolgreichsten Fintechs an allen relevanten Schnittstellen der Wertschöpfungskette und biete ihnen eine Plattform – kurz: vom Unbundling zum Rebundling der Banken.

Draußen, am Front-End: kundenorientierte, innovative Produkte.

Drinnen, hin zum Back-End: schlanke, digitale Abläufe ohne Medienbrüche zum Beispiel für das Datenmanagement. Alles mit einem Klick, digital, innovativ und insbesondere – convenient.

Wer den Gedanken weiterspinnt, hat die perfekte digitale Bank.

Und zwar mit den Produkten, die sich der digitale Kunde wünscht. Der Kunde erlebt Banking nur am Front-End. Hier möchte er Convenience und Vertrauen, die Bank an sich ist ihm so oder so fremd: „We need banking, no banks“, sagte einst Bill Gates.

Die Banken werden sich neu erfinden müssen.

Zusammengefasst

»Junge Fintechs haben einen Angriff auf die ganze Wertschöpfungskette einer Bank gestartet. Sie sind mutiger, schneller und innovativer als ihre großen Schwestern.«

Die Angreifer aus dem Netz geben dem Kunden das, was er braucht: Eine schlichte Antwort auf seine Fragen und Wünsche. Ihre Dienste reichen von mobilen oder webbasierten Zahlungssystemen über die Kontoverwaltung bis zu Anlagekonzepten und -strategien. Die Banken hingegen sind gefangen: in ihren komplexen IT-Infrastrukturen und bestehenden Denkmustern. Es fehlt ihnen an Wagemut und Risikofreude. Sie tun sich schwer, die Innovationsgeschwindigkeit mitzugehen.

Sven Korschinowski Partner, Financial Service
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Kommentare

Können die Fintechs mit ihrem Dienstleistungsangebot die Banken ablösen?

Kommentar von Martin
29. August 2015 | 09:19 Uhr

Meiner Meinung nach ist eine persönliche Beratung wenn es um Altersversorgung und Geldanlagen geht unverzichtbar, da dem Großteil der Otto-Normal-Kunden schlichtweg die notwendige Wissensgrundlage fehlt um solche gravierenden Entscheidungen mal „eben so“ zu treffen. Grundsätzlich haben die Plattformen aber doch ihre Daseinsberechtigung, da viele junge Leute sonst gar nichts für die Vermögensbildung tun würden.

Kommentar von Sven Korschinowski
25. August 2015 | 02:57 Uhr

Jamila – 2 Fragen stellen Skeptiker den FinTechs häufig: (1) Wie steht es um Datensicherheut bzw. was wird mit den Daten gemacht? Und (2) Ist der (Robo) Advice besser (höhere Rendite) als der des heutigen Bankberaters? Was ist die (allgemeine) Antwort aus FinTech-Sicht?

Kommentar von Jamila
20. August 2015 | 08:57 Uhr

Sehr schön und präzise zusammengefasst. Gerade die Generation Y und Z brauchen keine klassische Bank mehr. Wir haben (Name gestrichen, da werblich, Anm. der Red.) eine Plattform geschaffen, wo Anleger ihr Geld eigenständig und ohne Druck eines Beraters selbst anlegen können.

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