Roboter helfen Menschen und sind nicht ihr Feind

Kognitive Computer durchdringen in fünf bis zehn Jahren alle Lebensbereiche

Keyfacts

  • Roboter können zum verlängerten Arm des Menschen werden
  • Der Roboter kann viele lästige Alltagsaufgaben übernehmen
  • Die Entscheidungen werden immer noch von Menschen getroffen
Thomas Erwin
  • Partner, Advisory
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Auf der Hannover Messe wird der Robotics Award verliehen: Ausgezeichnet werden technologische Innovationen, die einen wesentlichen Beitrag zu robotergestützten Lösungen leisten, die die Produktion in der Industrie vereinfachen sollen. Für KPMG-Experte Thomas Erwin könnte der Roboter zum verlängerten Arm des Menschen werden.

In Hannover werden Systeme ausgezeichnet, die nach wie vor nach Maschinen, nicht aber nach Menschen aussehen. Glaubt man den Einschätzungen der Experten, entwickeln sich die Fähigkeiten der Roboter nicht nur näher zum Menschen, sie werden diesen auch in Sachen Aussehen immer ähnlicher.

„Wir werden in nicht allzu ferner Zukunft einen Zustand haben, in dem die Roboter in ihren biomechanischen Fähigkeiten sehr nah an die Fähigkeiten von Menschen oder von Tieren gelangen – oder diese sogar übertreffen“, prognostiziert Erwin. Beispiele gibt es bereits zu Genüge: So sind in Japan bereits Roboter im Einsatz, die als Lehrkräfte fungieren, die Geige spielen oder im Stile echter Superstars Tore auf dem Fußball-Platz schießen.

Das menschliche Gehirn bleibt unersetzlich

Die Angst der Menschen, dass eben jene Roboter irgendwann intelligenter sind als sie selbst, sieht Erwin nicht. „Eigenständige Wesen sind sie noch lange nicht. Sie sind immer noch eine Verlängerung des menschlichen Organismus. Denn die Entscheidungen, was und wie sie etwas tun oder lassen, werden immer noch von menschlichen Gehirnen getroffen“, so Erwin weiter.

Dass der Computer jedoch einige Denkaufgaben in naher Zukunft übernehmen wird, davon ist Branchen-Kenner Mark Sievers überzeugt: „Glaubt man Experten, werden kognitive Computer in fünf bis zehn Jahren alles durchdringen. Fast alle Branchen beschäftigen sich mit den mitdenkenden Systemen. Kein Wunder. Das Potential für die Wirtschaft ist enorm.“ Er erklärt weiter, dass – egal wie Roboter in Zukunft eingesetzt werden – es eine Welt ohne technische Helfer nicht mehr geben wird.

Wie das „Deutschland Radio“ im Vorfeld der Messe in Hannover berichtete, könnte der Roboter zum dritten Arm des Menschen werden – etwa Menschen aus brennenden Häusern holen oder einfach den Essenstisch abräumen und den Abwasch gleich mit übernehmen. Bereits jetzt saugen Roboter vollautomatisiert den Boden in vielen deutschen Wohnzimmern.

Der Roboter könnte künftig viele lästige Alltagsaufgaben übernehmen, die immer wiederkehren. Doch auch die Maschine ist nicht fehlbar und Gesetze für den Helfer aus Metall sind noch nicht verfasst.

Wer trägt das Risiko?

Der renommierte Physiker Stephen Hawking warnte erst vor kurzem, dass Roboter zu einer echten Bedrohung für die Menschen werden könnten. Die Frage danach, wer im Schadensfall für das Tun des Roboters gerade steht, ist bislang ungelöst. Für Dr. Christine Heeg ist die Antwort bereits klar. Sie erklärt: „Der Mensch trägt die Verantwortung“, denn den Roboter vor Gericht werde es nicht geben, so die Rechtsanwältin weiter.

Thomas Erwin
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