Interne Revision: Strategiearbeit zum Anfassen

Interne Revision: Strategische Arbeit

Wie die Interne Revision die Zukunftsfähigkeit von Organisationen prüfen kann

Keyfacts über Interne Revision

  • IR kann Zukunftsfähigkeit prüfen
  • Strategische Fragestellungen sind erforderlich
  • IR liefert fundierte Dokumentation statt vager Strategie
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“Guter Punkt! Wirklich guter Punkt. Erklären Sie mir aber doch bitte gleich noch mal, wie ich das aus Ihrer Sicht prüfen soll, werter Kollege!“. Grinsen. Schweigen. „Das weiß ich auch nicht, aber die Herausforderung ist genannt.“ Wer sich aus beruflichen Gründen mit der Frage beschäftigt, welche Rolle die Interne Revision für die Zukunftsorientierung von Unternehmen und Institutionen spielen kann, der hat Dialoge in dieser oder ähnlicher Formt sicher auch schon erleben dürfen. So auch bei einem Kaminabend im Rahmen des DIIR Kongresses für den öffentlichen Sektor. Dabei kann die Antwort einfacher sein, als sie zunächst erscheinen mag. Aber zurück zu den Anfängen.

Unternehmen, Organisationen sind einem ständigen Wandel ausgesetzt. Klar. Wie die Zukunft im Detail aussieht weiß indes keiner. Noch klarer. Und kurz darauf dann die Frage: Ist diese Aufgabe nicht schon verteilt? Und zwar an die Kolleginnen und Kollegen aus dem Senior-Management, zu deren Aufgaben eben genau das gehört: Eine Organisation zukunftssicher zu machen? Strategieentwicklung nennt man das gemeinhin. Hochgehängt, hochbezahlt und hochabstrakt. Auch hier: Allgemeines Kopfnicken.

Interne Revision: Meist eher konkret als abstrakt

Also noch einen Schritt zurück: Welche Rolle kommt in diesem Zusammenhang der internen Revision zu? Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Interne Revision gemeinhin eher konkrete als abstrakte Themen bearbeitet. Anders gesagt: Je abstrakter eine Frage ist, desto seltener wird sie mit dem Aufgabenfeld der internen Revision assoziiert. Das kann durchaus ein Fehler sein. Konkret: Gehaltsabrechnungen sind ein gefundenes Fressen für die Interne Revision, ebenso wie Beschaffungsprozesse. Personalentwicklung, Personalentscheidungen oder der Erfolg des Marketings – eher unverdauliche Früchte ganz oben in deren Themenbaum, da wesentlich strategischer und in die Zukunft eines Unternehmens gerichtet. Und das übergeordnete Thema Strategieentwicklung? Fragen Sie doch einmal Ihren Vorstand.

Die Interne Revision hat hier nichts verloren! Diese einfache Antwort können wir dabei nicht gelten lassen, denn sie hat fraglos etwas zur erfolgreichen Unternehmensentwicklung beizusteuern.

Unstrittig: Strategien lassen sich nicht greifen, die Zukunft nicht prüfen. Was sich aber sehr wohl einer Revision unterziehen lässt, ist die heutige Zukunftsfähigkeit der Organisation. Und genau hier setzt die einleitende Frage an. Wie prüft man diese Zukunftsfähigkeit? Wir sagen: Ganz einfach – mit einem klar definierten Prüfungsgegenstand und einem Kriterienkatalog.

Gibt es beispielsweise ein für Dritte nachvollziehbares strategisches Personalentwicklungskonzept? Erfüllt die IT-Infrastruktur belegbar die Anforderungen, die an sie aus der Strategie gestellt werden. Hier zählen nicht nur konzeptionelle Ansätze. Auch Vorlagen sind dafür sinnvoll, Benchmarks Gold wert.

Interne Revision: Kompetenzen richtig positionieren

Die Herausforderung ist also dann doch eher eine andere: Das Thema Zukunftsfähigkeit ist Erfolgstreiber in allen Unternehmensbereichen. Keine Personalabteilung, die sich nicht darum kümmert, kein IT-Leiter, der sich nicht mit ihr tagtäglich auseinandersetzt. Und in Unternehmen, die es sich leisten können, wird dieses Thema von Strategieabteilungen oder –beratern abgedeckt. Wie sich also als Interne Revision positionieren? Wie Akzeptanz für den eigenen Beitrag schaffen?

Voraussetzung hierfür ist zum einen ein demonstriertes Verständnis strategischer Fragestellungen, verbunden mit dem robusten Einsatz des bewährten revisorischen Werkzeugkastens. Das bedeutet konkret: Eine strukturierte und nachvollziehbare Vorgehensweise. Eine klare Definition und Abgrenzung des Prüfungsgegenstands. Konkrete Prüfungshandlungen und Bewertungsgrundlagen,. Nicht zu vergessen: eindeutige, feststellungsorientierte Aussagen und eine saubere Dokumentation. Denn wenn es um bodenständige, fundierte Observationen geht führt an einer geerdeten Revision doch kein Weg vorbei – gerade in Fragen der Strategie, die sich bekanntermaßen eher in luftiger Höhe bewegen. Oder?

17. Mai 2017

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