Steuerfalle Partnerkonto

Millionen deutsche Paare nutzen es, obwohl eine Schenkungssteuer anfallen könnte.

Keyfacts

  • Freibetrag bei Eheleute liegt bei 500.000 auf zehn Jahre
  • Freibetrag bei außerehelichen Partnerschaften liegt bei 20.000 Euro
  • ein Haushaltskonto ist unproblematisch
Kay Klöpping
  • Partner, Tax
Mehr über meine Themen Nachricht schreiben

Das Partnerkonto, auch bekannt als Gemeinschaftskonto, erfreut sich in Deutschland besonderer Beliebtheit – Tendenz steigend. Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) könnte dafür sorgen, dass eine Schenkungssteuer fällig wird.

Für viele Paare ist das gemeinsame Konto eine Selbstverständlichkeit. Spätestens dann, wenn man geheiratet hat, führt man nicht nur das Haushaltskonto gemeinsam, da jeder in seinem privaten beruflichen Fortkommen den Partner unterstützt und man gemeinsam seine Existenz aufbaut.

Warum sollte es auch anders sein, schließlich hat man ja im Regelfall den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft vereinbart. Tatsächlich ist aber bei rechtlicher Betrachtung die Zugewinngemeinschaft eine Gütertrennung mit der Verpflichtung zum Ausgleich des Zugewinns bei Beendigung der Ehe, also insbesondere bei Scheidung oder den Tod des Partners. Verbreitetet ist aber eher die Vorstellung, dass es sich um eine Gütergemeinschaft handelt, man also ein gemeinsames Vermögen hat.

Dieses unterschiedliche Verständnis zwischen rechtlicher und landläufiger Einschätzung der Ehe kann zu einer möglichen steuerpflichtigen Schenkung führen, denn „die Übertragung von Geld auf ein gemeinsames Konto ist zu 50 Prozent eine Schenkung an den Partner“, weiß Kay Klöpping, Steuerexperte bei KPMG in Deutschland. Zahlt ein Partner Geld auf ein Konto, über das nur der andere Partner verfügen kann, so handelt es sich laut dem Experten um eine 100-prozentige Schenkung.

Freibeträge beachten

Die aktuelle Entscheidung, dass das Partnerkonto in den Bereich der Schenkungssteuer reicht, ist noch nicht allzu alt, der Bundesfinanzhof (BFH) hatte dazu erst am 29. Juni dieses Jahres entschieden. Allerdings ist dieses Urteil nur eine Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung, die von der Verwaltung angewendet wird, aber nicht sehr bekannt ist. Für Klöpping kann diese Steuer schneller anfallen, als vielen Partnerkonto-Inhabern lieb ist: „Es geht im Wesentlichen nicht um das laufende Gehalt. Kritisch sind besonders Bonuszahlungen am Ende des Jahres, eine üppige Abfindung, eine fällige Lebensversicherung oder eine Erbschaft“, gibt Klöpping zu bedenken.

Der Schenkungs-Freibetrag beträgt 500.000 Euro: Das ist viel Geld, das man im Regelfall nicht durch das Gehalt spart. Es gibt allerdings ein Problem: Bei der Berechnung des Freibetrages werden alle Schenkungen innerhalb einer Zeitspanne von zehn Jahren zusammengerechnet. Klöpping: „Überschreiten allerdings in dieser Zeit die auf den anderen übertragenen Beträge die Summe von 500.000 Euro, dann fällt die Steuer an.“

Besonders schwierig gestaltet sich das Partnerkonto für Paare, die nicht durch das Eheversprechen verbunden sind. In diesem Fall beläuft sich der Schenkungs-Freibetrag lediglich auf 20.000 Euro. „Diese Summe ist, gesehen auf zehn Jahre, nicht viel“, gibt Klöpping zu bedenken.

Haushaltskonto ist unproblematisch

„Das gemeinsame Haushaltskonto, das der gemeinschaftlichen Lebensführung dient, ist hingegen kein Problem“, sagt Klöpping weiter. Der Experte rät jedoch Partnern, die höhere Geldeingänge erwarten oder bereits zu verzeichnen haben, getrennte Konten zu führen. „Schwierig ist jede Art von Vermögensbildung, auch wenn dies nur das Festgeld- oder Depotkonto ist.“

Wer ein gut gefülltes Konto oder ein Depot in ein Gemeinschaftskonto umwandeln möchte, kann ebenfalls von der Schenkungssteuer betroffen sein. „So einen Vorgang muss die Bank dem Finanzamt melden. Liegen die Beträge über den Freibeträgen, wird die Schenkungssteuer fällig“, warnt Klöpping.

Entwarnung gibt der Steuerexperte hinsichtlich des Eigenheims. Die Finanzierung eines selbstgenutzten Hauses oder einer Eigentumswohnung nur durch einen Ehepartner ist auch bei gemeinschaftlicher Eintragung im Grundbuch steuerfrei. Dies ist übrigens auch eine gute Möglichkeit, steuerfrei Vermögen auf den Ehepartner zu übertragen. Die Schenkung einer selbstgenutzten Immobilie unter Ehegatten ist steuerfrei.

Kay Klöpping
  • Partner, Tax
Mehr über meine Themen Nachricht schreiben