Behandlungsfehler - Wenn der Arzt krank macht

Wenn der Arzt krank macht

Koalition will mit einem neuen Qualitätsinstitut ärztliche Behandlungsfehler verhindern

Keyfacts über Behandlungsfehler

  • 18,8 Millionen Behandlungen werden jährlich in Krankenhäusern durchgeführt
  • Bei einem Prozent der Behandlungen kommt es zu Fehlern
  • Zahl der Behandlungsfehler sinkt, Zahl der Vorwürfe steigt
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Ein Krebspatient wird in ein Krankenhaus eingeliefert, um ihm wegen eines Tumors den linken Lungenflügel zu entfernen. Tatsächlich operiert ihm der Oberarzt aber den rechten weg. Solche Behandlungsfehler sind leider kein Einzelfall. Jetzt soll ein neues Qualitätsinstitut unabhängig die ambulante und stationäre Versorgung überprüfen.

Ärztliche Behandlungsfehler bestürzen mich immer wieder. Gerade veröffentlichte die AOK ihren Krankenhaus-Report 2014: Jährlich sterben in deutschen Kliniken rund 18.800 Menschen durch Behandlungsfehler. Das sind etwa fünfmal so viele Todesfälle wie im Straßenverkehr. Es kommt demnach in rund 188.000 Fällen zu Behandlungsfehlern – das sind ein Prozent der insgesamt rund 18,8 Millionen Behandlungen in Krankenhäusern.

Oft sind die Folgen schwerwiegend. Wird Krebs nicht erkannt oder im OP das Falsche getan, stehen Menschenleben auf dem Spiel. Der Mann, der am falschen Lungenflügel operiert wurde, stirbt ein Jahr nach der Operation. Von rund 40.000 Verdachtsfällen wird jeder dritte vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen(MDK) bestätigt. Die meisten Behandlungsfehler traten bei der Wurzelbehandlung der Zähne auf, gefolgt von Knie- und Hüftgelenkarthrosen, sowie Brüchen an Unterarm, Unterschenkel und Sprunggelenken.

Weitgehend unbekannt dürfte sein: Gestiegen ist nicht die Zahl der Behandlungsfehler an sich, sondern die Zahl der Vorwürfe. Das Risiko, einen Behandlungsfehler zu erleiden, ist eher gesunken. Das ist erfreulich. Aufgrund der vermehrten Klagen entsteht in der Öffentlichkeit aber ein eher gegenteiliges Bild. Dennoch: Jeder Behandlungsfehler ist einer zu viel!

Was mir gefällt: Patienten werden selbstbewusster

Patienten gehen häufiger gegen Ärzte vor, wenn sie meinen, diese hätten Fehler gemacht. Das ist gut so. Leider erhöht das aber auch den Stress für die Ärzte insgesamt. Rechtsschutzversicherungen und immer mehr Medizin-Fachanwälte tun ihr übriges. Hier muss eine neue Balance zwischen Patient und Arzt gefunden werden.

Will ein Patient entschädigt werden, soll seine Kasse ihn dabei unterstützen – durch ein kostenloses medizinisches Gutachten. Wer Zweifel hat, kann sich auch beim Gesundheitsministerium informieren. Alternativ kann jeder Versicherte auch bei der Ärztekammer ein Verfahren plus Gutachten beantragen. Das sind alles wichtige Schritte.

18.800

Menschen sterben jährlich in deutschen Kliniken durch Behandlungsfehler.

Der Koalitionsvertrag bringt jetzt etwas Neues auf den Weg: Bis Herbst soll eine neue Behörde etabliert sein, die Qualität im stationären Sektor bewertet.

Die Qualitätsoffensive ist längst überfällig. Denn: Noch wichtiger als den Patienten bei seinen Rechten zu unterstützen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist, finde ich es, dass der Fehler überhaupt nicht passiert. Qualitätssicherung in Krankenhäusern ist für mich der entscheidende Dreh- und Angelpunkt, um Behandlungsfehler zu verhindern.

Ein neu zu gründendes Qualitätsinstitut soll dies überprüfen und sicherstellen. Die zentrale Herausforderung des Instituts wird die Messung von Qualität sein. Der Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), Josef Hecken, sagt in der Ärztezeitung: Wir müssen herauskriegen, wie man besser als bisher messen kann, zu welchem Ergebnis ein bestimmter Eingriff in einem Krankenhaus führt.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Schon lange fordern wir eine gesicherte Qualitätsmessung. Auf den Zusammenhang zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit haben wir immer und immer wieder hingewiesen.

Gesicherte Qualität hilft, mittel- und langfristig Behandlungsfehler zu verhindern. Das ist wichtig, denn die Gründe für die Fehler sind vielfältig und liegen oft im Bereich der Organisation und Kontrolle. Immer wieder wurde das Vieraugenprinzip nicht beachtet, wurden Checklisten nicht eingesetzt oder waren Menschen überlastet.

Laut Koalitionsvertrag soll der Medizinische Dienst der Krankenkassen zur Überprüfung der Vorgaben des GBA zukünftig unangemeldet Kontrollen in den Krankenhäusern durchführen. Das allein reicht nicht: Die Kliniken müssen sich der Qualitätsdebatte offensiv stellen.

Nicht nur Kosten und Preise, auch die Behandlungsqualität ist ein Wettbewerbskriterium. Das deutsche Gesundheitssystem braucht ein Vergütungssystem, das nicht alleine auf Quantität, sondern auf nachhaltige Qualität setzt. Ein neues Qualitätsbewusstsein ist zwingend notwendig. Dann habe ich die Hoffnung, dass es nicht nur mit unserem Gesundheitssystem bergauf geht, sondern auch die Zahl der Behandlungsfehler weiter schrumpft.

16. Januar 2014
Zusammengefasst

»Das deutsche Gesundheitssystem braucht ein Vergütungssystem, das nicht alleine auf Quantität, sondern auf nachhaltige Qualität setzt.«

Patienten gehen häufiger gegen Ärzte vor, wenn sie meinen, diese hätten Fehler gemacht. Das ist gut so. Will ein Patient entschädigt werden, soll seine Kasse ihn dabei unterstützen – durch ein kostenloses medizinisches Gutachten. Noch wichtiger als den Patienten bei seinen Rechten zu unterstützen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist, finde ich es, dass der Fehler überhaupt nicht passiert. Qualitätssicherung in Krankenhäusern ist für mich der entscheidende Dreh- und Angelpunkt, um Behandlungsfehler zu verhindern.

Prof. Dr. Volker Penter Head of Health Care
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Kommentare

Können Behandlungsfehler durch die Qualitätsoffensive reduziert werden?

Kommentar von Thomas Rasch
17. Januar 2017 | 05:39 Uhr

Ich kann die Meinung der anderen nur teilen. Im Dezember 2011 einen schweren Verkehrsunfall, unverschuldet und durch Fehlbehandlung erst dazu geführt hat. Heute noch bin ich wegen den körperlichen Schäden, was auch die OP-Ärzte mit verursacht haben in Behandlung. Und merke das Befunde so angelegt sind das aus einer gesicherten Krankheit zwei verschiedene Diagnosen entstehen. Was für Dich als Leihe verständlich klingt ist für BG und Rentenkassen nur eine Ursache die durch chronische Schmerzen entstanden ist. Nur einige Beispiele, somatoforme Schmerzstörung, pseudoradikuläre Schmerzen oder Fibromyalgien. Es wird auch nicht mehr behandelt oder untersucht nur noch behauptet! MfG, Eure Thomas

Kommentar von Kerekes Karin
10. Dezember 2015 | 08:18 Uhr

Hallo, Ihr Bericht ist nützlich und Lehrreich danke. Aber was hilft das ganze Erklären und Fachsimpeln wenn sich ein Arzt bei Erdrückender Beweislage in den § 153 a flüchtet? Für mich ist das Freikaufen, ich zweifle an die Gerechtigkeit und an die Justiz. Nach fast vier Jahren kann ich jetzt Zivilgerichtlich Klagen. Zwar gibt er zu dass eine Risikoaufklärung nicht statt gefunden hätte und dass keine andere Behandlungsalternative gegeben war. Dem stimmt auch der Gutachter zu und dennoch sieht dieser dies nicht als Behandlungsfehler, obwohl kein OP Bericht existiert und die Dokumentation sehr lückenhaft ist. Da kommst dir doch irgendwie verarscht vor als Bürger. Die Folgen sind Fatal, Behinderung Rente usw… Ich finde dass dieser § 153 a nicht bei Behandlungsfehler zum Einsatz kommen dürfte, denn ein kleiner Mann kann sich nicht dagegen wehren..und die Angst bleibt weiterhin denn mein Vorfall wahr 2012 und das Neue Gesetzt gibt es erst seit Februar 2013? So kann ich nur weiter Hoffen dass der Weise Ring mir weiterhin behilflich ist wie bisher und mir behilflich ist einen Rechtsbeistand zu gewähren… LG

Kommentar von Gesine Möbius
18. Juli 2015 | 04:52 Uhr

In Ihrem Beitrag sind Sie der Meinung, dass es noch wichtiger sei, als dem Patienten bei seinen Rechten zu unterstützen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist, dass der Fehler überhaupt nicht passiert. Klingt gut, hilft jedoch dem Qualitätsmanagement wenig. Denn wenn dem Patienten bereits der Schaden entstanden ist, benötigt er alle Hilfe und von allen Ebenen, damit wenigstens nun, der Fehler offiziell erkannt wird, damit aus Fehlern gelernt werden kann. Für den Patienten dem der Schaden entstanden ist, muss insbesondere auch nach einem eingetretenen Schaden dabei geholfen werden, dass alle ggfs. „lückenhaften und unrichtigen Datenmeldungen, z.B. unrichtige Gesundheitsdiagnosen rasch für Dritte gesperrt werden in den personenbezogenen Sozialdaten m i t V e r w e i s korrekter Gesundheitsdiagnosen z.B. bei statt gefundenem „Übersehen von Verletzungen oder Krankheiten oder Fehlerhafter Behandlung“ oder „einer falschen Gesundheitsdiagnose wenn ggfs. Laborwerte falsch interpretiert wurden“ ….. Öffnen Sie Ihren Blog einmal geschützt durch sachgerechte und neutrale Gutachter und neutrale sachgerechter Rechtsberatung und Aufklärung was im Hintergrund in der Datenwelt geschehen kann, wenn Fehler in Form von unrichtigen Sozialdaten (hier: unrichtige Gesundheitsdiagnosen) weder gelöscht, noch für Dritte gesperrt werden können und Verweise auf die korrekten und vollständigen Gesundheitsdiagnosen erst sieben Jahre nach einem „Übersehen“ als Verweis in der Patientenakte benannt werden dürfen……(so lange hat es in meinem Fall gedauert, bis Ärzte sich erbarmt haben und als Verweis korrekte Diagnosen in meinen sozialdaten (hier: Gesundheitsdiagnosen) aufgenommen haben…… Betroffene Patienten sind in großer Gefahr erneut einen Schaden zu erleiden (Folgeschaden), wenn nicht korrigierte Fehler in Gutachten, Prüfungen und auch durch weiterbehandelnde Ärzte übernommen werden können und der Patient nicht nur notwendige Gesundheitsleistungen selbst übernehmen muss, sondern auch noch mental ständig retraumatisiert wird, wenn der Schaden „vergessen oder übersehen“ bleibt und der Patient als „psychosomatisch“ oder „psychisch“ dargestellt wird, an Stelle unrichtige Inhalte zu Sperren mit Verweis auf korrekte Gesundheitsdiagnosen welche eine Fehlerfreie medizinische Behandlung fördern und das Vertrauen im Arzt-/Patientenverhältnis wieder herstellen können. Wurde statistisch schon geprüft wieso „psychische Diagnosen“ anstiegen und ob es einen Zusammenhang gibt mit dem Schein sinkender Fehlbehandlung? Laut einer bayerischen Staatsanwältin ist es aktuell noch nicht möglich Fehlbehandlungen zu erkennen, außer in sehr schweren und eindeutigen Fällen, da die Instrumente hierzu fehlen und Korruption im Gesundheitswesen bisher nicht strafbar war und erst seit kurzem in Behörden strafbar geahndet werden kann. Insofern bleibe ich bei meiner Meinung, dass Fehler nur vermieden werden können, wenn diese bekannt gemacht werden… Hierzu fehlen jedoch Instrumente zur raschen Löschung und Sperrung erkannter falscher Gesundheitsdiagnosen mit Verweis auf korrekte Gesundheitsdiagnosen. Es fehlen auch unabhängige nicht Interessengesteuerte Prüfer und Begutachter. Wie Glaubwürdig kann eine Prüfung durch eine Ärztekammer sein, welche Ihre Ärzte vertritt und berät wenn ein Buß- oder Strafverfahren droht und die ihre Mitglieder vor Schaden bewahren soll denn sein? Wie Glaubwürdig erscheinen Prüfstellen, welche nur nach Auftrag und Weisung prüfen dürfen für Fallprüfungen und Gesundheitszeugnisse? In meinem Fall durfte der MDK prüfen wie es meiner Mittelfußknochenfraktur ginge, welche ich nie hatte und schwups erhielt ich eine F-Diagnose und wurde als psychosomatisch schmerzempfunden falsch eingestuft….(der MDK durfte die Hinweise weiterbehandelnden Ärzte nicht wahrnehmen und so auch nicht das vorhandene CT vom 09.10.2007 welches das Fußtrauma darstellte mit mehreren Gelenkfrakturen und Frakturen im Tarsometatarsale-Bereich = Fußwurzeln mit Beteiligung des OSG“…) In der Statistik erscheine ich als k e i n e Fehlbehandlung, dank der Aufträge an Prüfer und Gutachter und einem „Übersehen“ des CT li. Fuß vom 09.10.2007

Kommentar von Carsten Molt
17. November 2014 | 08:06 Uhr

Was nützt mir das schönste Patientenrecht,wenn es dem Arzt nur als Leitfaden für seine willkürliche Behandlungsversuche nutzt. Wenn3 Professoren eine Behandlungsvariante präferieren und ein 4 professor wirft alles um, so findet dieser Arzt immer genügend Gutachter die seine Machenschaften bestätigen. Gefälligkeitsgutachten gehören zur Tagesordnung. Was kann man als Patient beweisen, wenn man mit gut eingestellten Herzrhytmusbeschwerden ins Krankenhaus als köroerlich ausgewogener Patient hineinkommt, und als Krüppel mit einem Behinderungsgrad von 100% herauskommt Da nützen auch die scheinheiligen Entschuldigungen eines Professors nichts die er nur vor Patienten ausspricht um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, aber die er niemals vor Zeugen oder Gerichten wiederholen würde.Ein Gesetz das dem Arzt transparent darlgt wie er die Aktenlage für unkundige Richter anzulegen hat

Kommentar von Chinkgachdoc
13. September 2014 | 09:52 Uhr

Natürlich wird es in Zukunft signifikant weniger Behandlungsfehler geben. Auch ohne neue Behörde. Durch den zunehmenden Ärztemangel wird es nämlich eine geringere Anzahl der Behandlungsfälle geben und somit weniger Behandlungsfehler. Natürlich ist die Kehrseite, daß es dann auch mehr Erkrankungen mit schicksalhaftem Verlauf geben wird, aber das braucht man ja nicht statistisch zu untersuchen, genausowenig wie Schäden der Patienten durch Substitution ihrer langgewohnten Pillen durch irgendwelche Rabattvertragmedikamente….

Kommentar von Gesine Moebius
12. Juli 2014 | 11:36 Uhr

Das neue Patientenrecht erscheint für Außenstehende die Rechte des Patienten klar und deutlich zu definieren. In der Umsetzung scheitern wir Patienten jedoch, wenn Ärzte lückenhafte und z.T. falsche Diagnosen an Dritte melden, denn nur der Arzt selbst, darf in eigener Ermessensache seine Befundung prüfen, nach einem Fehlervorwurf und ggfs. nach eigener Ermessensache korrigieren oder in einer Stellungnahme seine Diagnostik darstellen. Niemandem ist jedoch bekannt, dass gemachte Korrekturen ungesehen und unghört bleiben – in den Akten und Meldungen bleiben stets nur die Erstmeldungen bestehen, selbst wenn der Verdacht lückenhafter und falscher Diagnostik bestand und durch Korrekturen, Fachliche private Gutachten und Attests korrigiert wurden! Eine Diagnosekorrektur in unseren Gesundheitsdaten ist nach Quartalsabschluss nicht mehr möglich, es sei über eine Klage vor Gericht, informierte mich die Ärztekammer. Gutachter werden im Auftrag KöR oft oder meist? nach Aktenlage begutachtet, bei ggfs. lückenhaften oder z.T. falscher Diagnosemeldungen im Vorfeld, existiert so kaum eine Chance auf eine Richtigstellung seiner Gesundheitsdiagnosen, verschweigen uns die Verantwortlichen im Gesundheitswesen. Recherchieren Sie selbst, nach positiven Erlebnissen eines Patienten, bei dem Versuch erkannte Fehler in der Diagnostik in seinen Akten korrigieren zu wollen. Man muss zuerst ein korrektes Gutachten haben und dann jeden Arzt einzeln anschreiben, mit der Bitte um Prüfung und Korrektur des fehlerhaften Inhalts. Es existieren keine Anlaufstelle für den Patienten, die gemeldeten Fehler in der Gesundheitsdiagnostik korrigieren zu dürfen. Die Ärztekammer als Anlaufstelle erscheint mir die falsche Stelle zu sein, als Institution ohne Handlungsbefugnis mit ihrer Gutachterkommission, deren Gutachten vor Gericht nicht zählen. So ist es allein dem Richter überlassen zu entscheiden. Ein Richter ist jedoch kein Mediziner uns so gilt erneut das Recht und die Ermessensache der Ärzte zu sehen oder auch nicht zu sehen….. Man fühlt sich als Patient ausgeliefert, wenn man einmal in diese Fehlerspule geraten ist…. Positiv empfinde ich, dass im Jahr 2013 der Präsident der Ärzteschaft auf dieses Dilemma hingewiesen hat, auf dem Ärztekongress und darum gebeten hat, es nicht so weit kommen zu lassen, dass ein traumatisierter Patient vor Gericht erneut retraumatisiert wird…. Ich glaube er meinte damit, retraumatisiert in dem Sinne, dass der Richter die lückenhaften und z.T. falschen Diagnosen als wahr vor Gericht richten könnte, wenn Gutachten und Korrekturen zur Beurteilung einer sachgerechten und neutralen Befundung dem Richter zur freien Meinungsbildung fehlten. Vielleicht sollte man vor der Umstellung auf die E-Health-Behandlung, jedem Patienten, die über ihn gespeicherten Gesundheitsdaten zur Prüfung zusenden und dem Patienten erlauben, einen Verdacht auf nachweislich falsche oder fehlende Diagnosen zu äußern und korrigieren zu dürfen, auf Basis korrekter vorliegender nachweisbarer Befunde. Die Ärztschaft könnte ihren Befunden den an Dritte abgerechneten ICD-Code mit angeben, zur Vermeidung von divergierenden Diagnosen zur gleichen Zeit an verschiedene Dritte. Dies könnte Fehler vermeiden. Nicht jeder externe Kodierer ist in der Lage einen Befundtext korrekt in einen ICD-Code abstrakt zu übersetzen, hierbei können Fehler in den Verwaltungen entstehen, die vermeidbar sind. Ist meine freie Meinung im neuen Zeitalter der Digitalisierung unserer Patientendaten

Kommentar von Nils von Dellingshausen
16. Januar 2014 | 09:45 Uhr

Eine Messung der Qualität ist sicher ein bedeutender Schritt nach vorne, auch wenn es bis zu konkreten Konsequenzen dauern wird und dabei eine Menge an Problematiken zu bewältigen gilt: z.B. welches Krankenhaus will noch schwerstkranke Patienten behandeln, die die Mortalitätsrate des Krankenhauses ggü anderen Krankenhäusern verschlechtern? Und: als Patient sagt mir eine Qualitätsmessung für ein Krankenhauses immer noch nicht, ob gerade derjenige Arzt, der mich operiert/behandelt, auch wirklich genau für mein Problem ein Spezialist ist. Genau davon hängt aber vor allem bei Operationen in massiver Weise der Behandlungserfolg (und teilweise das Leben) ab. Bei BetterDoc verfolgen wir deshalb den Weg, Patienten INDIVIDUELL & DIREKT zu hochspezialisierten Ärzten zu lotsen und nicht nur in eine bestimmte Klinik. Gerade diese Ärzte wechseln auch mal die Klinik. Der Ruf der Klinik ist dann zwar nach wie vor gut, aber der Spezialist arbeitet bereits woanders. Zur individuellen Beratung der Patienten im Hinblick auf die Arztsuche haben wir bereits jetzt das mit Abstand größte Spezialisten-Netzwerk Deutschlands aufgebaut und werden in wenigen Monaten alle Fachbereiche abdecken können. Über einen Meinungsaustausch zu BetterDoc würde ich mich freuen.

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