Brexit-Witze im Faktencheck

Brexit-Witze im Faktencheck

Mit dem EU-Austritt Gewicht verlieren und wieder Glühbirnen nutzen. Was stimmt daran?

Keyfacts über Witze

  • Witz und Wissen haben den gleichen Ursprung
  • Der Witze-Weltrekord liegt bei 33 Witzen in einer Minute
  • Für Freud waren Witze fiktiv, Humor bezog sich hingegen auf Reales
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Aus und vorbei. Von wegen immer engere Union. Dabei konnte man sich bis zur Ansetzung des britischen EU-Referendums schwerlich vorstellen, dass die europäischen Staaten eines Tages nicht mehr enger zusammenwachsen würden – bei allen Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten. Vielleicht liegt gerade da das Problem: Es fällt schwer wertzuschätzen, was als selbstverständlich gilt.

Immerhin, diesen Punkt haben wir dank des Brexits nun überwunden. Am besten lässt sich das Tragische durch das Komische ertragen. Entsprechend zahlreich sind die Witze, die es rund um den Brexit gibt. Da aber gute Witze stets mit einem Körnchen Wahrheit gespickt sein müssen, habe ich drei davon dem Faktencheck unterzogen.

Witz: Ich würde mir wünschen, dass meine Pfunde genauso nach unten gehen wie im Vereinigten Königreich.

Fakt: Das Pfund ist am 24. Juni 2016, dem Tag als das Referendumsergebnis verkündet wurde, um etwa zehn Prozent gefallen. Das gilt sowohl gegenüber dem Euro, wie auch gegenüber einem Korb weiterer Währungen. Für einen Tag ist das eine absolut außergewöhnliche Bewegung. In den gut neun Monaten seit dem Referendum verlor das Pfund weitere fünf Prozent.

Doch das Pfund sinkt schon seit Jahren deutlich im Wert. Der Pound Sterling Index, der die britische Währung gegen eine Reihe von ausländischen Währungen gewichtet, lag im Juli 2014 gut 35 Prozent über dem jetzigen Wert. Darin mag sich bereits die zunehmende Unsicherheit über den Ausgang des Referendums abgebildet haben. Ein konkretes Ereignis für den Verfall lässt sich allerdings nicht ausmachen.

In jedem Fall stützt das schwächere Pfund britische Exporte, die Importe hingegen werden teurer. Das gilt auch für Schokolade und Gummitiere aus Deutschland. Vielleicht spart der fallende Pfund Sterling somit das ein oder andere Pfund Körpergewicht.

Witz: Ob die in England jetzt wieder 100 Watt-Glühbirnen kaufen dürfen?

Fakt: Als einer der Hauptgründe, warum die Briten für den Brexit stimmten, gilt die vermeintliche Regulierungswut der Europäischen Union. Fischfangquoten, Bestimmungen über den Anbau landwirtschaftlicher Produkte, sogar den stärksten Staubsauger hat die EU den Briten genommen, um Energie zu sparen. Mit der Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG wurde auch das Ende der Glühbirne mit Wolframdraht eingeleitet.

Ohne die EU und deren Bürokratie wird ein wirtschafts- und innovationsfreundliches Umfeld geschaffen, so die Hoffnung der Brexiteers. Damit steigt das Wachstum – und die Zufriedenheit der Bürger.

Tatsächlich aber ist eine große Zahl der EU-Regeln durchaus sinnvoll. Ein gewisser Teil schützt die Verbraucher. Und ein anderer Teil setzt Standards, die den Handel vereinfachen. Dennoch würde etwas mehr Augenmaß der Popularität der EU und deren Wirtschaftswachstum sicher nicht schaden.

Witz: Im nächsten Teil der James-Bond-Reihe wird 007 dank Brexit volle 2 Stunden in der Passkontrolle am Berliner Flughafen festhängen.

Fakt: Reisen ohne den Pass vorzeigen zu müssen, funktioniert nur in den Staaten, die Teil des Schengener Abkommens sind. Großbritannien war nie ein vollwertiges Mitglied. Insofern müssen Reisende auch jetzt schon einen Reisepass oder Personalausweis vorzeigen, wenn sie von Großbritannien aus in den Schengen-Raum fliegen oder fahren. Vorstellbar ist, dass künftig auch Arbeitsvisa nötig werden. Die Brexit-Befürworter stört insbesondere die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU. Die Regierung hat klar gesagt, dass sie diese Arbeits- und Wohnsitzfreiheit von EU-Bürgern abschaffen möchte.

Die Brexit-Witze stammen aus der Sammlung von andinet.de.

31. März 2017
Zusammengefasst

»Das schwächere Pfund verbilligt britische Exporte, die Importe hingegen werden teurer. Das gilt auch für Schokolade und Gummitiere aus Deutschland. Vielleicht spart der fallende Pfund Sterling somit das ein oder andere Pfund Körpergewicht.«

Die Briten verabschieden sich aus der EU. Eine Situation, die man am besten mit Humor nimmt. An Witzen gibt es daher keinen Mangel. Noch schöner, wenn sie sich an der Realität orientieren. Zumindest zwei der drei untersuchten, spiegeln Fakten wider.

Andreas Glunz Bereichsvorstand International Business
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