Familienunternehmen: So wird Nachfolgen zum Vorausgehen

So wird Nachfolgen zum Vorausgehen

Ein Nachfolge-Coaching hilft angehenden Führungskräften bei der Orientierung

Keyfacts über Nachfolge

  • Der ungeplante Einstieg ins Unternehmen birgt Gefahren
  • Ein Coach hilft dem potenziellen Nachfolger, Klarheit und Orientierung zu erlangen
  • Ziel ist es, Führungs- und Ergebnisverantwortung zu übernehmen
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Was macht eine gute Führungskraft in einem Familienunternehmen aus? So viel steht fest: Soziale Kompetenz, Wissen und fachliches Können allein reichen nicht. Es bedarf auch eines starken Willens, sprich: einer hohen Motivation. Zudem braucht es die Legitimation durch Mitgesellschafter, um erfolgreich eine Firma zu übernehmen und zu führen.

Als Nachfolge-Coach unterstütze ich Nachfolger dabei, Klarheit und strategische Orientierung für sich selbst zu entwickeln. Denn der ungeplante Einstieg ins Unternehmen, sei es als Gesellschafter, Nachfolger in die Geschäftsführung oder zukünftiger Beirat, birgt Gefahren – für das Familienunternehmen und die Person selbst. Ein definierter Prozess sensibilisiert Nachkommen dafür, welchen Weg sie später im Unternehmen einschlagen. Das gewährleistet Stabilität und Planungssicherheit für Unternehmen, Familie und den Nachfolger selbst.

Daher gilt: Je früher das Nachfolge-Coaching beginnt, desto besser.

Trete ich in die Fußstapfen meiner Eltern, oder mache ich etwas ganz anderes? Viele Juniorinnen und Junioren kennen diesen Zwiespalt. So tun sich Nachkommen gerade dann schwer, wenn sie nach der Schule ein geeignetes Studienfach wählen sollen. Geht man nach den eigenen Interessen? Oder wählt man besser strategisch vor dem Hintergrund eines möglichen späteren Einstiegs in das Unternehmen? Ein erstes Nachfolge-Coaching setzt darum bereits in dieser frühen Phase ein.

Der einfachste Weg, um für sich herauszufinden, ob die Karriere im eigenen Unternehmen eine Option ist, ist der Selbstversuch.

Ein Praktikum im familieneigenen Betrieb während des Studiums hilft, klarere Vorstellungen zu bekommen: Wie stellen wir unsere Produkte her, und wie treiben wir Innovation voran? Wie ticken die Mitarbeiter? Und wie wird die Unternehmenskultur gelebt? Ziel ist es, nicht nur die Unternehmensprozesse besser zu verstehen, sondern auch Produkte, Kunden und Lieferanten näher kennen zulernen. Auf diese Weise bekommt der potenzielle Nachfolger ein Gespür dafür, ob der Wechsel in die Firma in Frage kommt – oder nicht. Ein neutraler Nachfolger-Coach hilft herauszufinden, welche Kompetenzen zusätzlich noch erworben werden sollten, um nach dem Studium möglichst reibungslos im Unternehmen einsteigen zu können.

Was braucht es, um das Unternehmer-Gen zu entwickeln? Zeit.

Für viele potenzielle Nachfolger ist es wichtig, dass sie sich in ihren ersten Jobs außerhalb des Unternehmens beweisen können, indem sie Führungs- und Ergebnisverantwortung erfolgreich demonstrieren und selbst Kunden akquirieren. Diese Phase ist eine Lehrzeit, in der sie objektives Feedback bekommen und in der sie sich weiterentwickeln können.

Steht dann der Einstieg ins Unternehmen an, kann auch hier wieder ein Nachfolge-Coaching dabei helfen, Klarheit über die eigene Motivation und die eigenen Ziele zu gewinnen. Dabei geht es auch darum, einen Plan zu entwickeln, wie man mögliche Missverständnisse mit Mit-Gesellschaftern und anderen Familienmitgliedern aus dem Weg räumen kann.

Hat sich der Nachfolger entschieden, in das elterliche Unternehmen einzusteigen, ist ein definierter Prozess wichtig.

Gemeinsam mit dem Nachfolge-Coach kann dabei ein maßgeschneiderter Entwicklungsplan entworfen werden. Er definiert, welche Aufgaben, in welchem Zeitraum, mit welchen Zielen und Kennzahlen übernommen werden sollen, und wer dies beurteilt. Ziel in dieser Phase ist es, das Unternehmen kennen zulernen und so schnell wie möglich operative Verantwortung zu übernehmen.

Schon allein die Frage, wie man sich im Unternehmen vorstellt, in den ersten 100 Tagen sattelfester wird, oder wie man sich im bestehenden Machtgefüge durchsetzt, können in einem Nachfolge-Coach reflektiert, und passende Strategien entwickelt werden.

Tipp: Schaffen Sie geschmeidige Übergänge.

Schlussendlich muss hinter jeder Besetzung einer Führungsposition im Familienunternehmen ein Plan stehen, wie der Übergang vom aktuellen Chef auf den Nachfolger ablaufen soll. Entscheidend ist, dass das Know-how und die Beziehung zu Lieferanten, Banken und große Kunden übergeleitet werden. Vorgänger und Nachfolger sollten sich in dieser Zeit darüber klar werden, wie sie die Aufgaben verteilen, und wie die Verantwortung Schritt für Schritt übergeht.

Dabei ist es es von elementarer Bedeutung zu wissen, was der jeweils andere für Ziele verfolgt. Der Nachfolger ist oftmals an Unabhängigkeit interessiert. Er will sich durchsetzen und sich beweisen. Für den Senior-Unternehmer zählen hingegen persönliche und finanzielle Sicherheit. Ziel in dieser Phase ist es, die Führungsnachfolge erfolgreich zu meistern, und den wirklichen Übergang von der einen zur anderen Generation erfolgreich abzuschließen.

24. November 2017
Zusammengefasst

»Die spezielle Aufgabe des Coachs im Nachfolgeprozess ist es, den Nachfolger so zu unterstützen, dass er seinen eigenen Weg durch das Geflecht von Familie und Unternehmen erfolgreich meistert«

Wird der Nachfolger stufenweise aufgebaut, sollte diese Entwicklung zunächst einem vorab festgelegten Plan folgen. Dieser führt den Nachfolger schrittweise an seine Ergebnis- und Führungsverantwortung im Unternehmen heran. Bei der Begleitung durch ein Management-Coaching geht es auch darum, die persönlichen Stärken und Ziele klarer zu definieren, damit sich so der eigene Führungsstil herauskristallisiert.

Alexander Koeberle-Schmid Familienunternehmen
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